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Label: "Wir sind die Wiege der Kultur"

Neuinszenierung

der idiot

Das prinz regent theater und die Bochumer Symphoniker präsentieren "Der Idiot" von Hans Werner Henze und "Eight Songs for a Mad King" von Peter Maxwell Davies. "Der Idiot" entstand als Kompositionsauftrag, mit dem die damals berühmte Berliner Choreographin Tatjana Gsovsky 1952 den jungen, weitgehend unbekannten Henze betraute.

Zu einer Ballettpantomime nach dem Roman Dostojewkskis sollte er die Musik schreiben; Gsovsky selbst steuerte die Handlung des Balletts sowie einige verbindende Zwischentexte bei, die sie aus dem Roman collagierte.

Diese Texte sprach übrigens bei der Uraufführung der damals ebenfalls noch recht unbekannte Schauspieler Klaus Kinski. Die Ballettpantomime "Der Idiot" wurde erfolgreich in Berlin und Venedig aufgeführt. Für spätere Aufführungen überarbeitete Henze wenige Monate später die Musik und bat die Dichterin Ingeborg Bachmann um einen neuen Text. Bachmanns schrieb sieben Monologe für Dostojewskis Protagonisten, den Fürsten Myschkin, die sich zu einer freien Paraphrase des Romans zusammenziehen.

1960 wurde "Der Idiot" in seiner endgültigen Gestalt in Berlin uraufgeführt, einer später entstandenen Konzertfassung gab Henze den Titel "Paraphrasen über Dostojewski". Im prinz regent theater ist die Fassung für einen Sprecher und kleines Ensemble zu sehen.

Peter Maxwell Davies' "Eight Songs for a Mad King" ist formal ein Liederzyklus, allerdings einer, der nach dem Willen seines Komponisten szenisch aufgeführt werden soll. Der "Mad King" des Titels ist der englische König George III. (1738-1820), der wegen seiner Geisteskrankheit 1811 abgesetzt wurde.

Die Imitation von Vogelgesang findet sich genauso wie Anklänge an barocke Musik und höfische Menuette, aber auch an Tanzmusik der 1920er Jahre in der außerordentlich farbigen Komposition Maxwell Davies' wieder, der als einer der führenden Vertreter der zeitgenössischen Musik Großbritanniens gilt. Vor allem aber sind die "Eight Songs for a Mad King" eine tour de force für einen hochvirtuosen Sänger, von dem die Rolle nicht nur einen enormen Stimmumfang, sondern auch die Beherrschung extremer Stilmittel wie Schreien, Röcheln, Heulen und den Einsatz der Kopfstimme erfordert. 

mit Gavin Taylor (Bariton) und Stephan Ullrich (Schauspieler)

Musikalische Leitung: Errico Fresis
Inszenierung: Sibylle Broll-Pape
Bühne: Trixy Royeck

Premiere: 12. November 2010, Prinz Regent Theater, Bochum

Weitere Vorstellungen: 13., 18., 19. November 2010 , Prinz Regent Theater, Bochum

+++ Sibylle Broll-Pape und Wolfram Boelzle lesen Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze am 20.11.2010 um 20 Uhr im prinz regent theater in der Reihe prinz regent spezial. Die Zusammenarbeit der Dichterin Ingeborg Bachmann und des Komponisten Hans Werner Henze, die mit Bachmanns Text zu "Der Idiot" begann, entwickelte sich zu einer intensiven Freundschaft, die durch Bachmanns Tod 1973 ein jähes Ende fand. +++

Eine Koproduktion der Bochumer Symphoniker, des Prinz Regent Theaters Bochum und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010