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28.06.2008

Die Sehnsucht nach Ebene 2 - Kunstprojekt für eine Brücke

Foto: Blick auf Altenhagener Brücke

Foto: Blick auf Altenhagener Brücke

Wie man Menschen zum Mittelpunkt der Kunst, aber auch zu Momenten von großer gesellschaftlicher Intensität macht, hat der in Irland lebende Jochen Gerz wie kein Anderer international gezeigt.

Presseeinladung
Hagen, 10. Juli 2008 11 Uhr

Arbeitsagentur - Körnerstr. 98-100 - 58095 Hagen
(Raum 17.30 - mit Blick durch ein Fenster von Ebene 17 auf Ebene 2)

Als  Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Dietmar Thönnes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur
Milica Reinhart, Hagen und Marjan Verkerk, Amsterdam
Andrea Honickel, Kulturamt der Stadt Hagen
Tina Jerman, EXILE-Kulturkoordination, Essen

Am 10. Juli 2008 ist es soweit: Der erste Pinselstrich am Projekt „Sehnsucht nach Ebene 2“ wird gesetzt. Milica Reinhart, Hagen und Marjan Verkerk, Amsterdam, die beiden Künstlerinnen und Initiatorinnen des Hagener Brückenprojektes starten mit der Umsetzung der Farbskizzen, die sie auf der Grundlage von Erinnerungen von Bewohnerinnen rund um die Altenhagener Brücke entwickelt haben.

Rund drei Jahre haben die Vorbereitungen zu dem Projekt gedauert. Milica Reinhart und Marjan Verkerk haben über 40 Frauen aus dem Stadtteil interviewt und sie ausführlich nach ihrem Leben und den Farben ihrer Erinnerungen befragt. Auf dieser Grundlage entwickelten sie die künstlerische Gesamtgestaltung des Bauwerks, die nun umgesetzt wird.

Die Hochbrücke Ebene 2 - so die offizielle bautechnische Bezeichnung - steht im Mittelpunkt des Konzeptes, das diesem Bauwerk durch Malerei und Lichtkunst eine neue ästhetische Qualität und der Stadt einen sichtbaren interkulturellen Ankerpunkt gibt.

Neben der städtebaulichen Dimension besticht das Konzept von Sehnsucht nach Ebene 2 durch seine modellhafte Verbindung von Kunst, Stadtentwicklung, und Migration. In dem Viertel rund um die Brücke leben Menschen aus 84 Nationen. Als Brückenschlag zwischen den deutschen und migrierten Bevölkerungsgruppen steht es zudem für eine beispielhafte Umgangsweise mit dem drängenden Thema des Dialogs der Kulturen. Diese Bedeutung wurde auch von der Landesregierung anerkannt, so dass das Bauministerium aus Bundessondermitteln „Soziale Stadt“ rund 300.000 € und die Kulturabteilung der Staatskanzlei, die das Projekt in der Entwicklungsphase bereits intensiv begleitete, weitere 50.000 € zusagte, um das Projekt zu realisieren. Die Einbeziehung der Anwohner sowie die vielfältigen künstlerischen Impulse, die die Ebene 2 bereits bislang in die Hagener Kulturlandschaft gebracht hat, waren für die RUHR.2010 GmbH so überzeugend, dass sie das Projekt in die Liste der Kulturhauptstadtprojekte aufgenommen hat. Auch die Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. erkennt die Dimensionen des Projektes in der Entwicklung neuer Strategien zur Intensivierung des Dialogs der Kulturen an, weil das Projekt idealtypisch zu der, auch von der deutschen Bundesregierung im März dieses Jahres ratifizierten, UN-Konvention zur Förderung kultureller Vielfalt passt. Neben diesem Engagement hat vor allem das bürgerschaftliche Eintreten für diese Initiative Aufsehen erregt. Geld- und Sachspenden konnten in namhafter Höhe eingeworben werden. Auch überregionale Aufmerksamkeit hat die Ebene 2 inzwischen auf sich gezogen. Die niederländische Regierung hat - neben einer Reihe von Stiftungen, u.a. die der Sparkassen Hagen und der Fonds Soziokultur - ihre Unterstützung zugesagt. 2007 konnten die Künstlerinnen das Projekt bereits auf einer internationalen Konferenz in Pristina zum Thema Kunst und Stadtentwicklung präsentieren und Istanbul, im Jahr 2010 ebenfalls Kulturhauptstadt, möchte die Ausstellung und Dokumentation des Projektes an den Bosporus einladen.
Das Projekt, das von der Stadt Hagen in Kooperation mit der EXILE-Kulturkoordination/Essen organisiert wird, kann nun, nachdem auch alle technischen Fragen gelöst worden sind und die erste Stufe der Sanierung der Brücke abgeschlossen ist, endlich beginnen. Unterstützt werden die beiden Malerinnen bei der Durchführung von einem internationalen Team von Studierenden und AbsolventInnen verschiedener Kunsthochschulen. Bis zum Frühjahr 2009 - und auch langfristig bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 -werden begleitende Veranstaltungen entscheidende kulturelle Akzente in Hagen setzen. Vor allem im Juli 2010, wenn Hagen als „local heroe“ der Kulturhauptstadt im Mittelpunkt stehen wird, ist die Brücke zentraler Veranstaltungsort. Dann werden Anwohner wie Besucher den Verkehrsraum besetzen und durch künstlerische Aktionen sinnfällige Brücken zwischen den Kulturen schlagen.

Weitere Informationen unter: www.sehnsuchtnachebene2.de