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Label: "Wir sind die Wiege der Kultur"

Ach, du dickes Ei!

(FAZ vom 29.04.2010)

[...] Karoline Gruber bebildert in ihrer rundweg überzeugenden Inszenierung bewusst nicht die etwas abgestandene Kritik am bürgerlichen Kunstbetrieb, sondern die Abgründe hinter jeder Form von Kreativität. [...] Die surreal verrätselten, doch vielfältig zu deutenden Bilder der Regie passen kongenial zu Henzes paradiesvogelhaft schillernder Musik, die von den Essener Philharmonikern unter Noam Zur ungemein farbig und präzise interpretiert wird. Auch das durchweg stimmig besetzte Ensemble begreift musikalische und szenische Darstellung als höhere Einheit - ideale Voraussetzungen für einen großen Musiktheaterabend.

wild

Surreale Schauermär

(Neue Westfälische Zeitung vom 27.04.2010)


[...] Trotz Überzeichungen und manch hübsch-plakativer Bildprojektionen gelingt es der Regisseurin dank exzellenter Personenführung und einem singdarstellerisch gleich- und hochrangig agierenden Ensembles, die Motive der Einzelnen mit der großen Frage des Stückes zu einer surrealen Schauermär zu verdichten. Zum suggestiven Eindruck tragen maßgeblich auch 24 Mitglieder der Essener Philharmoniker bei, die Henzes unpatiniert-frische Partitur unter der Leitung von Noam Zur beispielhaft transparent und ausdrucksstark umsetzen. [...] 

Matthias Gans

 

Die Musik strotzt vor Kraft

(Westdeutsche Zeitung vom 27.04.2010)

[...] Die Überraschung des Abends liegt in der vor Kraft und Energie strotzenden Musik, die so frisch und jung wirkt, als wäre sie gestern geschrieben. [...] Mit Noam Zur wurde ein Dirigent gewonnen, der das Optimale aus der Partitur herausholt. Souverän lässt er jedes Instrument zu seinem Recht kommen, ist in dramatischen wie in lyrischen Phasen gleich stark. Auch die Sänger überzeugen ausnahmslos.

Torsten Enge

Im riesigen Vogelkäfig gefangen

(Borkener Zeitung vom 26.04.2010)

Regisseurin Karoline Gruber liefert eine durch und durch stimmige Interpretation von großer Geschlossenheit und nie nachlassender Intensität. Roy Spahns Bühne unterstreicht die hermetische Situation und baut einen gigantischen Vogelkäfig! Aus dem gibt es kein Entrinnen, so sehr man auch will. Die Protagonisten bleiben gefangene Vögel, mehr noch: Sie mutieren zu Hahn und Krähe. Nur die zu Verstand gekommene Hilda Mack bekommt Schmetterlingsflügel. Vergebens. Auch für sie bleibt der Käfig ein Gefängnis. [...]Henzes Musik ist geprägt von großer Sinnlichkeit, viel Gespür für den dramatischen Augenblick - er ist ein virtuoser Klangmagier, dem die Essener Philharmoniker unter Leitung von Noam Zur nichts schuldig bleiben. Grandios die sechs Solisten: Astrid Kropp-Menéndez (Hilda Mack) mit atemberaubenden Koloraturen, Andreas Herrmann (Toni), der seinen Tenor mit unfehlbarer Sicherheit im Griff hat und in höchste Höhen schraubt. Ildiko Szönyi ist eine differenziert auftretende Gräfin von Kirchstetten, Francisca Devos eine Dichtergeliebte mit silbrigem Sopran. Dem Leibarzt gibt Michael Haag überzeugende Statur, Claudio Otelli meistert die Titelpartie, nicht ohne zum Schluss an seine Grenzen zu stoßen. [...] Auch wenn Hans Werner Henzes „Elegie“ durchaus harte Hör-Arbeit ist, diese Inszenierung in Essen sollte man erlebt haben.

Chr. Schulte im Walde

„Elegie für junge Liebende“ voller Wahn und Narretei

(WAZ vom 25.4.2010)

Gregor Mittenhofer befiehlt, herrscht an, poltert, zürnt. [...] Dieser Berserker, dessen Wandlungen und Häutungen auf ein quasi frühkindliches Stadium zulaufen, steht im Fokus von Hans Werner Henzes Oper „Elegie für junge Liebende“. Im Aalto-Theater erfuhr sie nun ihre Essener Erstaufführung – als Fin-de-siècle-Spiel voller Wahn und Narreteien, das von Beginn an aus der Zeit gerückt scheint, sich morbide und am Ende über alle Maßen todessehnsüchtig gibt. Regisseurin Caroline Gruber gelingt hiermit zwar kein Psychothriller, aber sie arbeitet mit enormer Feinzeichnung. [...]  Henzes glasklare, teils wuchtige, teils zärtliche, tänzerische und stark motorische Musik wird von den Essener Philharmonikern unter Noam Zur wunderbar ausgeleuchtet. Und jeder im Ensemble gibt sich schönster Charakterisierungskunst hin. Ein packender Abend über Kunst und Moral, Behauptung und Zerfall.

Martin Schrahn