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Münster wird zum KULTURGEBIET

Foto: Presseamt der Stadt MünsterFoto: Presseamt der Stadt Münster

Foto: Presseamt der Stadt Münster

Das Ruhrgebiet stellt sich als neue Metropole Ruhr in Europa auf und lässt hierbei das Ruhr"gebiet" hinter sich. Das nimmt man in Münster gerne auf und erklärt sich kurzerhand zum "KULTURGEBIET Münster 2010" – so beschrieb es während der Eröffnung der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe.

Er betonte: "Ohne die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 würde es das KULTURGEBIET Münster nicht geben." Dieses Sonderprogramm umfasst etwa 200 Veranstaltungen, die eine große Bandbreite abdecken und sich bis in das Jahr 2011 erstrecken.

Im Umfeld der KULTURGEBIET-Eröffnung überreichte Lewe den Europäischen Stadtbrief an Vertreter der Stadt Halle (Saale). Der Europäische Stadtbrief wird von den "National Heroes - Deutschen Kulturstädten" gemeinsam geschrieben und wanderte am 16.04.2010 von Münster aus weiter. Münster selbst wird sich in seinem Beitrag mit dem Bereich "Kunst im Öffentlichen Raum" auseinandersetzen, einem Thema, bei dem man dort erwiesenermaßen viele Erfahrungen zu vermitteln hat. Wolfram Neumann, Beigeordneter für Wirtschaft und Arbeit, und Stefan Voß, Geschäftsführer der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH, holten den Europäischen Stadtbrief aus Münster ab. Neumann nutzte die Gelegenheit, um die Münsteraner zur HOCHzeit, der Sperrung der Hochstraße, nach Halle einzuladen. Diese findet am 30.05.2010 statt und wird wahrscheinlich einen interessanten Vorgeschmack auf das Still-Leben Ruhrschnellweg am 18.07.2010 in der Metropole Ruhr geben.

Zum Verhältnis von Bild und Stadt... in Münster

Mit "Does City/Münster matter?" initiierte die Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster (AZKM) nach "heute hier, morgen dort ..." (2004/05) erneut ein Projekt, das auf urbane Phänomene aus der Perspektive zeitgenössischer Kunst scharf stellte und am Beispiel der Stadt Münster erprobte. Münster ist eine Stadt, die für solche Untersuchungen
Modellcharakter hat. Nicht nur ist ihre besondere visuelle Qualität bereits mit dem Wiederaufbau nach einer bildhaften Vorstellung des Vorkriegszustandes angelegt. Auch steht in Münster die Konfrontation von Kunst mit Stadt/Außenraum seit den ersten Skulpturprojekten 1977 in einer kulturellen Tradition.

Zielte "heute hier, morgen dort ..." auf die Gegenwart, den Bestand der Stadt und begab sich auf die Spurensuche städtischer Identitätsbildung, hat "Does City/Münster matter?" den Blick umgelenkt, auf die noch ungestaltete Zukunft der Stadt: Wie könnte Münster aussehen?
Anliegen war die Untersuchung städtischer Bilder und deren Entstehung - ausgehend von der Beobachtung, dass Bilder in Städten zunehmend an Bedeutung gewinnen: Bilder, die sich etwa in Architekturen und Platzgestaltungen niederschlagen oder sich aus nicht objekthaften Gemengelagen, wie sozialer Schichtungen und Bildungsniveaus ableiten.

Solche Bilder geben Auskunft über die Vitalität, die strukturelle Wandlungsfähigkeit einer Stadt und dienen als symbolisches Kapital im Wettbewerb der Städte. Bilder benötigen aber immer auch Betrachter, die sie deuten, weshalb die Bilder in/von einer Stadt beides sind: Instrumente der Inszenierung von Stadt und Schlüssel zu deren Verständnis. Aber wer ist eigentlich verantwortlich für die Erzeugung dieser Bilder und welche Rolle spielt Kunst in diesem Zusammenhang?

Nicht zuletzt markiert die Bildproduktion eine Kernkompetenz künstlerischer Praxis. Tatsächlich lassen sich in Städten zahlreiche Bilder finden, die den Eindruck künstlerischer Ansätze nahelegen, aber keine Kunst sind, sondern einem strategischen Gestaltungswillen entspringen und mit privatwirtschaftlichen Interessen einhergehen. Welche Chancen dagegen aus der Auseinandersetzung mit Stadt/Urbanität in der aktuellen bildenden Kunst gewonnen werden können, hat die AZKM nun um Stil einer musealen Inszenierung sinnlich nachvollziehbar veranschaulicht. Dabei handelte es sich um eine Auswahl bestehender Arbeiten zehn internationaler Künstler, die sich in der subjektiven Faszination für urbane Gestaltungsfiguren gleichen, jedoch aufgrund individueller künstlerischer Ausdrucksformen zu unterschiedlichen visuellen Ergebnissen kommen. Die suggestiven Bildfindungen vermochten zu überraschen und ihre vordergründig figurativen Darstellungen erzeugten in der Ausstellungshalle das Erlebnis einer ganz eigenen urbanen Atmosphäre: Ein wundersamer Assoziationsraum abseits der Banalität individueller Lebenswelt.

Um die einzigartigen Potentiale autonom künstlerischer Einbildungskraft auf die Wirklichkeit der Stadt Münster beziehen zu können und für das funktionsorientierte Handlungsspektrum des Alltags nutzbar zu machen, war die Ausstellung in ein ungewöhnliches Vermittlungskonzept eingebettet, das über den Diskurs an die intuitiven Fähigkeiten seines Publikums appellierte: Parallel zur Ausstellung spannten auswärtige Fachleute, Architekten, Wissenschaftler, Planer im Gespräch mit lokalen Gästen aus den Themen Koordinaten, Welt, Landschaft, Siedlung, Wahrnehmung, Transformation, Intervention in sechs öffentlichen Vortragsabenden an ungewöhnlichen Orten "Denkräume" auf, die zwischen Tatsächlichem und Vision den Blick für das Vertraute neu justierten.

An ein jungendliches Publikum richteten sich Schulworkshops. Angeleitet von einem Münsteraner Künstler und orientiert an den künstlerischen Beiträgen der AZKM Ausstellung haben die Teilnehmer über Wochen ihr jeweiliges Münster-Gefühl erforscht und in einer kreativ-spielerischen Simulation kultureller Produktion aus zuvor angelegten Materialsammlungen in Bildcollagen übersetzt. Diese wurden in der Stadthausgalerie, im Rathausinnenhof präsentiert.

"Does City/Münster matter?", mit Arbeiten von Diana Al-Hadid (USA), Koen van den Broek (BE), Laus Lutz (CH/USA), Lutz&Guggisberg (CH), Martin Kobe (D), Paul Noble (GB), Toby Patterson (GB), Manfred Pernice (D), David Thorpe (GB) und Ina Weber (D) basierte auf einer Idee des Ausstellungskurators Marcus Lütkemeyer und wurde vom Kulturdezernat der Stadt Münster / Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster in Zusammenarbeit mit Rethfeld und Rinke / Marcel Schumacher sowie dem Dezernat für Planung, Bau und Marketing das Projekt initiiert. Die Ausstellung wurde großzügig unterstützt von dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und war Teil von "Kulturgebiet Münster 2010". Das Programm der AZKM 2010 wird unterstützt von dem Freundeskreis der AZKM.

Stadtbrief Münster

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