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Wo bitte, liegt die Metropole Ruhr?

Keine Karte, kein Städteatlas und kein Navigationsgerät geben Neugierigen, Reisenden und nicht einmal den Bewohnern selbst Auskunft darüber. Kein Wunder. Denn die Metropole Ruhr entsteht gerade erst. Jetzt! Als Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 betritt sie als echter Newcomer die urbane Bühne Europas.

Die Zeit von RUHR.2010 ist das 21. Jahrhundert. Die Stadtregion Ruhr ist eine Metropole im Werden, die größte Stadt in Deutschland. Der drittgrößte Ballungsraum Europas umfasst 5,3 Millionen Menschen aus über 170 Nationen in 53 Städten – in den „Grenzen“ des 1920 gegründeten Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, dem heutigen Regionalverband Ruhr. 

Die Region ist geprägt durch die imposanten Hinterlassenschaften des industriellen und die unbegrenzten Möglichkeiten des nachindustriellen Zeitalters. Und wenn es richtig ist, dass die großen Herausforderungen und Entwicklungschancen moderner Gesellschaften insbesondere in den Städten zu beobachten und zu bewältigen sind, dann gilt das für das Ruhrgebiet in einer ganz besonderen Weise.

Aus kleinen Siedlungen, die sich um hunderte von Bergbauschächten und Stahlhütten gebildet hatten, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts rasend schnell eine der pulsierendsten Industrieregionen Europas. Nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie in den 1960er Jahren hat sich das Ruhrgebiet fast ebenso schnell vom verrußten Kohlenpott zur Dienstleistungsmetropole gewandelt. Aufbauend auf den Errungenschaften der Internationalen Bauausstellung Emscher Park 1989–99 (IBA) will RUHR.2010 erneut Kunst und Baukultur als Motor der Veränderung nutzen.

    

Tief im Westen wächst ein starkes Stück Europa

Der Ort von RUHR.2010 ist Europa. Die Achse Warschau – Berlin – Brüssel kommt in Zukunft ohne die Metropole Ruhr nicht mehr aus. Hier, wo sich Städte wie Amsterdam, Rotterdam, Köln, Antwerpen fast berühren, haben zehn der 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen ihre Zentralen. Hier werden wichtige europäische Handelsströme organisiert, hier wird die europäische Energiepolitik der Zukunft gestaltet und hier arbeiten fünf Universitäten und zehn Fachhochschulen neben etwa 100 Forschungseinrichtungen an den Innovationen, die Europa in die Lage versetzen, auch in Zukunft den eigenen Werten treu zu bleiben und im globalen Wettbewerb bestehen zu können. 

Die Kraft von RUHR.2010 ist die Fähigkeit zum Wandel durch Kultur. Die Kulturhauptstadt Europas präsentiert das Ergebnis eines mehrjährigen und tief greifenden Wandlungsprozesses des Ruhrgebiets. Hunderte Kulturinstitutionen, Künstler und Kulturschaffende in der Metropole Ruhr sind seit Jahren die Basis dieses Wandels und bilden eine der reichsten Kulturlandschaften Europas. 

RUHR.2010 zeigt anhand ausgewählter Projekte den erreichten Stand und ist einvorläufiger Höhepunkt der stetigen Entwicklung. Das Ziel ist, durch gezielte Auswahl von Projekten das dauerhafte Kulturangebot weit über 2010 hinaus in Europa zu etablieren. Mit der Kraft der Kulturhauptstadt Europas setzt das Ruhrgebiet seinen Aufbruch fort.

   

Unfertig, inspirierend und überraschend: Europas neue Metropole

Der Anspruch von RUHR.2010 geht weit über einen ganzjährig angelegten Veranstaltungskalender hinaus. Die Kulturhauptstadt Europas wird auch die materielle Gestalt der Region verändern. Wichtige Infrastrukturprojekte sind bereits auf dem Weg. Dazu gehört die Umsetzung eines dezentralen räumlichen Konzepts und Besucherzentren in Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund, mit denen der polyzentrische Stadtraum erstmals eine touristische Infrastruktur erhält. 

Vier Programmpassagen verwandeln die wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Stadtregion in erlebnisstarke Themenrouten. 

Die „Kulturhauptstadt Europas“ hat ein Klima des Aufbruchs und der Erneuerung geschaffen. Private und öffentliche Förderer wurden zu außergewöhnlichem Engagement motiviert. So entstehen zum Jahr der Kulturhauptstadt große Projekte der Baukultur. Der Neubau des Museum Folkwang in Essen wird 2009 fertiggestellt sein. Der ehemalige Brauereiturm des „Dortmunder U“ wird zu einem 80.000 qm umfassenden Ausstellungszentrum für zeitgenössische Kunst und zum regionalen Kreativwirtschaftsstandort umgestaltet und das Duisburger Museum für Moderne Kunst Küppersmühle erhält einen spektakulären Erweiterungsbau.

Dort, wo die industrielle Vergangenheit rücksichtslos ihre Spuren eingegraben hat, bricht sich heute eine neue Ästhetik Bahn. Architekten von internationalem Rang wie Norman Foster, Rem Koolhaas, David Chipperfield, Herzog & de Meuron oder Ortner & Ortner, um einige exemplarisch zu nennen, sind die baulichen Protagonisten dieser „Kunst der Verwandlung“. 

    

RUHR.2010. Metropole der Möglichkeiten

RUHR.2010 integriert als erste Kulturhauptstadt Europas das Thema „Kreativwirtschaft“ ins Gesamtkonzept. Denn Kunst, Kultur, Kreativität und neue Ideen sind starke Antriebskräfte für technologische wie ökonomische Innovationsprozesse. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und zukunftsfähiger Strukturen der Region. 

RUHR.2010 wird die regionale Kreativ- und Wirtschaftskraft dauerhaft stärken, die Aktivitäten der in diesem Sektor tätigen 20.000 Unternehmen überregional sichtbar machen, synergetisch bündeln und eine Vernetzung mit kommunalen Strukturen herstellen.

Die polyzentrische Metropole mit ihren über fünf Millionen Einwohnern kann und will Pionierarbeit leisten, Visionen umsetzen und Vorbild für andere europäische Metropolen sein.

Wo also liegt die Metropole Ruhr? Dort, wo sich die Region mit der Kraft der Kulturhauptstadt Europas neu erfindet. Dort, wo neue Ideen und Chancen erwachsen. Genau dort, wo Zukunft entsteht.