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Label: "Wir sind die Wiege der Kultur"

das henze-projekt
Neue Musik für eine Metropole

mit Steven Sloane, Essen 2008 / fotografie: ursula kaufmann
mit Steven Sloane, Essen 2008 / fotografie: ursula kaufmann

mit Steven Sloane, Essen 2008 / fotografie: ursula kaufmann

Die Musik Hans Werner Henzes legt den Vergleich mit einem Seismographen nahe, der die feinsten gesellschaftlichen und politischen Unruhen registriert. Sie ist deshalb aktuell, weil sie an die Gemeinschaft der Menschen appelliert, um das Ideal von Freiheit und Integrität zu realisieren. In Gütersloh geboren - der Großvater war Bergmann, die Mutter stammt aus Witten - zählt er zu den wichtigsten Komponisten der Gegenwart. Sein Werk zeichnet sich aus durch eine seltene Vielfalt und Spannweite. Als Lehrer, Festivalleiter, Förderer junger Talente und Impulsgeber gehört er zu den prägenden Protagonisten und Pionieren im Projekt der Moderne.

Die gesamte Musiklandschaft der Metropole Ruhr hat sich für eine Hommage an den Komponisten und Musikdenker Hans Werner Henze zu einem Netzwerk für Neue Musik zusammengeschlossen. Über 40 Partner präsentieren von Januar bis Dezember 2010 Henzes musikalisches Werk und gesellschaftliches Handeln. Und zwar von den frühen Anfängen bis zu den späten Folgen: Opern, Ballette, Sinfonie- und Kammerkonzerte und Funkopern. Filmretrospektive, Orchesterfestival, Symposion und Kompositionswettbewerb sind Formate, die den Spuren und Einflüssen nachgehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Verstehen Neuer Musik und ihrer Vermittlung an junge Zuschauer, um zeitgenössische Musik für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Hans Werner Henze hat als einer der Ersten in den 1960er Jahren zahlreiche Education-Projekte ins Leben gerufen und geleitet. Seine Kunst der Vermittlung fördert Kinder, Jugendliche und Young Professionals mit Einfällen und Eigensinn. Die Programmreihe "Education Community Komposition" gibt Produktionen und Projekten, die sich der ästhetischen Erfahrung und der Musikvermittlung widmen, einen besonderen Raum. Wir hoffen, deutlich machen zu können, dass konzentriertes Lernen, leises Forschen und freies Improvisieren eine prinzipielle Antwort auf die uns umgebende Flut an Impulsen und Anforderungen sein kann. Im Mittelpunkt der Werkschau steht die neue Oper "Gisela oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks". Inspiriert von den offenen Bühnenräumen der Industriespielstätten entwickelt Henze ein musikalisches Szenario für ein Ensemble mit Jugendlichen, jungen Künstlern, Amateuren und professionellen Musikern. Schauplätze der Geschichte sind Oberhausen und Neapel. Das Geschehen rast auf einen dunklen Punkt in der Zukunft zu, der den ganzen Zauber und die Erschütterungen freilegt, den Vergangenheit und Gegenwart hier begraben haben.

Seine Fragen - Henze ist ein Fragensteller! - haben immer wieder die Tatsachen ins Spiel gebracht, die das Projekt umgeben: Zeit und Gesellschaft. Sein Mangel an Eile hat die Bewegungen der Gegenwart immer einer besonderen Sinnprüfung unterzogen. Die Realität kann unter seinem Blick plötzlich Einbildungskraft entwickeln. So hart, so unversöhnlich sich das Objektive auch anfühlt, so aufschlussreich ist es im nächsten Moment für die Horizonte des Geschehens, die handelnden Personen und ihre Rollen, die sie einnehmen.



Steven Sloane
Künstlerischer Direktor Stadt der Künste