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Das pottfiction-Abschlusscamp

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Krönender Abschluss des pottfiction-Jahres ist das große Abschlusscamp vom 16. bis 25. Juli 2010 an den Flottmann-Hallen Herne. Für 180 Jugendliche aus der Metropole Ruhr entsteht ein Ort, an dem die Utopie einer besseren Welt aktiv gelebt und in die Tat umgesetzt wird. Am Kochtopf und im Camprat genauso wie auf der Bühne und in der Fußgängerzone.

Tagsüber geht es mit Aktionen und Performances hinaus in den öffentlichen Raum; Künstler und Experten aus ganz Europa unterstützen die Jugendlichen dabei. Während des gesamten Camps präsentieren die jungen Zukunftsvisionäre gemeinsam mit den Theatern jeden Abend ab 20.00 Uhr die Jahresergebnisse ihrer künstlerischen Entwürfe in Festivalatmosphäre der Öffentlichkeit.

Camp2.Die.Redaktion, ein Team bestehend aus sechs Campteilnehmern, fängt begleitend dazu ein, was zwischen Lagerfeuer, Küchendienst, Proberäumen und Performances passiert. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden an dieser Stelle tagesaktuell präsentiert.

Yes, we camped. Halleluja.

pottfiction lädt zur Abschlussparty mit illustren Line-Up / Foto: anschlaege.depottfiction lädt zur Abschlussparty mit illustren Line-Up / Foto: anschlaege.de

pottfiction lädt zur Abschlussparty mit illustren Line-Up / Foto: anschlaege.de

Am Samstag senkt sich die Sonne ein letztes Mal über das Pottfiction Camp. Hinter dem Theater Kohlenpott wucherte in den letzten 10 Tagen ein Wildwuchs der Visionen. Das Revier ohne Kohle, ist noch lange keine Metropole ohne Ideen. Und was das wichtigste ist: Es ist ein Ort an dem erfrischend viele junge Leute ihre eigenen Konzepte in die Tat umsetzen. Pottfictionauten dringen in Räume vor, in die nie zuvor ein Mensch zu denken wagte. Pottfiction an Bodenkontrolle: ''Die Kuh fliegt.''

Der Mond zieht auf. Die Nacht deckelt die Zelte, die Flottmannhallen, den Pott. Noch aus der Ferne wirst du unseren Jubel hören, das Stampfen unseres fröhlichen Pogos. Wir tanzen zu ''Danja Atari''. Wir dancen Toleranz und Selbstbestimmung. Wir springen im Viereck zu ''Sola Plexus''. Auf unseren Händen tragen wir die Lokalmatadoren und die Helden aus dem Underground. ''Munk & Cécile'' lieben es elektronisch und treiben uns den Rumpelstiels in die Knochen. Aber erst mit dir wird es der Knaller. Erst dann siehst du dieses Leuchten in unseren Augen. Sieh mir ins Gesicht und du weißt: Das ist nicht das Ende. Das war gerade mal der Anfang.

Beginn 21h, Theater Kohlenpott, Flottmannhallen, Herne

Eintritt: 5,-€

Von der Pottfiction Redaktion zur Abschlussparty am 24. Juli.

Willste mitbestimmen?

Credo / Foto: Sascha RutzenCredo / Foto: Sascha Rutzen

Credo / Foto: Sascha Rutzen

Die Demokratie garantiert Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit. Klingt doch wunderbar, oder? Wären nicht Stimmen, die die Umsetzung von Demokratie in Frage stellen. Alles nur ein Etikettenschwindel? Gibt es Alternativen? Es gibt keine Staatsform, die das Zusammenleben der Menschen besser regelt. Es erscheint unfair, wenn man bei wichtigen Entscheidungen kein Mitbestimmungsrecht hat.

Als Schülerin bin ich abhängig von den Entscheidungen einiger Politiker. Die glauben, zu wissen was ich lernen soll. Aber ich bin gegen ein Zentralabitur, wenn gleichzeitig nicht genügend Lehrer gestellt werden.

Die Mitbestimmung bei Politik erscheint schwierig, aber wie sieht es im pottfiction-Camp aus? Wir arbeiten und entwickeln zusammen in Gruppen. Stört etwas, geht man zum Betreuer und überlegt gemeinsam wie es anders laufen soll. Demokratie scheint also in hier also zu funktionieren. Super, oder?

Muss die Macht anders verteilt werden? Wer hat eigentlich die Macht über wen? Und haben wir eigentlich die Macht über uns selbst und die Dinge, die wir tun? Kann man die Machtverhältnisse überhaupt verändern? Die Pottfiction-Gruppe aus Castrop-Rauxel hat 95 Thesen zu diesem Thema entwickelt. Diese werden heute um 20.00 Uhr in den Flottmann-Hallen präsentiert.

Von Sarah Tzscheppan zum Thema ''Demokratie & Macht'', 20. Juli 2010.

Liebe zum Detail

Ikea-Tüten-Mann / Foto: Urban CamouflageIkea-Tüten-Mann / Foto: Urban Camouflage

Ikea-Tüten-Mann / Foto: Urban Camouflage

''Liebe kann man nicht definieren, aber machen!'' Ein Jahr lang hat sich die pottfiction-Gruppe Bochum vom Schauspielhaus Bochum mit dem Thema ''Liebe und Sexualität'' auseinandergesetzt. Welche sexuelle Orientierung hast du? Wo ist der Unterschied zwischen Liebe zu Freunden und der Liebe zum Partner? Liebst du Pizza?

''Liebe ist halt ein großer Begriff'', sagt ein Campteilnehmer,''es gibt so viele Umsetzungsmöglichkeiten.'' Was die Bochumer pottfiction-Gruppe zu diesem Thema zu sagen hat, können Sie heute Abend in der Herner U-Bahnstation ''Archäologiemuseum/Kreuzkirche'' sehen, wenn es um 20.30 Uhr heißt: ''Es erhält nun Einfahrt die Linie 69.''

Liebe zum Detail ist bei der Gruppe Urban Camouflage zu erkennen. Die 20 jungen Menschen sind mitten in der Vorbereitung für die Performance am morgigen Donnerstag. Mit Nadel, Faden und einem riesigen Haufen Verpackungsmüll arbeiten sie in Feinstarbeit an ihren Kostümen. Für die aktionsleitenden Künstlerinnen Sabina Keric und Yvonne Bayer ist die Liebe zur Perfektion und Ästhetik sehr wichtig: ''Dadurch klappt der Konstrast zwischen Tarnen und Hervorstechen''. Besuchen Sie uns morgen in der Herner Innenstadt. Zwischen 10-16 Uhr werden wir der Wegwerfgesellschaft ein Schnippchen schlagen und mit Ihnen verstecken spielen.

Von Vanessa Sabine Keller zum Thema ''Liebe & Sexualität", 19. Juli 2010.

Hammer Zusammenleben in Herne

Still-Leben Ruhrschnellweg am 18. Juli / Foto: Sascha RutzenStill-Leben Ruhrschnellweg am 18. Juli / Foto: Sascha Rutzen

Still-Leben Ruhrschnellweg am 18. Juli / Foto: Sascha Rutzen

''Lasst mich nicht alleine'', singt die Band Freundeskreis, Xavier Naidoo sagt: ''Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir zusammen.''
Die pottfiction-Jugendlichen aus Hamm haben sich ein Jahr lang mit dem Thema ''Zusammenleben'' auseinandergesetzt, im Kleinen und im Großen.
Ob mein eigener Mikrokosmos oder das große Ganze: Ganz autark kann niemand sein, wir sind aufeinander angewiesen, miteinander.

Wo verlaufen die Grenzen voneinander, brauchen wir ein Gegeneinander, ein Untereinander, ein Auseinander? Was macht ein Leben zu Vielen aus? Wer bin ich: über dir, unter dir, bei dir? Wer darf ich sein, wenn ich neben dir stehe und manchmal neben mir?

Ich brauche meinen Raum, meine Grenzen; nur so bin ich in der Lage ein Urteil zu fällen, oder ein Vorurteil. Vernichte ich das Du, für mich? Darf ich das, will ich das? 

Wir sind, was wir aus uns machen: eine Forderung, eine Warnung, Aufruhr und Zärtlichkeit.

Reih dich ein ins Durcheinander, das entsteht, wenn wir mehr als Einer sind.

Pogo mit System, Chaos in Zweierreihen. Wir, das ist ein fragiles Gleichgewicht.

Wie damit umgehen? Wo einen Strich ziehen? Wann aufgeben?

Einfache Antworten gibt es nicht. Aber manchmal reicht es schon, die richtigen Fragen zu stellen. Montagabend in der Hammer Produktion ''Raumteiler'' in den Flottmannhallen, um 20.00 Uhr.

Von Enis Maci zum Thema ''Zusammenleben'', 18. Juli 2010.

Vorhang auf für die großen Fragen

Schredderaktion bei der Eröffnung des pottfiction-Camps am 16. Juli / Foto: Sascha RutzenSchredderaktion bei der Eröffnung des pottfiction-Camps am 16. Juli / Foto: Sascha Rutzen

Schredderaktion bei der Eröffnung des pottfiction-Camps am 16. Juli / Foto: Sascha Rutzen

Fernseher? Verblödet! Mikrowelle? Ungesund! Alles, was die Welt nicht braucht. Gegenstände, ohne die die Welt ein besserer Ort wird. Alles passt in die sieben Meter lange Schreddermaschine. Aus dem, was am Ende übrig bleibt, entsteht später eine Skulptur. Schöner, besser, zum Wohlfühlen und Gernhaben.

Aber was ist gut, was ist richtig? Und woher kann ich das wissen? Brauchst du mein Gewissen? Wieso sind Mücken vogelfrei, sogar für Vegetarier? Mach ich den Mund auf oder zu und wo tu ich meine Hände solange hin? Hosentaschen? Augen zu, Ohren zu, oder misch ich mich jetzt ein?

Nach der großen Schreddershow zur Eröffnung am Freitagabend geht’s im pottfiction-Camp an den Flottmannhallen gleich mit den ganz großen Themen los. In ''Ich will Dreck im Gesicht'' am Samstag geht es um Werte und Moral. Am Sonntag fragt ''Credo - Findet mich das Glück'' nach Himmel und Erde. Gibt es einen Gott? Und wenn ja, was kann ich über ihn wissen - oder über sie?

Es geht los mit uralten Fragen und tiefen Gedanken an einem heißen Juliwochenende zwischen bunten Zelten und fröhlichen Menschen. Küchendienst meets Heidegger. Nach der ersten Party sitzt Kant mit am Lagerfeuer und fragt nach dem, was ich tun soll und glauben darf.

Die Vorfreude flimmert in der Luft. Spätestens, wenn es am Sonntag auf die A40 geht.

Von Julian Müller & Enis Maci zum Thema ''Werte und Moral'', 16. Juli 2010.