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Regensburg
Ein Tag im jüdischen Regensburg mit Joseph Opatoshu und Marc Chagall

1933 publiziert der jiddische Schriftsteller Joseph Opatoshu (1886-1954) die Erzählung Ein Tag in Regensburg (A tog in Regensburg) – mit einem Frontispiz von Marc Chagall. Die Erzählung, eine Parabel auf die drohende Nazi-Diktatur, entführt den Leser in das mittelalterliche jüdische Regensburg, in die ehrfürchtige Gläubigkeit jüdischer Gelehrter und frivole Welt jüdischer Spielleute und Sänger. Als historische Grundlage diente Opatoshu die Vertreibung der Juden aus Regensburg im Februar 1519.

In ihrer Einführung stellt die Regensburger Slavistin, Dilthey-Fellow der VolkswagenStiftung und Initiatorin des Projekts, Dr. Sabine Koller Hintergründe zu Buch, Autor und zur Freundschaft zwischen Opatoshu und Chagall vor. Im Anschluss findet eine jiddisch-deutsche Lesung der Erzählung statt. Es lesen: Manuela Dennerlohr (deutsch) und Evita Wiecki (jiddisch). Dank der feinfühligen Begleitung durch den Regensburger Multiinstrumentalisten Heinz Grobmeier und der Choreographin Elisabeth Herrmann findet die temperamentvolle Lesung eine wunderbare musikalisch-tänzerische Ergänzung.

Das Bläserensemble „Heinz Grobmeier Quartett“ (Heinz Grobmeier, Norbert Vollath, Bertl Wenzl, Volker Rinza) spannt im eigens für RUHR 2010 konzipierten Konzert den Bogen von der Renaissance bis zur Moderne. Zeitlose Melodien, expressive Soli, außergewöhnliche Interpretationen von jiddischem Liedgut und avantgardistische Klangbilder verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk. Während des Konzertes wird der ukrainische Maler, Grafiker und Bildhauer Oleg Kuzenko spontan ein Bild entstehen lassen. Die Regensburger Licht- und Videokünstlerin Sabine Baumgartner dokumentiert per Video die Präsentation. Dabei werden künstlerische Details mit kreativer Kameraführung gefilmt und für jedermann gut sichtbar auf Leinwand projiziert.

In der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Duisburg werden außerdem Teile der Ausstellung Ein Tag im jüdischen Regensburg mit Joseph Opatoshu und Marc Chagall gezeigt. Sie verknüpft die Regensburger Stadtgeschichte mit der jiddischen Sprache und Literatur, die Geschicke der jüdischen Gemeinde im 16. Jahrhundert mit dem 20. Jahrhundert. Nicht nur Regensburg hat seinen festen Platz in der jiddischen Literatur, auch das Jiddische hatte im Mittelalter und in der unmittelbaren Nachkriegszeit den seinen in Regensburg.