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Bilanz Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010

Kampagnenmotiv RUHR.2010 - Das Finale / Plakat: KNSK Werbeagentur/RUHR.2010Kampagnenmotiv RUHR.2010 - Das Finale / Plakat: KNSK Werbeagentur/RUHR.2010

Kampagnenmotiv RUHR.2010 - Das Finale / Plakat: KNSK Werbeagentur/RUHR.2010

Der Titel geht, die Kulturmetropole Ruhr bleibt - und macht sich auf in die nächste Dekade des "Wandels durch Kultur". Der Abschluss der erfolgreichen Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 bildet den Aufbruch in ein neues Jahrzehnt der Metropolenentwicklung. Zu diesem Anlass möchte das gesamte Presse- und Internet-Team der RUHR.2010 GmbH einen herzlichen Dank aussprechen an alle Medienvertreter, Journalisten, Redakteure, Fotografen, Kameraleute und und und:

Für das Engagement, die Phantasie, die Feinsinnigkeit und die konstruktive Kritik, mit der Sie alle die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 über Jahre hinweg begleitet haben!!!

Hier finden Sie eine Auswahl der Bilanzen zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

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"Positiver Rückblick und Blick nach vorn: Es geht auch nach 2010 weiter. Das Zeugnis der RUHR.2010 GmbH fällt nach fast 6000 Veranstaltungen positiv aus: Die Idee der Kulturhauptstadt ist gelebtes Europa dank der Menschen und für die Menschen", sagt etwa Jose Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Dieser Geist war ein Jahr lang überall im Ruhrgebiet präsent. "Einen "herausragenden Erfolg" attestierten der Kulturhauptstadt auch Staatsminister Bernd Neumann, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie Vertreter aus den Städten und Landkreisen. Auch die Zahlen, die die RUHR.2010 GmbH veröffentlicht hat, können sich sehen lassen: So war der Zuspruch der Bevölkerung groß. Insgesamt 10,5 Millionen Besucher haben die Veranstaltungen der Kulturhauptstadt wahr genommen - nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Akteure. Auch die Zahl der Touristen ist von Januar bis September 2010 mit einem Plus von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen. Bei den ausländischen Besuchern gab im ersten Dreivierteljahr sogar einen Zuwachs von 18,1 Prozent. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr hat am 13. Dezember Entscheidungen für die Nachfolge von RUHR.2010 getroffen. Auf der Grundlage der Eckpunkte zur Umsetzung des Masterplans Kulturmetropole Ruhr wurde die weitere Vorgehensweise beschlossen. Trotz der Finanznöte der Kommunen will der Regionalverband Ruhr (RVR) ab 2012 weiter bis zu 2,4 Mio. Euro jährlich für die künftige Organisation der Kulturmetropole Ruhr zur Verfügung stellen. Mehr als 30 Projekte sollten dauerhaft fortgesetzt werden, etwa die enge Zusammenarbeit der Museen in der Region unter dem Schlagwort "Ruhrkunstmuseen", zu denen auch das Museum Ostwall im Dortmunder U oder das Folkwang Museum in Essen gehören. Oder auch die künstlerische Gestaltung des Rhein-Herne-Kanalufers als "KulturKanal". Die Kultur in der Region - sie knüpft an RUHR.2010 an! Tschüss, RUHR.2010: Es war ein schönes Jahr!"

WAZ / 28.12.2010

"Dass die "Europäische Kulturhauptstadt 2010" ein riesiger Erfolg war, steht außer Frage. 10,5 Millionen Menschen strömten in 5500 Veranstaltungen. Niemand hätte vorherzusagen gewagt, dass das "Still-Leben A 40" drei Millionen Menschen auf die Beine bringen würde. Oder dass wir alle auf die Halden kraxeln würden, um die gelben Schachtzeichen zu sehen. Oder dass wir gemeinsam am "Day of Song" das Steigerlied singen würden. Niemand hätte mit diesem gigantischen Wir-Gefühl gerechnet. Bei aller Sympathie für Europa, bei allem Bemühen um ein neues Image unserer Region: Hier verliebte sich das Ruhrgebiet in sich selbst, und Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt als Geschäftsführer der RUHR.2010 waren dabei die genialen Kuppler. Dazu passten die vielen neuen Ruhrgebiets-Devotionalien. Nicht nur Touristen, auch wir Ureinwohner exportieren demnächst dank der Koffergurte des Kabarettisten Frank Goosen mit dem Aufdruck "Woanders is auch Scheiße" den ganz besonderen Charme des Ruhrgebiets in alle Welt. Wir würzen mit "Grubensalz" oder backen Plätzchen mit Förmchen, die allen Ernstes die Form der Zeche Zollverein haben. Wer ein Fahrrad hat, der kennt den Ruhrtal-Radweg - jetzt mit Kunstwerken, die einem auch mal hinterherpfeifen - oder strampelt sich entlang der Emscher ab. Die Ausstellung "Emscherkunst" hat uns einen verbotenen Raum für den Sonntagsausflug eröffnet, nämlich die Insel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Und wenn wir dann montags wieder Auto fahren und im Stau stehen, sind die Lärmschutzwände entlang der A 40 wenigstens schön bunt. Auch neue Allianzen hat die Kulturhauptstadt geschmiedet. Warum musste eigentlich die RUHR.2010 kommen, damit 20 "RuhrKunstMuseen" mal ein Ausstellungsprojekt wie "Mapping the Region" (ja, der Titel war blöd, die Ausstellungen aber toll) zusammen zeigen? Warum hat es so lange gedauert, bis die Schauspielhäuser gemeinsam die Odyssee erzählt haben? Die Antwort heißt ganz einfach - Geld. Die Kulturhauptstadt, deren Etat 61,5 Millionen Euro betrug, hat uns neue Möglichkeiten entdecken lassen. So groß wie ihr Erfolg, ist nun die Gefahr, dass dieses Jahr nur eine Seifenblase war, eine schillernde Fata Morgana des Möglichen. Schon jetzt deutet sich an, dass die neuen Museen zu wenig Geld haben, Bühnen und Büchereien gefährdeter sind denn je. Kultur kann der Klebstoff sein, der unsere 53 Städte und Gemeinden zusammenhält. Die Chance ist da, wir müssen sie nur nutzen."

Ruhr Nachrichten, Bettina Jäger / 17.12.2010

"Mein Bild von der Kulturhauptstadt ist weiß. Schneeweiß. Es war ein imposantes Szenario, das sich am 9. Januar bei der Eröffnung der Kulturhauptstadt auf dem Gelände der Kokerei Zollverein in Essen bot. Mit tausenden Lichtern und Künstlern, die das Gelände bespielten. Märchenhaft schön, trotz Schneegestöber und eisiger Kälte in der Nacht. Jungfräulich war der Schnee, wie das Jahr, auf das wir uns so lange gefreut hatten. Wie eine weiße Tischdecke lag der Schnee über Rost und Pflaster. Es war angerichtet. An den folgenden 356 Tagen wurde Kultur serviert, und man musste nur zugreifen. Für jeden war etwas dabei: Es gab Hochkultur und noch viel mehr Alltags- und Mitmachkultur. Vielleicht war die Schneelandschaft deshalb so eindrucksvoll, weil jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Am 9. Januar nachts auf dem Kokerei-Gelände war der Moment, bei dem klar wurde: Jetzt ist es so weit: Wir sind Kulturhauptstadt. Und das kann schön werden. Weil Kultur überrascht, und weil schon am 9. Januar deutlich wurde, dass in den Menschen hier viel Kreativität steckt. Und noch mehr Neugierde und Begeisterungsfähigkeit. Nach und nach reicherte sich das weiße Bild mit Farben an - bis zum kunterbunten Still-Leben im Juli. Eine Woche später war es dann tiefschwarz und hellte sich nur langsam wieder auf. Die Überraschungsmomente, Programmpunkte, die Bürger mitgestaltet haben, sind mir am stärksten in Erinnerung geblieben. Als beim Musical "Die zehn Gebote" 2500 Sänger die Westfalenhalle mit Klang und noch mehr Freude gefüllt haben. Als ich beim "Day of Song" in Dortmund mit allen im Chor "Glück auf, der Steiger kommt" gesungen habe und abends in der Schalke-Arena Teil des Riesenchors von Steven Sloane war. Das waren Glücksmomente, die nachklingen. Stolz hat das Jahr gemacht und selbstbewusst. Wir im Revier können was, und wir haben etwas vorzuzeigen. Wir haben aus Industriebauten Museen wie das Dortmunder U gemacht, die sonst keiner hat. Und die Menschen hier sind so kreativ, dass sie auf einer zwei Meter mal 50 Zentimeter großen Holzplatte Theater spielen können. Auf der Autobahn. Oder sie lesen in einem Zug Gedichte vor. Und wir haben tolle Orchester, Chöre und Musiker, wunderbare Konzerthäuser und Theater. Zusammen mehr als die meisten Millionenstädte. Mahlers "Sinfonie der 1000", die Musiker aus allen Revierorchestern zusammen gespielt haben, war wieder so ein besonderer Moment, wo man stolz war, was die Metropole Ruhr aus eigener Kraft schaffen kann. Nur der Dirigent, Lorin Maazel, musste dafür eingeflogen werden. Alle anderen aus diesem Riesen-Ensemble machen hier immer Musik. Auch 2011. Neben Kreativität war die Neugier der Menschen ein Motor, der die Kulturhauptstadt in Bewegung gehalten hat und der mich fasziniert hat. Drei Millionen waren neugierig, was die anderen auf der A 40 den ganzen Tag so treiben. Und strömten auf die Autobahn. Sie waren neugierig, wie die "Istanbul-Sinfonie" von Fazil Say klingt und feierten begeistert die Uraufführung im Dortmunder Konzerthaus, die auch einer der großen Momente des Jahres war. Sie waren neugierig auf Hans Werner Henzes Oper "Gisela" und wie Ruhrhochdeutsch klingt und das historische Spiegelzelt vorm Dortmunder U von innen aussieht. Und kamen oft wieder. Sie waren neugierig zu sehen, wie sich die Orte, an denen früher Zechen standen, verwandelt haben und feierten Volksfeste unter den SchachtZeichen. All das mit ansteckender Freude und ehrlicher Begeisterungsfähigkeit."

Ruhr Nachrichten, Julia Gaß / 17.12.2010

"Auch nach dem Ende des Kulturhauptstadt-Jahres ist die Fortführung wichtiger Projekte im Ruhrgebiet dauerhaft gesichert. Das Land Nordrhein-Westfalen werde sich wie der Regionalverband Ruhr (RVR) ebenfalls mit 2,4 Millionen Euro an der Finanzierung von Folgeprojekten beteiligen, sagte Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) der dpa in Düsseldorf. Zugleich sagte Schäfer, sie gehe davon aus, "dass der Bund sich auch noch mal engagiert", so Schäfer. […] Der Imagewandel des Ruhrgebiets ist nach Ansicht Schäfers durch die Kulturhauptstadt gelungen."

Die Welt / 17.12.2010

"Mit einem Finale an vier Orten zugleich geht das Kulturhauptstadtjahr am 18. Dezember offiziell zu Ende. Ein passender Abschied für die Metropole Ruhr mit ihren 53 Städten. Sie war mit dem Anspruch angetreten, eine "Kulturhauptstadt für alle" zu sein. Die Bilanz der Kulturhauptstadt ist beeindruckend: Rund 10,5 Millionen Menschen haben insgesamt 5.500 Veranstaltungen besucht, unter ihnen viele Touristen aus dem In- und Ausland. Deren Zahl stieg um 13,4 % gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Damit sei ein herausragender Erfolg gelungen, freute sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Sein Haus hat die Kulturhauptstadt als wichtigster Förderer mit 19 Millionen Euro unterstützt. Weitere zehn Millionen Euro investierte es in das Programm "Jedem Kind ein Instrument", das im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms auf die ganze Region Ruhr ausgedehnt wurde. Unter den geförderten Projekten waren Highlights wie die größte Städtepartnerschaft der Welt TWINS, die 53 Städte der Metropole Ruhr mit ihren mehr als 200 Partnerstädten in ganz Europa verband. Andere Gemeinschaftsprojekte der Städte an Rhein und Ruhr waren die Allianz der zwanzig RuhrKunstMuseen, das "Theater der Welt" oder das Henze-Projekt mit allein über 200 Veranstaltungen. Großprojekte wie !SING - DAY OF SONG begeisterten nicht nur die Menschen aus der Region, sondern Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Auch sie konnten mit Bundesmitteln realisiert werden. Das breit gefächerte Programm bot für jeden etwas. Ein Drittel der Veranstaltungen wandten sich an Kinder und Jugendliche. Ein Höhepunkt war hier die Aufführung von Hans Werner Henzes Oper "Gisela" mit und für junge Menschen. Andere, wie zum Beispiel die zeitgenössische Neuerzählung der Odyssee, waren eher etwas für versierte Kulturfans. Ein Teil der Projekte machte Menschen egal welchen Alters oder Herkunft selbst zu Akteuren. Dazu gehörte etwa "SchachtZeichen", eine 4.000 Quadratmeter große Kunstinstallation, an der alle mitwirken konnten. Durch die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger habe die Kulturhauptstadt - so die Veranstalter - eine Identifikation mit der Kulturmetropole bewirkt. RUHR.2010 habe bewiesen, wie Netzwerke neuen Denkens und Handelns in Kunstproduktionen und Kulturvermittlung funktionieren könnten, erklärten sie."

bundesregierung.de / 16.12.2010

"Mix aus Unterhaltungs- und Hochkultur"

Luxemburger Wort / 15.12.2010

"Die Schachtzeichen oder das Stillleben auf der A 40 gehörten dabei zu den Highlights des Programms, doch speziell die freischaffende Künstlerszene lässt das vergangene Jahr mit gemischten Gefühlen Revue passieren. "Wir waren neugierig darauf zu erfahren, was sich verändern wird. Leider wurde die freie Szene von Anfang an nicht berücksichtigt", schildern Anne und Dr. Reinhard Cebulla von der Kunstwerkstatt am Wattenscheider Hellweg im Gespräch mit der WAZ ihre Erfahrungen bezüglich der Kulturhauptstadt Europas. Es sei direkt deutlich geworden, dass das große kreative Potenzial aus organisatorischen und pekuniären Gründen nicht ausgeschöpft werden könne. "Die geringen Finanzmittel werden in Großprojekten kanalisiert. Dadurch gehen zwangsläufig zahlreiche Initiativen von vornherein den Bach herunter", sieht Reinhard Cebulla die Zukunft der freischaffenden Bühnen allgemein gefährdet. "Vor allem auch deshalb, weil bislang unabhängig von Geldfragen kein Dialog zwischen der Politik und der freischaffenden Szene stattfand", ergänzt seine Ehefrau Anne. Trotzdem wollen die beiden nicht das negative Element in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung stellen. So hätte die Kulturhauptstadt alles in allem zu einem neuen Selbstverständnis geführt, und die Identifikation mit dem Ruhrgebiet sei erkennbar gewachsen."

Der Westen Online / 15.12.2010

"Die langlebige, kostspielige und durchaus gelungene Revier-Werbekampagne "Ein starkes Stück Deutschland", die in den 80erund 90er-Jahren die Anzeigenseiten der Republik pflasterte, war am Ende doch ein Megaflop. Bis zuletzt flogen in den Köpfen der Menschen jenseits des Ruhrgebiets eben dort immer noch die Briketts durch die Luft. In dieser Hinsicht war die Kulturhauptstadt erfolgreicher: Ihr ist "der Imagewandel gelungen", bestätigt auch Ute Schäfer als NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, sie habe aber auch einen "Mentalitätswandel" im Inneren des Reviers bewirkt. Ob das wirklich so ist, muss sich in den nächsten Jahren erweisen. Selbst Oliver Scheytt, oberster Kulturhauptstadt- Organisator neben Fritz Pleitgen, ist sich da nicht so sicher, im Gegenteil: Man habe mit der Kulturhauptstadt zwar "Bilder, Bauten und Bewusstsein" geschaffen. Doch Ruhrgebiet brauche den Druck eines neuen Groß-Projekts, um weiter zusammenzuhalten, sagte Scheytt, der am Dienstagabend auf einem kulturpolitischen Podium im Mülheimer Ringlokschuppen mit Ministerin Schäfer und Kultur-Experten zusammentraf. Der Österreicher Gottfried Wagner etwa hat als Mitglied der entscheidenden EU-Jury schon viele Kulturhauptstädte kommen und gehen sehen. Von RUHR.2010 aber spricht der Mann, der heute Ministerialrat in Wien ist, mit "Respekt und Hochachtung": Noch nie, so Wagner, sei ein derart komplexes Kulturhauptstadt-Projekt gestemmt worden, mit 53 Städten und Gemeinden." Und doch spart Wagner nicht mit Kritik: Die Rolle der Kulturwirtschaft im Revier sei im Programm, allen Ankündigungen zum Trotz, nicht sichtbar geworden - symptomatisch zu erkennen an der bis zuletzt verzögerten Fertigstellung des Dortmunder U-Turms. Auch die multikulturelle Vielfalt des Reviers, attestierte Wagner, sei jenseits von "Alibi-Projekten wie dem Melez-Zug" nicht ausreichend ausgeschöpft worden. Generell habe dem Jahr "künstlerische Radikalität in der Programmierung" gefehlt. Es sei "ein großes Fest" gewesen, stimmte Ulrich Deuter vom Kulturmagazin K.West zu, "aber entscheidende Probleme der Region sind nicht angegangen worden". Wie er sah das Podium den viel strapazierten Begriff der Metropole fast durchweg kritisch (bis Oliver Scheytt einlenkte: "Na gut, ich brauche die "Metropole" nicht, wenn es endlich überall "Ruhr" heißt"). Gottfried Wagner erinnerte gar daran, "dass Metropolen Exzellenz brauchen, Investitionen in freien Geist." Und nicht zuletzt "ein städtebauliches, universitäres, geistiges Zentrum". So sehr dürfte die Metropolen-Sehnsucht im Revier allerdings denn doch nicht ausgeprägt sein."

WAZ / 16.12.2010

"Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 hat die Menschen im Ruhrgebiet stärker zusammengeschweißt. Davon ist die Mehrheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen überzeugt. Zudem bewerten sie das Veranstaltungsprogramm von RUHR.2010 sehr positiv. Zu diesem Ergebnis kommt Infratest dimap im Auftrag des WDR. Laut Umfrage haben 81 Prozent der Menschen in NRW von RUHR.2010 gehört, bundesweit ist die Kulturhauptstadt 58 Prozent der Menschen ein Begriff. 73 Prozent derjenigen Nordrhein-Westfalen, die RUHR.2010 kennen, hat das Programm gut beziehungsweise sehr gut gefallen (bundesweit 54 Prozent). Von denen, die tatsächlich einige oder viele RUHR.2010-Veranstaltungen besucht haben, beurteilen 89 Prozent das Programm positiv. Als Höhepunkt der Kulturhauptstadt nannten die Befragten am häufigsten das Still-Leben auf der A40. Für die Umfrage hat Infratest NRW-weit 1001 Menschen sowie bundesweit 1004 Menschen ab 18 Jahren telefonisch befragt."

idr / 13.12.2010

"400 Millionen Euro wenden die Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets im Jahr für ihre kulturelle Infrastruktur auf, für Theater, Museen, Konzerthäuser, Büchereien und vieles mehr. Es ist ja diese wahrlich vorzeigbare Kulturmacht an der Ruhr, die durch das Programm des Kulturhauptstadtjahrs im verdienten Rampenlicht stehen sollte. Sogar die Scheinwerfer dazu hat das Revier selbst gebaut. Dazu musste kein x-beliebiger Festival-Intendant eingeflogen werden, keine Heerschar handlungsreisender Künstler. Jetzt hat es die Region selbst in der Hand, dafür zu sorgen, dass die Scheinwerfer nicht ausgehen. Die Bürgermeister im Regionalverband Ruhr haben signalisiert, die gemeinsame Umlage von bis zu 2,4 Millionen Euro weiter beizusteuern; die Landesregierung ist offenbar bereit, diesen Betrag ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Geld, von dem so viel wie möglich den Künstlern und der Kulturszene zufließen sollte. Denn ohne sie gibt es kein Programm - und Kulturverwaltung hat das Ruhrgebiet genug. Aber nicht sie hat städteübergreifende Gemeinschaftsprojekte mit internationaler Strahlkraft hinbekommen, sondern die Kulturhauptstadt. Insofern wohnt dem Vorschlag, die künftigen revierweiten Kulturprojekte von der bereits bestehenden Ruhr Kultur GmbH organisieren zu lassen, einiger Charme inne: Eine Gesellschaft, an der Land, Region und Wirtschaft bereits beteiligt sind, mit Erfahrung in Programmarbeit und Organisation. Sie müsste nur mit ein wenig Ruhr.2010-Erfahrung verstärkt werden - für jene 33 Projekte, deren Weiterführung der Aufsichtsrat der Ruhr.2010 GmbH empfohlen hat: für Gemeinschaftsausstellungen der Ruhrkunstmuseen und der Künstlerbünde etwa, die Bespielung des (Rhein-Herne-)Kulturkanals, das Melez-Festival oder ein Netzwerk Geschichtsliteratur. Ohne solche Projekte und ihre Bündelung wird das Erbe der Kulturhauptstadt zerbröseln."

WAZ, Jens Dirksen / 13.12.2010

"Erstmals in der Geschichte der Kulturhauptstädte hat eine ganze Region sich dieser Herausforderung stellen dürfen. Über zehn Millionen Besucher haben im vergangenen Jahr 5500 Veranstaltungen in den 53 Städten und Gemeinden besucht. Das ist ein Rekord in der Geschichte der Kulturhauptstädte. Doch mit Rekorden wollen die beiden Geschäftsführer Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt nicht prahlen - vor allem weil über dem Ereignis der dunkle Schatten der Loveparade mit 21 Toten liegt. Weil Pleitgen seine Erfolge dennoch gerne einer Öffentlichkeit präsentieren möchte, bittet er die Bürgermeister der Städte, ihr Fazit zu ziehen: "Was hat die Kulturhauptstadt gebracht?" Die Kommunalpolitiker üben keine Manöverkritik, sondern loben die Arbeit der RUHR.2010: Von positivem Wandel ist da die Rede, von Identitätsstiftung, von Nachhaltigkeit, von neuem Wir-Gefühl und Stärkung des regionalen Denkens. Diese Urteile spiegeln eins zu eins die Ziele der Kulturhauptstadtmacher. […] während der 365 Tage Kulturhauptstadt gab es so gut wie keine Zwietracht. Das ist neu in der Reviergeschichte, in der das Denken der Stadtoberhäupter allzu oft nur um den eigenen Kirchturm kreiste. Vielmehr zeigt das Lob aus den Städten, dass der Plan der beiden Direktoren aufgegangen ist, das ganze Ruhrgebiet einzubinden. Der einfache wie geniale Trick, den sie anwendeten, hieß "Local heroes". Eine Woche lang durfte jede Kommune die Hauptrolle spielen - und dafür ein eigenes Programm entwickeln. Manche engagierten dafür Stars von außerhalb, andere bündelten ihre eigenen Kräfte. Kulturhauptstadt von unten könnte man das nennen, denn die "Local heroes" entzogen sich Pleitgens und Scheytts Programm-Kontrolle. Da viele der lokalen Projekte im beschaulich Kleinen stecken blieben, waren sie auch in den Medien kaum vertreten. […] Doch es war von Anfang an nicht das Anliegen der Organisatoren, eine Kulturhauptstadt der Hochkultur zu sein. Es sollte keine Mischung aus Bayreuther Festspielen, Wiener Festwochen und Kasseler Documenta werden. Zwei Ziele standen ganz oben auf der Agenda der Organisatoren. Erstens: Der Imagewandel des Ruhrgebiets. Denn auch Jahre nach dem Zechensterben wird die Region zwischen Haltern und Ennepetal, Moers und Hamm klischeehaft wahrgenommen. Als ob hier immer noch zum Frühstück "Kohle gegessen" würde, wie der Bochumer Kabarettist Frank Goosen in seinem jüngsten Buch schreibt. Die zweite Herausforderung war, den 5,3 Millionen Menschen eine (neue) Ruhrgebiets-Identität zu stiften. "Das hat wunderbar funktioniert", sagt Andreas Bomheuer, Kulturdezernent der Stadt Essen. Auch wenn es am Anfang schwierig war - spätestens mit den "SchachtZeichen" und der A-40-Sperrung ging ein Ruck durch die Region. Die Veränderung in der Wahrnehmung der regionalen Identität sei jetzt spürbar, sagt Bomheuer. Die Kulturhauptstadt habe der Region Selbstbewusstsein gegeben. Und noch etwas sei passiert: "Jetzt weiß jeder, dass wir im Revier nach dem Montan- und Kommunikationszeitalter im Kulturzeitalter angekommen sind." Ob das allerdings die Politiker der bankrotten Städte auch noch nach 2010 wissen wollen, wird sich bald zeigen. So wurden die Theater in Moers und Oberhausen 2010 nicht geschlossen, weil der Druck gegen solche Entscheidungen im Jahr der Kulturhauptstadt gewaltig war. Die Frage, die am Ende des Kulturhauptstadtjahres also gestellt werden muss, lautet: Wie nachhaltig wirkt die Kulturhauptstadt? Was geschieht ab 2011? Wird das Ruhrgebiet dann wieder von der nationalen und internationalen Kulturlandkarte verschwinden? […] Falls die Kulturmetropole Ruhr zustande käme, hätte sie eine schwierige Aufgabe. Denn sie darf ihre Mittel nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilen, sondern muss Qualität fordern und fördern, um die Standards im Ruhrgebiet zu heben. Denn trotz einer Vielzahl von Institutionen finden nur wenige Aufmerksamkeit und Anerkennung über die Region hinaus. Das hat auch die Kulturhauptstadt 2010 gezeigt. Das Aalto-Theater, das Museum Folkwang, Chorwerk Ruhr, die Ruhrtriennale und das Museum Quadrat Bottrop gehören zu den wenigen Vorzeigeinstituten der Region. Die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 hat also zweifellos Steinchen ins Rollen gebracht. Sie hat das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen gestärkt, sie hat die Kooperationsfähigkeit der Kommunen und der Institutionen befördert. Wenn sie jetzt noch eine Qualitätsdebatte auslöst, dann wird das Ruhrgebiet in Zukunft auch ohne den Titel Kulturhauptstadt leuchten."

Welt am Sonntag, Christiane Hoffmans / 12.12.2010

"Ist der Oberhausener Gasometer der Big Ben des Ruhrgebiets, die Essener Zeche Zollverein der Eiffelturm des Reviers? Derart schiefe Vergleiche entstehen nur in der Provinz. So ließe sich spötteln. Doch in dem verqueren Brückenschlag von der Industriebrache zur Weltmetropole steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. "RUHR.2010" hat das Ruhrgebiet neu kartiert, weil es die großen, alten Industriebauten wie Landmarken in der kollektiven Identität verankert hat. Und weil es rund um diese Monumente herum Energieströmen den freien Weg gebahnt hat, die sich aus den Rohstoffen der Zukunft speisen: Wissen, Kommunikation, Kooperation. Mit dem Vorstellungsraum hat sich auch der Aktionsraum spürbar erweitert. Jetzt muss es darum gehen, nicht in die wohlige Umarmung der Gewohnheit zurückzusinken, sondern den gesteigerten Bewegungsrhythmus eines außergewöhnlichen Jahres beizubehalten. Mut machen dafür die Menschen, die einfach mitgemacht haben. Sie haben gelernt, dass ein Raum nur dann Metropole wird, wenn seine Bewohner eine gemeinsame Zukunft gestalten."

Rheiderland, Stefan Lüddemann / 11.12.2010

"Die Zeit tut das, was sie manchmal so unangenehm macht: Sie vergeht. Auch das Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr neigt sich seinem Ende zu. Man möchte es nicht glauben, denn dieses Jahr war weitaus länger als andere. Es war dichter, lebendiger, bunter. Wer den Kulturhauptstadt-Erlebnisführer durchblätterte, musste melancholisch werden, weil er nur ein Leben hatte, nur zwei Augen und Ohren. Bald geht es nun ans Aufräumen und Bilanzieren. Nicht zuletzt werden unzählige Ruhris an ihr ganz persönliches Erlebnis denken, an das Stillleben am langen Tisch oder das Sängerfest auf Schalke, eine Ausstellung, ein Konzert oder die "Night Prayer" der Weltreligionen. Vielleicht haben sie sogar das irritierende Gefühl, nicht mehr genau dieselben zu sein, die sie vorher waren. "Auftauchen an einem anderen Ort", so hat August Macke einmal Kunst und Kultur definiert. Dieses Jahr hat gezeigt und zeigt noch immer, dass sich der Lebensraum zwischen Emscher und Ruhr mit jeder Kulturlandschaft der Erde messen darf. Er ist Kompressor großer Gegensätze, aus deren Spannung - wie in einem geladenen Akku - Wirkungen entstehen. Er liegt nicht nur im Herzen Europas, sondern könnte dessen Herz werden, nicht als poetische Metapher, sondern als das, was ein Herz nun mal ist: Werkzeug, Maschine, Umschlagsplatz und Verknüpfungspunkt, pulsierender Binnenhafen und "Tor zur Welt", Labor für Zukunft und Schmelztiegel ungezählter Nachbarschaften, in denen zusammenwächst, was zusammengehört. Aber Vorsicht! Es gehört zum Charakter der Leute dieses Raumes, dass sie sich kein tümelndes Gruppen-Gefühl aufschwatzen lassen, schon gar nicht von Marketingstrategen, die immer nach dem "branding" suchen. Ein Brandzeichen mag für amerikanische Rinderherden sinnvoll sein. Eine Region mit höchst unterschiedlichen Milieus und Ungleichzeitigkeiten auf so engem Raum wäre damit weit unter Wert behandelt. Ich will ein großes Dankeschön sagen. An die unzähligen Ausdenker und Mitmacher, die Kreativen und die Verwalter, die leidenschaftlichen Kämpfer und die stillen Genießer, die Heizer, Bremser und Trittbrettfahrer. Dank gebührt den Glückspilzen, die ein günstiger Aufwind trug, aber auch den Leidtragenden, deren vielleicht grandiose Idee an philiströsen Bedenken scheiterte oder an der verfluchten Endlichkeit des Geldes. Dank gebührt schließlich den "unsinkbaren Zwei", Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt, die all dies gegen die Schwer- und Fliehkräfte in einem mehrjährigen Marathon herbeigewollt haben. Es muss jemanden geben, der einem solchen Multiplex-Ereignis Gesicht und Stimme gibt, und oft genug heißt das wohl: den Kopf hinhalten. Das hat Fritz Pleitgen auch getan, wenn es schwierig war. Dank gebührt nicht zuletzt auch den Journalisten, Redakteuren, Fotografen, die Überblick schufen, neugierig machten und in ihren Zeitungen, Radio- und Fernsehprogrammen oder im Internet die Chronologie der Ereignisse mitschrieben. In jedem echten Kunstwerk (und unechte gibt es nicht) stecken zwei, drei weitere. Auch in diesem Jahr mit Überlänge steckt noch manches, was sich erst nach und nach zeigen wird. Wie geht's weiter? - Schau'n wir mal!"

WAZ, Bodo Hombach / 11.12.2010

"Es war das Wichtigste, dass alle an einem Strang zogen. […] Auf dieses Jahr habe ich mich lange gefreut und viele Erwartungen hinein projiziert. Manche Erwartungen sind übertroffen worden. Wunderbar hat das mit der A 40 funktioniert, und beim Day of Song sind wir groß dabei gewesen. Ich glaube, dass die großen Dinge, an denen niemand vorbeikommt, etwas bewirkt haben. 100 Prozent der Menschen müssten wissen, was das Ruhrgebiet gemacht hat, es ist ja so viel passiert. Ich bin sicher, dass es mindestens 70 Prozent sind, ich wünschte, dass es 95 Prozent wären. […] Es haben sich Kontakte ergeben und Zirkel formiert, die es ermöglichen, die Kulturlandschaft zu erweitern. Die städtischen haben mit anderen Organisationen zusammengearbeitet, mit freien Künstlerverbänden, Glaubensgemeinschaften und Institutionen und das wird so bleiben. Es gibt Folgevereinbarungen. Anfang nächsten Jahres wird es dazu Workshops geben. Auf keinen Fall gibt es den Schnitt und das war's. Es war doch so schön. […] Es ist ein großer Schritt gelungen. Die Theater haben sich gefunden, die Galerien arbeiten enger zusammen. Es gibt neue Herausforderungen, die spannend sind. Man erkennt, dass die Kreativwirtschaft in der Region etwas Wichtiges ist. […] Wir werden nicht in dieser Intensität weiter machen. Es ist nicht jedes Jahr Kulturhauptstadt. Aber ich bin sicher, dass Etliches bleibt."

Volker Buchloh, Kulturhauptstadt-Beauftragter der Stadt Oberhausen. In: WAZ / 11.12.2010

"Die weißen Fahnen mit dem bunten Ruhr.2010-Logo, die sich durch das Stadtgebiet von Essen an Fassaden, Straßenmasten und öffentlichen Verkehrsmitteln ziehen, sind schon etwas verblasst und ergraut. Das Kulturhauptstadtjahr geht dem Ende zu. Doch nicht nur in Essen - auch in Oberhausen, Duisburg, Bochum und Dortmund wirbt man ein letztes Mal mit Sprüchen wie "Auch 2010 wird hier noch mit den Händen gearbeitet. Von Pianisten, Malern und Bildhauern". […] Das Zentrum dieses Selbstbewusstseins ist Essen mit dem Unesco-Welterbe Zollverein, wo im neuen Ruhr Museum die gesamte Kulturgeschichte Gebietes zu sehen ist. Wer ihren Spuren und der "wildschönen Industrienatur", von der tatsächlich eine eigene Faszination ausgeht, lieber live folgen möchte, begibt sich per Auto oder Fahrrad auf die ausgeschilderte "Route der Industriedenkmäler", ein rund 400 Kilometer langer Rundkurs durchs Ruhrgebiet. Von Essen nach Dortmund, dem Ankerpunkt des östlichen Ruhrgebietes, dauert es mit der Bahn eine halbe Stunde. Im aufwändig restaurierten Dortmunder U, einem ehemaligen Industriegebäude der Union-Brauerei, verweist eine weithin sichtbare Medienfassade auf den neuen Nutzungsmix aus Kunst, Medien und Kreativwirtschaft. Es ist eines der in der gesamten Region zahlreich geplanten "Kreativ.Quartiere", ein weiterer Schritt im Strukturwandel, der, so scheint es, noch weit über das Kulturhauptstadtjahr hinaus um sich greifen wird."

Der Standard / 11.12.2010

"2010 - das Jahr, in dem das Unmögliche Wirklichkeit wurde: […] RUHR.2010 geht zu Ende; ein Wahnsinnsjahr. Der Organisator der Kulturhauptstadt Linz hatte geunkt: Das geht ganich. Kulturhauptstadt geht im Prinzip und sowieso nicht, aber 53 Städte: gaanich. Und dann ging die Kulturhauptstadt nicht, sie flog wie ein Vogel. Zum Beispiel in Bönen. Leute, die über Lichtkunst nicht mehr wussten als, sagen wir: Sie und ich, holten Künstler in ihre Wohnzimmer, Dielen und Garagen, öffneten einen Frühling lang fremden Menschen ihre Tür und zeigten, was der Künstler ihnen übers Sofa montiert hatte. Fantastisch. Oder die "Odyssee", diese Reise von einem Theater zum nächsten, sechs Stücke an zwei Tagen; ein Wahnsinn besonderer Art, mit Stullenpaket zum Durchhalten. Oder die gelben SchachtZeichen, die ächzten in Windböen mitten im Mai, aber die Besucher radelten in Scharen hin, aßen Bratwurst und lernten etwas über unsere Vergangenheit, den Bergbau. Oder Mahlers Symphonie der tausend Musiker, die einen Sturm andrer Art entfachte, oder der Day of Song, bei dem die Menschen in den Straßen sangen. Und alle die neuen Museen: das Ruhr Museum, an dessen rotorangener Rolltreppe sie am Wochenende Schlange stehen; Folkwang, wo sie immer Schlange stehen und Hagens Emil Schumacher Museum, wo sie leider noch nicht so richtig Schlange stehen. Von der A 40 wollen wir gar nicht reden, dem meistgehassten Projekt 2010, das die Gegner nachher lieber gar nicht mehr erwähnten, denn es gab nur, nur Gutes zu erzählen: dass alle fröhlich waren, und nix mit: nur Picknick machen und Bierdosen schwenken; manche sangen, manche tanzten; manche verschenkten Gedichte. In meiner Küche hängt jetzt "Die letzte Kornblume" von Klabund. Und dann gab es die kleinen selbstgemachten Erlebnisse die Samstagnachmittagradfahrt über die Emscherinsel, vorbei an putzigen und sinnreichen Skulpturen. Das mittelalterliche Osterspiel im Essener Münster, Wiegenlieder in der Mercatorhalle, Dönerfestival in Marxloh; und die wilden Slam-Poeten. Wo anfangen und wo aufhören? Dann kam die Loveparade. Und für einen langen Moment stand alles still; Tod und Schuld brachen furchtbar in unser Fest. Wir standen verstört und trauerten; und kehrten ins Leben zurück, wie immer, wenn nach einer Katastrophe die Welt noch steht und die Sonne aufgeht. Es ging weiter, es muss weitergehen. Denn die Kulturhauptstadt, die als buntes Vergnügen kam, wollte Tiefernstes: Veränderung. Und da hat etwas angefangen, in Witten auf dem Hohenstein hört man Familien schwäbisch den Ausblick loben, am Dortmunder Hauptbahnhof kämpfen Paare mit dem Stadtplan und auf Zollverein packen Frauen ihre Männer resolut am Ärmel: Boah ey, samma, hier bisse onnonich gewesen, watt?" 2010 haben wir das Ruhrgebiet kennengelernt, auch die Ecken, die unsere Mutter nie zu sehen gekriegt hat. Wir haben begriffen, dass wir zusammengehören und dass es schön ist bei uns, auch wenn Gelsenkirchen keine pittoreske Altstadt hat und Wanne-Eickel keine verträumten Brücken. Aber das Ruhrgebiet hat seine eigene Romantik: rostigrote Industriekultur, Relikte der Arbeit, die es hier nicht mehr gibt; zum Staunen schön. Und jetzt? Muss aus der Kulturhauptstadt etwas werden, das uns weiterbringt. Da sind Politiker und Museumsdirektoren gefragt! Aber nicht nur die; Solidarität kann jeder, und Dabeisein auch. Wer noch nie im Museum war und nicht weiß, was er da soll: muss es einfach mal probieren. Wer in Bochum ins Schauspielhaus geht und keine Ahnung hat, was für tolles Theater in Mülheim gemacht wird - muss es probieren! Wenn das gelingt, sind wir einen Schritt weiter: Denn Kunst macht glücklich. Mehr geht nicht. Gaanich."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 10.12.2010

"Sie haben vieles richtig gemacht im Leitungsteam der Kulturhauptstadt. Sie haben große Ereignisse geschaffen, die Millionen verbanden, wie das Massenpicknick auf der Autobahn. Und sie haben leise Begegnungen mit großer Kunst ermöglicht wie bei der Lichtkunst-Biennale. Sie haben neue Bilder vom Ruhrgebiet um die Welt geschickt und damit die Welt ins Revier gelockt. Sie konnten nicht alle zufrieden stellen. Aber der Erfolg dieses Jahres übertrifft tatsächlich die Erwartungen. Wer hätte gedacht, dass die Kultur die Menschen so mitnehmen kann? Manchmal lag es daran, dass es sich nicht so sehr wie Kultur anfühlte - ein Straßenfest bleibt auch unter dem "SchachtZeichen" eine Angelegenheit von Bier und Bratwurst. Aber auch eine vermeintlich so esoterische Angelegenheit wie Lichtkunst bewegte viele Menschen. Vor allem aber sorgte das Programm für ein Gefühl von Zuhause. Man war gerne dabei, und plötzlich schrumpften die Kirchtürme. Ob das schon die Metropole ist? Jedenfalls sprachen auch die Kulturmacher miteinander. Man stimmte sich ab. Das war gut so, und alle profitierten davon. Es ist darum auch richtig, diesen Austausch fortzuführen. Gleich kamen Bedenken auf, wurde vor einer neuen Bürokratie gewarnt, die knappes Kulturgeld verbraucht. Und wieder fanden Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt einen klugen Zug, indem sie keine Neugründung vorschlagen, sondern die bestehende Kultur Ruhr aufwerten wollen. Ein bisschen Zentralismus kann ja nutzen, wie wir gerade gesehen haben."

Westfälischer Anzeiger, Ralf Stiftel / 10.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr 2010 ist fast zu Ende. Und? Es werden weiterhin mehr Menschen nach Mallorca reisen als nach Castrop-Rauxel; nicht alle Blütenträume, vor allem der "freien" Szene, sind im Krisenjahr wahr geworden; und zwischen Hünxe und Hamm liegt immer noch viel Provinz und nicht Manhattan. Aber: 2010 hat der Ruhr-Seele gut getan. Zwar haben vor allem die großen Städte profitiert, wo die großen "Events" gefeiert wurden und die Leuchttürme vom Gasometer über Folkwang bis zu Zollverein gestrahlt haben wie die Sonne über Katar. Aber auch durch viele der 50 lokalen Heldenstädte ist manch frischer Wind gefegt. Viele haben mit Phantasie, aber schön auf dem Teppich, ihre Chance genutzt, ihr Image verbessert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Ja, es gab ein paar Kopfgeburten, manch gute Idee ist ein Unprojekt geblieben, und manchen Versuch, Kreativität herbeizuschwätzen oder herbeizuplanen, hätte man sich ersparen können; aber insgesamt hat der Mix aus Spitzenkunst und Breitenkultur ganz gut gegen die Depression im Krisenjahr gewirkt. Wer nicht nur auf Spektakel wartete, sondern mitmachte, wer die "SchachtZeichen" besuchte oder beim Day of Song mitsang, hat eine lebendige, heitere, sympathische Kulturhauptstadt erlebt. Und das A-40-Stillleben wäre auch dann zu rühmen und unvergesslich gewesen, wenn die Teilnehmer nicht so rührend vorbildlich ihren Müll wieder mitgenommen hätten. Die Kulturhauptstadt hat sicher nicht den totalen Imagewandel herbeigehext; und dass der Mut zur "zweiten Stadt" untertage gefehlt hat, schmerzt immer noch ein bisschen; doch der positive Eindruck, den das Ruhrgebiet als vitale, stolze, gastfreundliche Region gemacht hat, war so stark, dass ihn sogar die Loveparade-Tragödie nur zu trüben, nicht aber zu zerstören vermochte. War's das? Bleibt etwas? Ja, wenn die großartigen "Volunteers" sich auch weiterhin vor Ort engagieren; wenn Institute wie das Theater Oberhausen und das Museum Alte Post in Mülheim weiter arbeiten können; wenn Kommunen im Kernland wie am kulturheroischen Niederrhein weiter ihre Perlen putzen und bündeln; wenn allerorten die Ratsleute an ihrer Erkenntnis festhalten, dass der Wandel zum Guten nur in der, mit der, durch die Kultur zu schaffen ist; wenn die Kulturhauptstädter auch 2011 und 2012 ihre Museen und Bibliotheken, ihre Theater und Konzertsäle, ihre Grund-, Haupt-, Real-, Ober-, Gesamt- und Musikschulen, ihre Kirchen und soziokulturellen Zentren, ihre Dichter und Denker und Spaßmacher, ihre Maler und Musiker und Mutigen, ihre Träumer und Tänzer und Lehrer an ihre Herzen und Hirne drücken, sie fordern und so sich selbst fördern: Dann wird das Abenteuer Kulturhauptstadt 2010 auch jenseits von Übernachtungszahlen, Sendeminuten, Anzeigengegenwerten, Kulturwirtschaftsbilanzen und Bergen von Symposienpapier ein Erfolg gewesen sein. Weil das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt bleiben wird."

Neue Rhein Zeitung, Jörg Bartel / 10.12.2010

"Was bleibt von der Kulturhauptstadt? Die Frage ist für die Kommunen am Rande des Reviers sicherlich differenziert zu beantworten. Auf jeden Fall bleibt die Überraschung der Lokale-Helden-Wochen. Hier haben sich Künstler und Kulturfreunde getroffen, die vorher nichts voneinander wussten. Daraus sind nachhaltige Initiativen entstanden. Es bleibt das Glücksgefühl, dass einst rivalisierende Organisationen im Dienst der guten Sache einig sein können. Siehe "Day of Song", wo sich kirchliche Chorbewegung, Arbeiterchorbewegung und Chorverband harmonisch engagierten. Es bleibt aber auch der bittere Nachgeschmack, dass gerade im Kulturhauptstadtjahr die NRW-Theaterlandschaft so gefährdet ist wie nie zuvor. Und dass Politiker in einem Atemzug RUHR.2010-Ereignisse feierlich eröffnen und existenzbedrohende Bühnen-Sparpläne beschließen können. Deshalb muss am Ende doch Hoffnung bleiben: Dass die Entscheidungsträger durch die RUHR.2010 gelernt haben, dass Kultur uns alle nicht ärmer macht, sondern reicher. Und dass diese Erkenntnis in das politische Handeln einfließt."

Westfalen Post, Monika Willer / 10.12.2010

"Nach der Kulturhauptstadt ist vor der Kulturhauptstadt. Denn nach wie vor bleibt das Ruhrgebiet eine Metropole der Künste. 33 Projekte der RUHR.2010 sollen im nächsten Jahr fortgesetzt werden. "Es darf keinen Absturz geben", warnte RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen gestern. Dutzende von Journalisten bibberten gestern zwei Stunden im eiskalten Gasometer Oberhausen, um kurz vor den vier Abschlussfesten am 18. Dezember die Bilanz der RUHR.2010 GmbH zu hören. "Wir haben kein Mega-Kunstfestival gemacht, sondern ein Angebot für alle", sagte Pleitgen (72). Der Zuspruch der Bevölkerung habe ihnen Recht gegeben. 10,5 Millionen Besucher kamen. Pleitgen: "Die Menschen haben die Kultur zu ihrer Sache gemacht." Das Engagement der Bürger war riesig, allein 1165 freiwillige Helfer leisteten 175 000 Arbeitsstunden. Wirtschaft und öffentliche Hand investierten 500 Millionen Euro. Das Budget der RUHR.2010 betrug zwar "nur" 61,5 Millionen Euro, ist aber ausgeglichen. Die Gefahr sei groß, die Erfolge nun aus Finanznot wieder zu zerstören, warnte Pleitgen: "Wir dürfen die Kultur in den städtischen Haushalten nicht messern." Er nannte die Kulturhauptstadt Linz 2009 als warnendes Beispiel. Dort sackte der Tourismus in diesem Jahr um 15 Prozent ab. Das will Oliver Scheytt, der zweite Geschäftsführer der RUHR.2010, verhindern. 33 Projekte möchte er im kommenden Jahr (dann gibt es die RUHR.2010 noch) weiterführen - darunter die gemeinsame Arbeit der 20 RuhrKunstMuseen und die Aktion "Kulturkanal". Doch was geschieht nach 2011? Der Aufsichtsrat der RUHR.2010 hat sich dafür ausgesprochen, die Nachfolgeaufgaben an die "Kultur Ruhr GmbH" zu übertragen. Die Gesellschaft organisiert bereits jetzt das Festival Triennale. Diesen Vorschlag dürfte man beim Regionalverband Ruhr (RVR) nicht gern hören. Der Verband will die Nachfolge der RUHR.2010 komplett übernehmen und entscheidet darüber am Montag. Auch auf Niederlagen ging Pleitgen gestern freimütig ein. "Wenn unsere Kräfte gereicht hätten, hätten wir mehr für die freie Szene tun können", betonte er. Auch der "Platz des Europäischen Versprechens" in Bochum wird so, wie ihn Künstler Jochen Gerz geplant hat, aus Geldnot nicht gebaut. Pleitgen bedauerte außerdem das Scheitern der Projekte "Welt der Religionen" im Gasometer und "Die zweite Stadt" unter Zollverein. Das Unglück der Loveparade habe einen Schatten über die Kulturhauptstadt geworfen. "Das liegt immer noch auf meiner Seele. Ich frage mich, was ich hätte anders machen sollen", so Pleitgen sehr ernst. "Auch die Medien sind ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden. Es gab Warnungen von Ravern im Internet." Pleitgen kritisierte, dass diese Warnungen nicht den Weg in Presse oder Rundfunk gefunden hatten."

Halterner Zeitung, Bettina Jäger / 10.12.2010

"10,5 Millionen Besucher haben die über 5500 Veranstaltungen der Kulturhauptstadt besucht. Und die Zahl der Übernachtungen im Revier stieg rasant. Alles prima. Aber was wird folgen? Der graue Alltag? Kritiker bemängeln, dass es vielen Projekten an Nachhaltigkeit fehle. Und? Ist er jetzt endlich Wirklichkeit geworden - der Traum von der Metropole Ruhr? Wer das Kulturhauptstadt-Jahr kurz vor Ende daran misst, hat es auf eine Bilanz des Scheiterns abgesehen. Denn was die Internationale Bauausstellung Emscher Park von 1989 bis 1999 nicht geschafft und auch die Politik mit ihrer Vision von einer "Weltstadt Ruhr" (Christoph Zöpel) nicht umgesetzt hat, konnte und wollte der Kulturhauptstadt nicht gelingen. Sicher, auch RUHR.2010 träumte seinen Metropolentraum - übrig geblieben ist davon eine "Charta Ruhr" der Deutschen Akademie für Städtebau. Ein kluges Papier mit Strategieatlas, Mobilitäts- und Freiraumkonzepten, dem es nur an einem mangelt: Es fehlt der geeignete Adressat. Denn was die Kulturhauptstadt mit ihrem so prominent wie potent besetzten Aufsichtsrat ein Jahr zu bündeln vermochte, droht jetzt wieder zu zerfallen - in 53 Kommunen, in 26 Verkehrsverbünde, unterschiedliche Landschaftsverbände und etliche andere Institutionen. Sogar Aldi teilt das Revier in Nord und Süd. Dennoch herrschte gestern zur offiziellen Bilanzierung im Oberhausener Gasometer viel Zufriedenheit bei den Machern über die erbrachte Kulturleistung ihrer 5500 Veranstaltungen: 10,5 Millionen Menschen hatte man angelockt und die Zahl der Übernachtungen im Revier um satte 13,4 Prozent gesteigert. 65 000 Medienberichte erbrachten einen Gegenwert von über 90 Millionen Euro. Allein im Fernsehen wurde 225 Stunden lang nur über Ruhr 2010 berichtet. Alles prächtig, aber zum Jahresende hin wächst eine Sorge: dass nämlich manches nur einmalig und vielleicht vergebens gewesen sein könnte. Das abschreckende Beispiel Linz geistert durch die Köpfe, also das Schicksal der erfolgreichen Kulturhauptstadt von 2009, die ein Jahr später abstürzte mit Tourismus-Einbußen von 15 Prozent. Kritiker wie der Bochumer Politologe Franz Lehner vermissen jede Nachhaltigkeit. "Der Wandel bleibt aus", prognostizierte er jüngst. Ein Programm fürs Bildungsbürgertum sei es gewesen, das nach einem Jahr vorbei ist. Danach werde das Kirchturmdenken wieder den Ton angeben. Beschwörend auch darum gestern das Plädoyer, Mythos und Marke der Kulturhauptstadt fortzuführen - einzubinden in eine bestehende Institution wie die Kultur- Ruhr GmbH: eine Art Kulturhauptstadt forever. Dabei hat es durchaus identitätsstiftende Großereignisse gegeben: das Still-Leben etwa, diese fröhliche Rückeroberung des urbanen Raumes, bei der drei Millionen Menschen ihre A 40 zu Fuß in Besitz nahmen, eine Lebensader schon aus historischen Hellweg-Zeiten. Es hätte der Glanzpunkt werden können; die Bilder der begehbaren Straße hatten das Zeug zum Sinnbild eines Kulturhauptstadtjahres, das auch wegen der ungezählten Klein- und Mini-Events auf den 53 kommunalen Bühnen nicht immer so leicht wahrzunehmen war. Kurz darauf folgte die Duisburger Loveparade, die noch viel fröhlicher werden sollte und zur Katastrophe wurde: 21 Menschen starben im Gedränge, Opfer einer unzureichenden Organisation und Sicherheitsplanung. Die Kulturhauptstadt hatte mit der Loveparade nicht viel zu tun: Geld gab es nicht, auch an der Planung war man nicht beteiligt. Doch RUHR.2010 hat dieses Mega-Event gewünscht und ins eigene Programm aufgenommen, wohl auch, um die extrem hohen Teilnehmerzahlen später in die Gesamtbilanz einfließen lassen zu können. Nach der Katastrophe ducken sich viele weg: die Stadt, das Land, der Veranstalter. Nur Fritz Pleitgen, Geschäftsführer von RUHR.2010, spricht in die Kameras von einer moralischen Verantwortung, die man trage und die ihm bis heute eine Last geblieben sei. Es sind offene Worte, die nicht belohnt werden. Denn im beschämenden Gerangel um die eigentliche Verantwortung steht Pleitgen am Ende alleine da. Ein Zerrbild entsteht, das die Kulturhauptstadt so schnell nicht ablegen kann. Was jetzt noch bleibt, ist ein gelungener Abschluss Mitte Dezember. Bereits die Eröffnung im Januar auf Zeche Zollverein wurde im dichten Schneetreiben gefeiert. Klimatisch haben die Veranstalter also nichts gelernt, denn auch das Finale in Duisburg, Gelsenkirchen, Essen und Dortmund soll im Freien stattfinden - wohl wieder bei Schnee und Kälte. Aber freundlicherweise haben auch die Gäste nichts gelernt: Der Festakt im Nordsternpark ist längst ausverkauft."

Rheinische Post, Lothar Schröder / 10.12.2010

"Mann, wa dat schön!"

Neue Rhein Zeitung / 10.12.2010

"Kulturhauptstadt für alle"

Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung / 10.12.2010

"10,5 Millionen Besucher bei Kulturhauptstadt Ruhr"

Frankfurter Rundschau  / 10.12.2010

""Ruhr.2010" will weitermachen"

Hamburger Morgenpost / 10.12.2010

"RUHR.2010 lockt 10,5 Millionen Menschen an"

Leipziger Volkszeitung / 10.12.2010

"53 Kommunen, eine Region, zehn Millionen Gäste"

Stuttgarter Nachrichten / 10.12.2010

"Das Ruhrgebiet hat ein neues Selbstbewusstsein"

Schwäbische Zeitung / 10.12.2010

"Ruhr-Projekte sollen fortgesetzt werden"

Hannoversche Allgemeine Zeitung / 10.12.2010

"Vereintes Revier"

Sächsische Zeitung / 10.12.2010

"10 Millionen Gäste: Kulturhauptstadt zieht positive Bilanz"

Neue Presse Hannover / 10.12.2010

"Ruhr.2010 zieht eine positive Bilanz"

Aachener Zeitung / 10.12.2010

"10,5 Millionen in der Kulturhauptstadt Ruhr"

Passauer Neue Presse / 10.12.2010

"Der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 Essen für das Ruhrgebiet möchte ich zum Abschluss eines außerordentlich erfolgreichen Jahres gratulieren. Essen und das Ruhrgebiet können stolz sein auf 10 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die über das ganze Jahr hinweg die unzähligen kulturellen Veranstaltungen besucht und auf diese Weise zu diesem tollen Erfolg beigetragen haben. Ob in der Literatur, im Theater, der Musik oder den feinen Künsten - den Künstlerinnen und Künstlern sei dank, dass der europäische Geist ein Jahr lang überall im Ruhrgebiet präsent war. Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Kulturhauptstädten Istanbul und Pecs war vorbildlich. Die Idee der jährlich wechselnden Europäischen Kulturhauptstadt ist lebendiger denn je. Sie ist gelebtes Europa dank der Menschen und für die Menschen. Danke Essen, Pecs und Istanbul, wir freuen uns auf Tallinn und Turku in 2011."

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Mit der Kulturhauptstadt Europas 2010 ist ein herausragender Erfolg gelungen. Er zeigt, dass die Entscheidung meines Hauses, mit 19 Millionen Euro den größten Anteil am Gesamtbudget zu tragen, richtig und wichtig war. Mit dieser Förderung wollte ich gerade auch in schwierigen Zeiten ein deutliches Zeichen für die Kultur und für Europa setzen. Der Erfolg eines herausragenden Ereignisses wie der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 ist nur durch das große Engagement und die Unterstützung vieler zu erreichen. Zusätzlich zu unserem Beitrag wurde die wegweisende Initiative Jedem Kind ein Instrument mit 10 Millionen Euro von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt. Herausragend war auch das Theater der Welt, das mit hervorragenden Inszenierungen in Essen und Mülheim zu Gast war. Die Organisatoren von der RUHR.2010 GmbH haben eine großartige Leistung vollbracht, indem sie sowohl anspruchsvolle Spitzenkultur als auch Angebote in der Breite, also Kultur für alle geboten haben. Ein begeistertes Publikum aus der Region, aber auch zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland haben das honoriert. Die beeindruckenden Besucherzahlen belegen den Erfolg."

Bernd Neumann, Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr hat dafür gesorgt, dass auch weit über Nordrhein-Westfalen hinaus ein neues Bild vom Ruhrgebiet in den Köpfen entstanden ist. Wer sich auf die Region und ihre Menschen eingelassen hat, der weiß nun: Das Ruhrgebiet verfügt über eine riesige kulturelle Vielfalt, es steht für Aufbruch und Erneuerung. Nicht zuletzt hat das Jahr etwas Verbindendes geschaffen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das bleiben wird. Zum Abschluss wird eine riesige Herkulesstatue auf dem Turm von Zeche Nordstern installiert, als weit sichtbares Symbol des Erfolgs von RUHR.2010, aber auch als Zeichen der Herausforderungen, die der Strukturwandel uns weiterhin aufgibt. Das Land wird sich dieser Aufgabe stellen, so wie es seinen Teil zum Kulturhauptstadtjahr beigetragen hat."

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Bild vom Ruhrgebiet hat sich positiv gewandelt. Allein in Bergkamen fanden tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nicht nur Lichtkunst von internationalem Rang vor, sondern eine lebenswerte und liebenswerte ehemalige Bergbaustadt, die den Wandel durch Kultur vollzogen hat. Die interkommunale Zusammenarbeit hat im Ruhrgebiet eine neue Qualitätsstufe erreicht, die es nachhaltig zu fördern gilt."

Roland Schäfer, Bürgermeister Bergkamen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr 2010 war für uns alle hier im Revier eine äußerst spannende Zeit, die wir noch lange in Erinnerung behalten werden. Jede und jeder von uns mit eigenen, ganz individuellen Eindrücken. Mich persönlich hat vor allem das Miteinander beeindruckt, mit dem die 53 Städte und Gemeinden und ihre 5,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner dieses große Kulturfest gelebt haben. Uns Menschen im Ruhrgebiet wird ja oft ein besonderes Gefühl für Zusammengehörigkeit und Solidarität nachgesagt, das aus unserer industriellen Vergangenheit resultiert. Ich glaube, 2010 haben wir eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es auch Bestandteil unserer Gegenwart ist. Gemeinsam haben wir die Chance genutzt und der Welt ein Jahr lang die Vielfalt präsentiert, die unser Leben an der Ruhr ausmacht - über Altersgrenzen hinweg, über religiöse und kulturelle Unterschiede hinweg und auch über die Stadtgrenzen innerhalb der Metropole Ruhr hinaus. Was neben dem Imagegewinn für unsere Region am Ende dieses Jahres bleibt, ist die Hoffnung, dass es uns gelingen wird, die positiven Erfahrungen mit der interkommunalen Kooperation und das neue Wir-Gefühl mitzunehmen - auch über die zeitliche und thematische Begrenzung des Kulturhauptstadtjahres hinaus."

Dr. Ottilie Scholz, Oberbürgermeisterin Bochum. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr hat eine hohe Identifikation und Solidarisierung der Bevölkerung des Ruhrgebiets mit unserer Region und unseren Künstlerinnen und Künstlern gebracht."

Rainer Eßkuchen, Bürgermeister Bönen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Was in 53 Städten des Ruhrgebietes mit fünf Millionen Menschen in diesem besonderen Jahr gestemmt wurde, war für uns alle, selbstverständlich auch für mich, eine neue Erfahrung – eine Erweiterung der Lebensqualität im Ruhrgebiet. Vor allem die Städtekooperation fand ich richtig und wichtig. Damit wird ein guter Weg in die Zukunft der Region eingeschlagen. Bottrop hat sich mit seinen Kulturschaffenden gut profiliert im Konzert der Kommunen. Und das Programm hat gut funktioniert. Wir haben Stärken bewiesen und zusammen mit Nachbarn Sinnvolles auf eine öffentliche Bühne für alle gehoben. Ich fand, dass die einheimischen Kulturschaffenden herausragende Ideen einbrachten. Wir Politiker und Verantwortliche in den einzelnen Städten sind durch die Kulturprojekte zum Nachdenken über uns, über die Region und über die künftigen Lebensbedingungen angeregt worden. Das wird Folgen haben. Auch bei unseren künftigen Treffen auf der Ebene der Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte zum Beispiel wird die Kulturarbeit auf der Agenda stehen. Mehr als früher. So lassen sich besser Schwierigkeiten, die auf uns zukommen werden, regeln und bewältigen – gemeinsam."

Bernd Tischler, Oberbürgermeisters Bottrop. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr war identitätsstiftend und hat, insbesondere durch die jeweiligen Local Heroes-Wochen, gezeigt, über welch umfangreiches kreatives Potential die Region Ruhr - und damit auch unsere Stadt Breckerfeld - verfügt. Im Sinne von Nachhaltigkeit werden im Jahr 2011 weitere, insbesondere kulturelle Aktivitäten in unserer schuldenfreien Hansestadt Breckerfeld stattfinden."

Klaus Baumann, Bürgermeister Breckerfeld. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 hat die Menschen emotional begeistert und die Städte des Ruhrgebiets stärker zusammengeführt."

Johannes Beisenherz, Bürgermeister Castrop-Rauxel. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Als derzeitiger Local Hero konnten wir gerade Bergfest feiern und stehen noch unter dem positiven Eindruck der erfolgreich verlaufenen Veranstaltungen, die die Bürgerinnen und Bürger trotz widriger Witterungsverhältnisse hervorragend besucht haben. Diese Erfahrungen haben wir auch bei unseren bisherigen Projekten gemacht. So waren alle Besucher unserer Beteiligungen an SchachtZeichen, KulturKanal, !SING – DAY OF SONG oder Still-Leben Ruhrschnellweg begeistert. Das haben wir so nicht erwartet, nachdem sich unsere Bürger vor Beginn dieses Jahres zunächst etwas zögerlich mit dem Thema RUHR.2010 identifiziert haben. Wir sind davon überzeugt, dass die Vernetzung der Programmmacher, die sich durch das Kulturhauptstadtjahr stark verbessert hat, auch über das Jahr 2010 erhalten bleibt. Das wird bei der Umsetzung und Fortführung zukünftiger Projekte – wie zum Beispiel bei der möglichen Weiterführung des KulturKanals – von großer Bedeutung sein und inhaltlich wichtige Anknüpfungspunkte bieten."

Wolfgang Werner, Bürgermeister Datteln. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"RUHR.2010 hat es geschafft, die Kulturregion Ruhr nach außen erfolgreich zu positionieren und im Innern wesentlich zu stärken. Kultur und Kreativität, so wie sie in der Region Ruhr gelebt werden, sind vom Rand ins Zentrum gerückt. Dies muss in den Folgejahren planvoll und selbstbewusst stabilisiert und weiter entwickelt werden. Entscheidend für den Erfolg war, dass die Kulturhauptstadt bei den Menschen vor Ort angekommen ist, in Dinslaken genau so wie in der Region als Ganzem."

Dr. Michael Heidinger, Bürgermeister Dinslaken. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Durch die Kulturhauptstadt ist die Identität des Ruhrgebiets gestärkt worden. Der Schlüssel hierzu war das Zusammenwirken von RUHR.2010 mit den Akteuren vor Ort. Beispielgebend waren Projekte wie !SING – DAY OF SONG und SchachtZeichen. Hier wurden Programme für die ganze Metropolregion erdacht, von den Städten, ihren Vereinen und Initiativen in die Fläche und zu den Bürgern getragen, um schließlich, idealtypisch bei !SING – DAY OF SONG auf Schalke, in einer großen Performance zusammengeführt zu werden. Große Bedeutung für die Identifikation der Menschen mit ihrer Metropole hatte das Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40. Die Local Heroes-Wochen verstärkten bei den Kulturschaffenden und Kulturinteressierten in den Städten das Bewusstsein: „Wir sind Kulturhauptstadt.“ Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von RUHR.2010 war die Förderung der Kommunen durch das Land. Ein paar noch so helle Leuchttürme allein hätten es nicht vermocht, die ganze Region auszuleuchten. Ihre Strahlkraft verdankt die Kulturhauptstadt den vielen Lichtern, die überall in der gesamten Metropole Ruhr gezündet wurden."

Lambert Lütkenhorst, Bürgermeister Dorsten. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Durch die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 ist sich die Metropole Ruhr ihrer enormen kulturellen Potenziale noch bewusster geworden. Wir wissen, was wir haben. Wir wissen, was wir können und wir sind insgesamt kulturell weiter zusammen gewachsen. Darüber hinaus hat uns RUHR.2010 Schauplätze und Formate für die Zukunft beschert. Dazu zähle ich natürlich das Dortmunder U, das schon jetzt eine große Strahlkraft entwickelt. Unvergesslich sind mir aber auch die weithin sichtbaren SchachtZeichen und das grandiose Still-Leben Ruhrschnellweg-Erlebnis auf der Autobahn. Wiederholung aus meiner Sicht ausdrücklich nicht ausgeschlossen."

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister Dortmund. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Der Verlauf dieses ereignisreichen Jahres hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Menschen aus allen Teilen Europas sind gekommen und haben unsere Stadt als Hafen der Kulturhauptstadt erlebt. Zu den Höhepunkten zählten die Local Hero-Woche, das Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A 40 und die vielen Kooperationsprojekte wie SchachtZeichen und der Zusammenschluss der Museen, Kunstvereine und Künstlerbünde. Ich bin überzeugt, dass die erprobten Kooperationen zwischen den Städten, wie wir sie in Duisburg bei dem Lichtkunstfestival Ruhrlights organisiert haben, zukunftsweisend sind, um überregional wirksame Ereignisse in unserer Stadt zu zeigen. Leider wurde die große Begeisterung hier in Duisburg von der Katastrophe der Loveparade überschattet."

Adolf Sauerland, Oberbürgermeister Duisburg. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"RUHR.2010 war nicht nur die Kulturhauptstadt der Oberzentren und großen Städte, sondern besaß Strahlkraft in die gesamte Region hinein. Auch die Menschen in den Kreisen der Metropole Ruhr sind durch die Local Heroes-Wochen sowie viele interessante lokale und überregionale Projekte bei diesem faszinierenden Festival mitgenommen worden. Selten zuvor wurde unsere Region so intensiv national und international wahrgenommen."

Dr. Arnim Brux, Landrat Ennepe-Ruhr-Kreis. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Als Teil der europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 stand Ennepetal, besonders in der Local Hero-Woche, mit 52 weiteren Städten des Ruhrgebietes im Blickpunkt des europäischen kulturellen Interesses. Grundthema des Programms von Ennepetal war die Vorstellung der Kulturszene, der Kulturschaffenden und der Kulturorte. Über 50 Projekte mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern, sei es als Akteure oder als Besucher, wurden in Ennepetal im Kulturhauptstadtjahr durchgeführt. Nachhaltig wirken immer noch hieraus entstandene Projekte. Dafür gilt der Dank besonders den vielen Ehrenamtlichen, die sich unermüdlich für das Umsetzen der Idee in der Stadt und als Botschafter für Ennepetal bei Leuchtturmprojekten wie !SING – DAY OF SONG und Still-Leben Ruhrschnellweg beteiligt haben."

Wilhelm Wiggenhagen, Bürgermeister Ennepetal. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Essen hat vom Kulturhauptstadtjahr in mehrfacher Hinsicht profitiert. Allein die Nominierung und der Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 haben Essen als anspruchsvollen Kulturort und Standort der Kulturgeschichte gewürdigt und in den Fokus gerückt. Vor allem aber haben wir ideell und wirtschaftlich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Ideell, weil das Kulturhauptstadtjahr mit seinen vielen Aktivitäten den Blick der Bewohner und der Touristen auf die Stadt nachhaltig positiv geprägt hat. Essen hat es geschafft, den Imagewandel zu vollziehen. Wirtschaftlich, weil Besucherzahlen sowie Umsatzzahlen zeigen, dass die Angebote in beeindruckendem Umfang wahrgenommen worden sind und Essen zusätzlich nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangen konnte. Zahlreiche Gäste und Medienvertreter aus dem In- und Ausland haben über die herausragenden Kulturereignisse berichtet. Die Bilder unserer Stadt und der Metropole Ruhr, die um die Welt gegangen sind, sind unbezahlbar. Ich freue mich riesig über den Erfolg unseres Kulturhauptstadtjahres."

Reinhard Paß, Oberbürgermeister Essen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Ruhrgebiet ist kulturell zusammengewachsen. Selten sind die Menschen im Revier so zahlreich zu großen Ereignissen gekommen, um gemeinsam etwas zu erleben. Die Initialzündung ging von dem Projekt SchachtZeichen aus und fand mit dem Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40 oder !SING – DAY OF SONG in der Arena ihre Fortsetzung. Die Menschen im Ruhrgebiet haben gelernt, dass gemeinsame Projekte funktionieren. Die große Aufgabe wird jetzt sein, die Gemeinsamkeiten der Ruhrgebietskultur nachhaltig weiterzuentwickeln und auszubauen. Das gemeinsame Erleben und Handeln, das Wir-Gefühl, die vielen neuen Bekanntschaften und Netzwerke, die im Kulturhauptstadtjahr entstanden sind - das sind für mich, neben vielen hochwertigen Kunstwerken im öffentlichen Raum, die nachhaltigsten Erfolge von RUHR.2010. Ich freue mich auf viele Besucher, die das Renaissance-Museum Schloss Horst besuchen oder auf einer Radtour entlang der EMSCHERKUNST-Werke durch Gelsenkirchen fahren. Da gibt es auch in den nächsten Jahren noch viel Kulturhauptstadt zu entdecken."

Frank Baranowski, Oberbürgermeister Gelsenkirchen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt 2010 war für Gevelsberg ein großer Erfolg. Mit dem SchachtZeichen in Gevelsberg-Silschede konnten wir den südlichsten Punkt der Kohleförderung im Ruhrgebiet markieren und so ein besonderes Highlight im Kulturhauptstadtjahr 2010 setzen. Bei strahlendem Sonnenschein haben sich die Bürgerinnen und Bürger an ihre ehemalige Zeche Trappe im Ortsteil Silschede erinnert. Daneben haben zahlreiche Veranstaltungen über das gesamte Jahr verteilt das kulturelle Leben in unserer Stadt und Region bereichert. Wir haben uns als Teil eines großartigen kulturellen Netzwerkes gefühlt."

Claus Jacobi, Bürgermeister Gevelsberg. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"RUHR.2010 war für Gladbeck eine gelungene Mischung aus Local Hero, selbstgemachter Stadtkultur und Ruhrgebietsgemeinschaft bei SchachtZeichen, !SING – DAY OF SONG oder beim Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40. Gebracht hat es unvergessliche Bilder, viele zusätzliche Besucher und ein neues Gemeinschaftsgefühl, nicht nur in der Stadt, im ganzen Ruhrgebiet."

Ulrich Roland, Bürgermeister Gladbeck. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt hat der Halterner Bevölkerung ins Bewusstsein gerufen, welche starken Anteile auch darin liegen, dass Haltern am See ein Teil des Ruhrgebiets ist. Wobei diese Meinung nicht von allen Bürgerinnen und Bürgern geteilt wird, denn viele fühlen sich auch aufgrund der historischen und geografischen Gegebenheiten eher dem Münsterland zugehörig. Die rege Beteiligung von Jugendgruppen, Schulen, einzelnen Personen und den unterschiedlichsten Kulturgruppen an den zahlreichen Projekten hat dazu geführt, dass sich Haltern am See über seine Grenzen hinaus äußerst positiv präsentieren konnte. Gerade auch die Local Heroes-Woche hat dazu geführt, dass auch Vertreter aus unseren französischen und österreichischen Partnerstädten mehr über Haltern am See und besonders über die Region erfahren haben. Diese Gäste haben uns versichert, wie wichtig und eindrucksvoll dies für sie gewesen ist. Auch daran wird deutlich, dass diese Aktionen von einer großen Nachhaltigkeit geprägt sind. Das begrüße ich sehr."

Bodo Klimpel, Bürgermeister Haltern am See. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Mit der Kulturhauptstadt hat sich das Ruhrgebiet ein Jahr lang als eindrucksvolle, attraktive, hoch spannende, moderne und zukunftsfähige Kulturregion nach innen und außen präsentiert. Jede Stadt und Gemeinde für sich, aber auch die Gesamtregion zwischen Duisburg und Hamm, hat über ihre Kultur eine neue Identität erfahren. Die Kulturhauptstadt hat das Wir-Gefühl der Menschen in unseren Städten und Gemeinden gestärkt und auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie Strukturwandel erfolgreich gestaltet werden kann. Die Kulturhauptstadt hat im Bewusstsein vieler ein neues Bild vom Ruhrgebiet geschaffen. Diesen Imagewandel gilt es nun zu konservieren und trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen weiter auszubauen. Deshalb gilt, die neu geschaffenen Netzwerke zu nutzen und die von der Kulturhauptstadt ausgegangenen Impulse für weitere Gemeinschaftsprojekte zu sichern. Die Kulturhauptstadt war und ist ein Meilenstein auf dem Weg des gesamten Ruhrgebiets in Richtung Zukunft."

Thomas Hunsteger-Petermann, Oberbürgermeister Hamm. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Unsere Local Heroes-Woche „Wir lassen die Kirche im Dorf“ hat die Menschen unserer sieben Ortsteile beflügelt. Kreative Veranstaltungen mit vorwiegend musikalischem Schwerpunkt wurden zu einem unvergesslichen Erfolg. Daran werden wir anknüpfen, denn Hamminkeln ist jetzt auch Teil der Kulturhauptstadt RUHR.2010."

Holger Schlierf, Bürgermeister Hamminkeln. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"2010 war durch Veranstaltungen der Kulturhauptstadt in Hattingen ein gutes Jahr. Mit Stolz haben wir den Titel Altstadt der Kulturhauptstadt getragen und begeistert haben Bürgerinnen und Bürger der Stadt an Großveranstaltungen wie !SING – DAY OF SONG, SchachtZeichen oder Still-Leben Ruhrschnellweg teilgenommen. Das Gemeinschaftsgefühl, das hier entstand, ist ein Kapital, das unserer Region in den kommenden Jahren reiche Zinsen bringen wird. Wir alle sind aufgerufen, die 2010-Netzwerke zu pflegen und auszubauen. Die Kulturhauptstadt 2010 war ein Geschenk der Region an die Menschen der Region. Oder umgekehrt?"

Dagmar Goch, Bürgermeisterin Hattingen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr hat vor allem durch verschiedene große Netzwerkprojekte wie den KulturKanal, die RuhrKunstMuseen oder pottfiction gezeigt, dass Herne ein wichtiger und lebendiger Teil der Metropole Ruhr ist. Durch die zahlreichen Angebote und Aktivitäten wurde den Herner Bürgerinnen und Bürgern und den vielen auswärtigen Besuchern bewusst, was es an spannenden Projekten in unserer Stadt gibt - die LWL-Ausstellung AufRuhr 1225, das pottporus-Festival und neu geschaffene Kunstorte wie zum Beispiel die Künstlerzeche Unser Fritz, Starke Orte am Hochbunker Sodingen und der Skulpturenpark bei den Flottmann-Hallen. Herne war mittendrin in diesem Kulturhauptstadtjahr und Herne bleibt mittendrin, verortet im Kunstraum Ruhrgebiet. Gemeinsam mit den anderen Anrainern sind wir stolz darauf, dass der KulturKanal so nachhaltig wirkt und dass dieses Herner-Projekt als ein verbindendes Element auch über das Kulturhauptstadtjahr fortgeführt werden kann. 2010 sprang der Funke Kulturhauptstadt über auf die Hernerinnen und Herner und auf unsere Gäste. In Sachen Kunst und Kultur hat Herne dabei gut gepunktet. Wir wurden im Kreis der anderen 52 Städte sehr positiv wahrgenommen. Diese für unsere Stadt wichtige Imageaufwertung beruhte aber auch und gerade auf der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Denn Arbeit und Kultur gehören mittendrin im Revier weiterhin eng zusammen. Projekte wie SchachtZeichen haben uns dieses ganz besonders vor Augen geführt, die Menschen hatten wieder ein gutes Gefühl, sich mit ihrer Heimat zu identifizieren."

Horst Schiereck, Oberbürgermeister Herne. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt hat das regionale Denken gestärkt. Kamen hat im Verbund mit den Nachbargemeinden und dem Lippeverband eines der zentralen Kunstprojekte realisiert. Dieses regionale Bewusstsein sollte weiter prägend sein für ein Metropolverständnis der Region Ruhr."

Hermann Hupe, Bürgermeister Kamen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die RUHR.2010 hat erreicht, dass unser Ruhrgebiet und damit auch unsere Stadt als eine Region wahrgenommen wird, die neben Kohle, Eisen und Stahl auch ein starkes Stück Kultur zu bieten hat. Zahlreiche Einrichtungen, Vereine und Gruppen in unserer Stadt haben im Kulturhauptjahr eigene Veranstaltungen angeboten und damit viele Kunst- und Kulturfreunde angesprochen. Es sind neue Kooperationen entstanden, die auch über das Jahr 2010 hinaus fortbestehen, dem kulturellen Leben in unserer Stadt sicherlich zusätzliche Impulse geben und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserer Stadt stärken werden. Die Identifikation und das schon heute sehr große bürgerschaftliche Engagement sind für uns als Bergbaustandort mit einer der letzten produzierenden Schachtanlagen im Ruhrgebiet besonders wichtig, damit wir den Strukturwandel erfolgreich gestalten können."

Werner Arndt, Bürgermeister Marl. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war für Mülheim an der Ruhr kulturell und wirtschaftlich ein großer Erfolg und ein Imagegewinn. Mülheim wurde von Beginn an lokal, regional und bundesweit, unter anderem durch Projekte wie die Odyssee Europa, das Theater der Welt oder die Ruhrlights, als bedeutender Theater- und Kulturstandort wahrgenommen. Mit seinen TWINS- und weiteren großen Kulturprojekten, unter anderem mit der Ruhrtrilogie in Istanbul, konnte Mülheim seinen Bekanntheitsgrad über Europa hinaus erhöhen. Uns ist es durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Kulturveranstaltungen gelungen, die Bürgerschaft zur aktiven Teilhabe am kulturellen Angebot zu motivieren. Ein weiterer positiver Effekt des starken bürgerschaftlichen Engagements war der Ausbau und die Verstetigung von Kooperationsstrukturen und Netzwerken, wie zum Beispiel bei Local Heroes und !SING – DAY OF SONG. Durch gestiegene Auslastungen von Stadthalle, Hotellerie, Gastronomie und Kultureinrichtungen leistete RUHR.2010 damit einen wichtigen Beitrag zur touristischen Weiterentwicklung unserer Stadt."

Dagmar Mühlenfeld, Oberbürgermeisterin Mülheim an der Ruhr. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr hat gezeigt, dass die Menschen in Oberhausen und im Ruhrgebiet sich für das breite Kulturangebot der Region begeistern und sich auch aktiv dabei einbringen, wie zum Beispiel beim Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40 und !SING – DAY OF SONG. Kultur an der Emscher und Ruhr - das ist nichts Elitäres. Kultur im Ruhrgebiet - das ist vielmehr der Ausdruck von lebendiger Vielfalt und Kreativität in einer offenen Bürgergesellschaft."

Klaus Wehling, Oberbürgermeister Oberhausen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Recklinghausen als Stadt der Ruhrfestspiele ist eine Kulturstadt und darum war es selbstverständlich, dass die Stadt sich im Kulturhauptstadtjahr in besonderer Weise engagiert. Mit ihrer reichhaltigen kulturellen Infrastruktur hat sich Recklinghausen in die Kulturhauptstadt vielfältig eingebracht und viele Projekte, auch unter lebhafter Beteiligung und Begeisterung der Bürger, auf den Weg gebracht und umgesetzt. Durch den Prozess zahlreicher Vernetzungsansätze in der Region sind überdies strukturell nachhaltige Effekte erzielt worden. So konnte durch die Projekte KulturKanal und EMSCHERKUNST.2010 das Areal um den Stadthafen Recklinghausen einen Imagegewinn erzielen, der für eine nachhaltige touristische Platzierung und für die Entwicklung eines ganzen Stadtteils wirksam ist. Auch für die städtischen Museen und die Sparte Literatur sind Arbeitsnetzwerke entstanden, die fortgeführt werden sollen und weitere qualitative und quantitative Synergien entwickeln. Unbestritten hat die Kulturhauptstadt eindrucksvoll einmal mehr gezeigt, dass die interdisziplinären Effekte kultureller Aktivitäten immens sind. Die Kulturhauptstadt 2010 hat die Metropole Ruhr nicht nur behauptet, sondern ein zukünftiges Modell dieser Metropole gestaltet."

Wolfgang Pantförder, Bürgermeister Recklinghausen. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Rheinberg hat das Kulturhauptstadtjahr mit zahlreichen Veranstaltungen aktiv und engagiert begleitet. Wenngleich sich die hier lebenden Menschen vom Herzen her doch eher als Niederrheiner denn als Ruhris fühlen, so hat insbesondere die Local Heroes-Woche mit ihren 50 Veranstaltungen, die von den Bürgerinnen und Bürgern begeistert wahrgenommen und mit gestaltet wurden, die überaus positive Erfahrung vermittelt, Teil eines großen Ganzen zu sein, das sie in dieser Form wohl kein zweites Mal erleben werden. Vielleicht trägt dieses Gefühl dazu bei, Menschen aus den unterschiedlichen Regionen auch über das Jahr 2010 und über die jeweiligen Stadtgrenzen hinaus noch enger miteinander zu verbinden."

Hans-Theo Mennicken, Bürgermeister Rheinberg. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Es war eine gute Gelegenheit für die kleineren Städte, im Konzert der Ruhrgebietsmetropolen ihre reiche Palette an Kunst und Kultur einem großen Publikum vorzustellen. Die zentralen Veranstaltungen waren allesamt ein Erlebnis der besonderen Art und werden uns allen im Revier und den Gästen aus Nah und Fern als schöne Erinnerung im Gedächtnis bleiben."

Heinrich Böckelühr, Bürgermeister Schwerte. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"RUHR.2010 hat dem Profil unserer Region weithin sichtbar neuen Glanz verschafft. Viele Menschen aus Sprockhövel haben dazu beigetragen."

Dr. Klaus Walterscheid, Bürgermeister Sprockhövel. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Exponierte Projekte wie die Weiterentwicklung der Zeche Zollverein, das Dortmunder U oder das Haus der Moderne im Kreis Unna erhielten durch RUHR.2010 richtungweisende Impulse. Sie zählen zu den bleibenden Spuren, auf denen auch die folgenden Generationen wandeln werden. Gerade für die Randbereiche der Metropole Ruhr waren die Gemeinschaftsprojekte wie !SING – DAY OF SONG, SchachtZeichen und vor allem die Local Heroes sehr wichtig und erfolgreich. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und ganz allein von den Kultur tragenden Kräften vor Ort realisiert, haben sie das Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Zugehörigkeit zum Ruhrgebiet gestärkt. Zu den wichtigsten Erfolgen von RUHR.2010 zählt die Erzeugung eines kulturfreundlichen Klimas, in dem die Erkenntnis wächst, dass die Investitionen in Kunst und Kultur Investitionen in die Zukunft sind. Das Ruhrgebiet hat sich als eine würdige Kulturhauptstadt Europas erwiesen. Es wird nun darum gehen, den Schwung dieses großartigen Erlebnisses zu nutzen und zu beweisen, dass das Jahr der Kulturhauptstadt Europas nicht singuläres Ereignis sondern Aufruf zur Tat gewesen ist."

Michael Makiolla, Landrat Kreis Unna. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt ist ein hervorragendes Spiegelbild der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebiets. Sie gibt nachhaltige Anstöße städteübergreifender Initiativen und Projekte mit internationalem Anspruch."

Werner Kolter, Bürgermeister Kreisstadt Unna. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Region des Ruhrgebiets hatte im Kulturhauptstadtjahr die Möglichkeit, sich der Welt mit ihrer Vielfalt, ihrem großen Know-how in allen Bereichen und ihrem hohen kreativen Potential zu präsentieren. Diese Chance wurde genutzt und eine breite Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und den Medien erreicht, wobei der Schwerpunkt zunächst bei den Großstädten liegen dürfte. Für die Stadt Voerde in Randlage des Ruhrgebietes hat der Titel Kulturhauptstadt den Blick auf die eigene Identität zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein geschärft und die Wahrnehmung als wichtiger Bestandteil einer Region, die sich als neue Metropole definieren will. Dazu haben nicht zuletzt auch die vielen lokalen Akteure beigetragen, die durch ihr großes Engagement und mit Freude die Idee des Kulturhauptstadtjahres vor Ort belebt und bereichert haben. Darauf lässt sich auch in Zukunft aufbauen."

Leonhard Spitzer, Bürgermeister Voerde (Niederrhein). In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010


"Auch wenn der Kreis Wesel nur am Rande des Ruhrgebietes liegt, haben zwölf seiner insgesamt 13 Mitgliedskommunen ihre im Kulturhauptstadtjahr liegende Chance ergriffen und sich jeweils eine Woche lang als Local Hero präsentiert. Die künstlerische Energie, die Kreativität und Begeisterung der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Wesel, die in jeder dieser Wochen deutlich zu Tage trat, war überwältigend. In den vom Bergbau geprägten Kommunen des Kreises erinnerte die vielbeachtete Aktion SchachtZeichen mit ihren riesigen gelben Ballons an vielleicht schon fast vergessene Zechen und spiegelte somit in aller Deutlichkeit den Strukturwandel dieser Region wider. Still-Leben Ruhrschnellweg schließlich wurde zu einem großen friedlichen Sommerfest, das sowohl bei Teilnehmern als auch Besuchern auf große Begeisterung stieß und die Frage nach einer baldigen Wiederholung hervorrief. RUHR.2010 hat dem Ruhrgebiet und den angrenzenden Regionen vielschichtige Impulse gegeben und gezeigt, dass auch der Pott und seine Umgebung viele Facetten ernstzunehmender Kultur zu bieten hat. Ich hoffe, dass die in diesem Jahr geknüpften Kontakte über viele Jahre hin beständig bleiben und für ein andauerndes Aufblühen unserer Kulturlandschaft sorgen werden."

Dr. Ansgar Müller, Landrat Kreis Wesel. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Das Kulturhauptstadtjahr hat uns selbstbewusster gemacht. Wir haben in der Metropolregion eine fast unvergleichliche kulturelle Infrastruktur vorgezeigt. Bunt und nachhaltig, hochklassig und verrückt. Im Zukunftswettbewerb der Regionen und bei der Frage jedes Einzelnen, wo er wie leben möchte, ist das ein ordentliches Pfund. RUHR.2010 tat uns in der Außenwirkung gut, aber auch in der Wirkung und Bewusstwerdung nach innen: In Wetter leben 28.000 Menschen. Über 1000 haben in unserer Local Hero-Woche mitgewirkt. Ein kreativer Prozess, den Menschen gemeinsam erlebt haben, der Menschen zusammengebracht hat und aus dem bereits weitere Ideen entstanden sind."

Frank Hasenberg, Bürgermeister Wetter (Ruhr). In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"RUHR.2010 hat für Witten eine Vielzahl Stadt übergreifender interessanter Projekte gebracht, die dazu beigetragen haben, die Identität mit unserem herrlichen Ruhrgebiet wachsen zu lassen. Zudem haben sich unsere Partnerstädte intensiv an vielen Projekten beteiligt, insbesondere im Rahmen der Local Heroes-Woche, und begeistert die kulturelle Vielfalt unserer Region wahrgenommen."

Sonja Leidemann, Bürgermeisterin Witten. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Stadt Xanten konnte sich als Local Hero im Januar 2010 in allen Facetten ihrer Kultur darstellen. Dank der aktiven Teilnahme vieler Bürgerinnen und Bürger wurde ein Programm gestaltet, das die ganze Vielfalt lokaler und regionaler Kultur zeigte. Trotz frostiger Temperaturen erlebten die begeisterten Besucher die blau illuminierte Stadt mit ihren Veranstaltungen aus den vielfältigen Bereichen von Kunst, Theater, Musik, Tanz, Literatur und Kabarett, abgerundet von einer großen nächtlichen Abschlussfeier im neuen Haus der Kultur. Auch später bei der Teilnahme an weiteren Höhepunkten der RUHR.2010 wie dem Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40 stand das Gefühl im Vordergrund, Bestandteil einer großen RUHR.2010-Gemeinschaft zu sein. Als Scharnier zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet, mit den Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angeboten der Stadt Xanten. Das gemeinsame Schaffen aller Beteiligten hat nachhaltig viele Impulse für das künftige kulturelle Leben der Stadt gegeben."

Christian Strunk, Bürgermeister Xanten. In: Pressekonferenz zur Bilanz von RUHR.2010. Oberhausen / 09.12.2010

"Die Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet will nach einem erfolgreichen Programm mehr als 30 Projekte dauerhaft fortsetzen. Das gelte etwa für die enge Zusammenarbeit der Museen in der Region unter dem Schlagwort «RuhrKunstMuseen» oder die künstlerische Gestaltung des Rhein-Herne-Kanalufers. Das sagte RUHR.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt am Donnerstag bei einer Bilanz des Festjahres in Oberhausen. Am 18. Dezember feiert die RUHR.2010 auf einer ehemaligen Zeche in Gelsenkirchen offiziell ihr Finale. Das Programm mit insgesamt 5500 Veranstaltungen läuft aber bis zum 31.12.2010 weiter. Die RUHR.2010 hatte mit einem Mix aus Unterhaltungs- und Hochkultur vom revierweiten Gesangstag «Day of song» bis zur Avantgarde-Dichterlesung rund 10,5 Millionen Menschen angezogen und damit einen Besucherrekord aufgestellt. Der Etat des Festjahres von 61,5 Millionen Euro konnte eingehalten werden. Im Gegensatz zu den Kulturhauptstädten 2010 in Istanbul und Pecs (Ungarn) gab es auch keinen Streit und Führungswechsel im Leitungsteam. Als Schatten liegt allerdings die Tragödie der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten über dem Kulturhauptstadtprogramm. Erstmals hatte sich mit dem Ruhrgebiet unter der Führung der Industriestadt Essen eine ganze Region mit mehr als fünf Millionen Menschen als Kulturhauptstadt beworben. Nach dem Festjahr sehen sich die RUHR.2010-Macher gleichauf mit den großen Zentren Europas: «Europa hat eine neue Sehenswürdigkeit», heißt es auf im Ruhrgebiet geklebten Großplakaten, die den Turm der Essener Zeche Zollverein neben dem Eiffelturm und dem schiefen Turm von Pisa zeigen. «Wir haben gegen das veraltete Bild als heruntergekommene Industrieregion starke, frische Bilder gesetzt», sagte Pleitgen. «Jetzt darf es aber keinen Absturz geben.» Die Kulturhauptstadt Linz 2009 könne dabei durchaus als warnendes Beispiel dienen: Dort habe es nach einem schönen Programm 2009 mit vielen Besuchern in diesem Jahr einen Rückgang des Tourismus um 15 Prozent gegeben. Entscheidend sei es, die Aktivitäten für die ganze 5,3-Millionen-Einwohner-Region auch künftig zu bündeln und nicht in altes Kirchturmdenken zurückzufallen, forderte Pleitgen. Als Klammer könne dabei die bestehende Gesellschaft Kultur Ruhr GmbH (Gelsenkirchen) dienen, die bisher mit Unterstützung des Landes NRW das renommierte Theater- und Opernfestival Ruhrtriennale trägt. In den Ruhr-Kommunen gibt es nach den Worten eines Regionalverbandssprechers eine Mehrheit dafür, ihre 2,4 Millionen Euro jährlicher Förderung für die Kulturhauptstadt auch weiterhin zu zahlen."

dpa, Rolf Schraa / 09.12.2010

"Ausgaben für Kultur lohnen sich"

tagesschau.de / 09.12.2010

"Eine einjährige Charmeoffensive des Ruhrgebiets"

handelsblatt.com / 09.12.2010

"RUHR.2010 mit offenem Finale - Nach Publikumserfolg: Einige Kulturhauptstadt-Projekte sollen fortgesetzt werden"

Südwest Presse online / 09.12.2010

"RUHR.2010 mit offenem Finale - Nach Publikumserfolg: Einige Kulturhauptstadt-Projekte sollen fortgesetzt werden"

Der Standard online / 09.12.2010

"Viel Respekt und ein Rekord"

Südwest Presse online / 09.12.2010

"Allemagne: tourisme en hausse pour Ruhr Capitale européenne de la culture: Les diverses manifestations de RUHR.2010/Capitale européenne de la culture, ont attiré 10,5 millions de visiteurs et le nombre de touristes a augmenté de 13,4% dans cette région industrielle en crise de l'ouest de l'Allemagne, selon les organisateurs jeudi."

lemonde.fr / 09.12.2010

"Ein Imagewechsel. Die 300 Projekte und 5.000 Veranstaltungen in 53 Städten hätten geholfen, gegen den "kollektiven Minderwertigkeitskomplex" einer ganzen Region vorzugehen. Vielleicht ist das tatsächlich das größte Verdienst der RUHR.2010: ein neues Bewusstsein für eine lange ungeliebte Region. Schon allein städteplanerisch brachte das Jahr einiges in Bewegung: jahrzehntelang waren Brachflächen oder ehemalige Industriestandorte als Problemfelder behandelt worden. Sie stellte die RUHR.2010 nun in den Fokus, machte etwa längst vergessene Zechenstandorte mit gelben Gasballons sichtbar oder zeigte Kunst an renaturierten Flüssen. Nicht nur auf Brieftauben-Events bekamen die "Ruhris" ihre eigene Alltagskultur vorgeführt. Beleuchtet wurde Migrationsgeschichte genauso wie Sprach- und Essgewohnheiten. […] sicher ist: Die RUHR.2010 produzierte Bilder, die vielleicht auch zukünftig die Klischees eines tristen Ballungsgebietes überschreiben werden. […] Insgesamt erhöhten sich die Gästezahlen von Januar bis September um 13,4 Prozent, in Essen gab es sogar ein Drittel mehr Besucher als in den Jahren zuvor. Allein drei Millionen Menschen kamen zum "Still-Leben", jenem lindwurmartigen Volksfest, für das die Autobahn 40 von Dortmund bis Duisburg gesperrt wurde - um Samba-Tänzern, Sportvereinen und philharmonischen Orchestern Platz zu bieten. Wenn es - abgesehen vom Neubau des Folkwang-Museums, dem modifizierten Ruhrmuseum in Essen und dem neuen Kulturzentrum im Dortmunder U - etwas gibt, das von der RUHR.2010 bleibt, dann ist es auch die Erkenntnis, dass Kulturförderung über die Stadtgrenzen hinausreichen muss. Vorgemacht hatten das Projekte, für die verschiedene Institutionen kooperierten: Hans Werner Henze komponierte eine Oper für verschiedene Konzerthäuser. Zehn Kommunen zeigten Kunst entlang des Rhein-Herne-Kanals. Und die Theater widmeten sich dem Thema Odyssee: Das Fremde sollte auch im Bekannten spürbar und Homers Epos im realen Leben Thema werden, dafür gab es Touren durch verschiedene Stadtteile."

Mannheimer Morgen, Annika Wind / 08.12.2010

"Glücksfall RUHR.2010: Das Motto des Europäischen Kulturhauptstadt-Jahres im Ruhrgebiet "Kultur durch Wandel - Wandel durch Kultur" hat die evangelische Kirche in der Region unmittelbar angesprochen und überzeugt. Auch die konzeptionelle Entscheidung, eine ganze Region in den Blick zu nehmen, ist bei vielen Menschen und in den beiden Landeskirchen auf Zustimmung gestoßen. So konnte die evangelische Kirche im Ruhrgebiet einen wichtigen Beitrag zum Projekt "Kulturhauptstadt RUHR.2010" leisten, indem sie ihre umfangreichen Erfahrungen mit Kulturarbeit einbrachte. Dabei konnte sie die vielfältigen Ausdrucksformen von Kunst und Kultur, die in der Kirche beheimatet sind, nutzen und die Erfahrungen im Dialog mit anderen Kulturen, im Ruhrgebiet selbst wie in der weltweiten Ökumene, neu akzentuieren. Schließlich rundete die auf dem Ehrenamt beruhende Beteiligungskompetenz der Kirchen ihren Anspruch ab, unverzichtbarer Partner der neuen "Metropole" zu sein. Kirche erwies sich als "gut geerdeter" Kulturpartner mit effizienten Kontakten zur Kunstszene der Gegenwart. Die Evangelische Kirche erfuhr aber durch das Projekt "Kulturhauptstadt" auch eine Bereicherung für sich selbst. So kam es etwa zu einer Belebung und Mobilisierung der kulturellen Vielfalt, zu strukturell und konzeptionell neuen Partnerschaften und zu vertieften Dialogen mit Künstlerinnen und Künstlern und mit den kulturprägenden und kulturschaffenden Einrichtungen der "Metropole Ruhr" über die Sinnfragen des Lebens und die Freude des Erlebens unserer Gegenwart. […] Insgesamt war "RUHR.2010" ein Glücksfall - nicht nur für die Region, sondern auch für die Kirchen. Innerhalb kürzester Frist wurde ein Gestaltungsprozess in Gang gesetzt, der sich sowohl auf die Region als auch auf das kirchliche Leben in Deutschland und in Europa auswirken wird. Man denke nur an so nachhaltige Programme wie "Pilgern im Pott", den "Platz des Europäischen Versprechens" in Bochum oder das faszinierend transparente "Kulturhauptstadtkreuz", das eine neue Offenheit der Kirchen verspricht und nun gleichsam als Stafettenstab an die Kirchen in Tallinn und Turku, die Kulturhauptstädte 2011, weitergereicht wird."

Unsere Kirche Evangelische Zeitung, Rüdiger Sareika / 05.12.2010

"Es neigt sich dem Ende zu, das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Also liegt es auf der Hand, Resümee zu ziehen - und das kann nur ausgesprochen positiv ausfallen. Das Ruhrgebiet, eine "Wiege des vereinten Europas", hat sich vielseitig, kreativ, phantasievoll der Welt gezeigt (und den eigenen Reihen). Viele haben hingeschaut - und sie haben dabei gesehen und erlebt, welch ein bedeutender kultureller Faktor Kirche in dieser Region ist. Treffend schrieb ein Beobachter: Mit kleinen Events - wie den 52 spirituellen Kulturtankstellen und spektakulären Großereignissen wie dem internationalen Pfadfindertreffen und dem 'Day of Song' mit über 6000 Chorsängern könnte man fast den Eindruck haben, RUHR.2010 sei eine gehörige Sache der Kirche gewesen. […] Es gab viele glanzvolle Höhepunkte, die nicht zuletzt die kulturellen Wurzeln des Bistums beleuchteten. Nicht nur auf großer Bühne. Als zentrale Orte kulturellen Lebens zeigten sich Pfarrgemeinden mit ihrer Kultur der Spiritualität und der Begegnung. Nicht zu vergessen das Kulturhauptstadtkreuz. Es wurde allerorten erlebt als "kraftvolles Zeichen", das die Städte des Ruhrgebietes miteinander verbindet - und auch die Kirchen. Kirchen als kultureller Faktor. Im Kulturhauptstadtjahr waren sie es. Was kommt? Viele Kirchen werden umgenutzt, Kirchtürme verschwinden. Damit verbunden sind geistige Umbrüche. Sie fordern heraus: Als Kirche in der Gesellschaft präsent zu bleiben wie im vergangenen Jahr."

Ruhr Wort - Wochenzeitung Bistum Essen / 04.12.2010

"Knapp ein Jahr ist es her, dass das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 in Essen eröffnet wurde. Es war ein fulminanter Startschuss für ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit einer ähnlich starken Inszenierung wollen sich die Macher nun bedanken - vor allem bei den Menschen des Ruhrgebiets, bei den 53 Städten, die in seltener Eintracht dieses Hauptstadtjahr erst möglich gemacht haben. Ein richtiges Signal. Richtig auch, dass RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen nicht von Abschlussveranstaltung spricht, sondern mit seinen Mitstreitern das Motto ausgegeben hat: "Der Titel geht, die Kulturmetropole bleibt". Nichts wäre fataler, als wenn die Aufbruchstimmung, die unter dem Motto "Wandel durch Kultur" ein Jahr lang das Ruhrgebiet erfasst hat, nun abbrechen würde, nur weil das Kulturhauptstadtjahr rum ist, der Titel weitergereicht wird und die 60 Millionen Euro ausgegeben sind. Nein, jetzt gilt es, dieses Projekt zu verstetigen. Pleitgen spricht von "Ruhr2020", von einem neuen Dekaden-Projekt, das nun folgen müsse. Kluge Worte. Der Ball ist im Spiel. Doch bleibt er es auch? Zu hören ist, dass der Regionalverband Ruhr die RUHR.2010-Gesellschaft Ende 2011 abwickeln will. Sicher muss genau geprüft werden, welche Einrichtungen das an Institutionen nicht gerade arme Ruhrgebiet künftig wirklich braucht. Aber dass ausgerechnet die erfolgreichste Organisation, die die 53 "Großdörfer" einander näher, die Kultur gebündelt und die fünf Millionen Menschen an der Ruhr wirklich bewegt hat, weichen soll, lässt wenig Gutes ahnen."

Neue Westfälische, Stefan Brams / 04.12.2010

"Die Kulturmetropole Ruhr ist zu einem Kompetenzträger geworden für sozial verträgliche und kulturell engagierte Städte, die sich als Pilotstädte zu einer geschlossenen Einheit zusammengerauft haben: Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund. An die 5000 Parallelevents haben von Januar bis Dezember die Region in einen wahren Kulturmetropolenstrudel hinein gezogen, aus dem einige internationale Projekte in Architektur, bildender Kunst, Literatur und Musik herausragen."

Dolomiten - Südtiroler Zeitung / 04.12.2010

"Das Ruhrgebiet aber ist wach geküsst worden. Neue Gäste wurden gesichtet, neue Institute eröffnet, neue Bilder geliefert, neue Gemeinsamkeiten entdeckt und neues Selbstbewusstsein getankt: Kohle war gestern, Kunst ist heute. Der Standortfaktor Kultur zahlt sich nicht nur für den Ruhr-Tourismus aus, sondern steigert die Lebensqualität in allen Schichten. Allein das Glück in den Mienen derer, die auf der schneeverwehten Zeche Zollverein die Eröffnung erlebten, wird als ein magischer Moment des Kulturhauptstadtjahres in Erinnerung bleiben."

Kölner Stadt-Anzeiger, Martin Oehlen / 04.12.2010

"Durchaus stolz präsentierten die Macher von RUHR.2010 mit dem Programm der Abschlussveranstaltung ihre Bilanz der Kulturhauptstadt - und das völlig zu Recht. Denn das, was an Rhein und Ruhr in diesem Jahr an kulturellen Veranstaltungen stattgefunden hat, hat höchstes Lob verdient. Ganz bewusst hat Chef-Organisator Fritz Pleitgen auf eine Mischung von Hochkultur und Massenveranstaltungen gesetzt. Oper und Open-Air-Spektakel - das Rezept ist aufgegangen, wie die Rekordbesucherzahlen eindrucksvoll belegen. Auch wenn viele der 5000 Veranstaltungen auch unabhängig von der Kulturhauptstadt stattgefunden hätten, so ist RUHR.2010 doch zu einem Erfolg und einem Ereignis der Superlative geworden - trotz des langen Schattens, den die Tragödie bei der Loveparade in Duisburg geworfen hat. Bei RUHR.2010 ist gelungen, was in der Vergangenheit kaum möglich war: Eine funktionierende und sinnstiftende Zusammenarbeit zwischen den Ruhrgebietsstädten, deren Verhältnis zueinander bisher eher von Kirchturmsdenken geprägt war. Doch auch wenn der "Ruhrpott" sich als Kulturhauptstadt Respekt verschafft und viele neue Freunde gewonnen hat - mit der Abschlussveranstaltung am 18. Dezember droht der gelebte Traum von der Rhein-Ruhr-Metropole, die sich als Einheit präsentiert, wieder zu platzen."

Die Glocke, Alfred Mense / 04.12.2010

"An Schreibtisch-Institutionen ist das Ruhrgebiet wohl reicher als die anderen Regionen des Landes. Regionalverband Ruhr (RVR), Wirtschaftsförderung metropoleruhr, Ruhr Tourismus GmbH, Kultur Ruhr GmbH und RUHR.2010 GmbH: Wer auf Anhieb die Unterschiede zwischen diesen Einrichtungen durchbuchstabieren kann, darf sich als Ruhr- Experte hoch x fühlen. Da mutet es nicht unbedingt wie ein Verlust an, wenn der RVR beschließt, die RUHR.2010-Gesellschaft bis Ende 2011 auflösen zu wollen. Paradox ist nur, dass es ausgerechnet jene Einrichtung trifft, die bislang sichtbar am meisten bewegt hat: Nicht nur 60 Millionen Euro, sondern Millionen von Menschen und die Bilder in ihren Köpfen. Sie hat die Kulturszene zu gemeinsamen Programmen bewegt, wie es alle anderen zuvor nicht vermocht haben. So wächst mit ihrer Auflösung die Gefahr, dass nach 2011 wieder jedes Museum, jedes Theater, ja jede Stadt ohne die Klammer Kulturhauptstadt alleine vor sich hin bosselt. Und dann wäre die ganze Kulturhauptstadt nicht mehr als ein Ganzjahres-Event gewesen. Eine schillernde Seifenblase Ruhr, geplatzt am 31. Dezember 2010."

WAZ, Jens Dirksen / 03.12.2010

"Was bleibt? [...] Vor allem hat das Ruhrgebiet ein neues Image in den Köpfen der rund zehn Millionen Besucher (nach Liverpool 2008 ein neuer Rekord) verankert: Das einer quicklebendigen und grünen Region."

Westdeutsche Zeitung, Rolf Schraa & Anne Grages / 02.12.2010

"Die Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet hat den mutigen Plan bestätigt, erstmals eine ganze Region mit 53 sonst oft zerstrittenen Kommunen gemeinsam antreten zu lassen. Theater und Museen stimmten ihre Konzepte ab und einigten sich auf einen Homer-Theaterzyklus im ganzen Revier, die Konzerthäuser und Festivals an der Ruhr setzten gemeinsam auf den renommierten Komponisten Hans Werner Henze, der eigens für die Kulturhauptstadt eine Oper komponierte. Zehn Kommunen entlang des Rhein-Herne-Kanals organisierten einen «Kulturkanal» mit spektakulären Inszenierungen am Ufer. Die Städte entlang der A40 kooperierten zum Beispiel im Nahverkehr so eng miteinander wie nie zuvor. […] Revierweites Singen und Schlangestehen bei der Impressionistenschau, Gasballons über alten Zechen und moderne Kunst in der Ex-Brauerei, Märchenfestival und mittelalterliche Kirchenmusik - das Festival pendelte mit 300 Projekten und über 5000 Veranstaltungen erfolgreich zwischen Massentauglichkeit und Spitzenkultur. Eine Kulturhauptstadt für alle und nicht nur die Bildungsbürger sollte es werden - am Ende steht ein Besucherrekord von über zehn Millionen Menschen, die Loveparade nicht mitgerechnet. Besonders stark war die Kulturhauptstadt da, wo sie auf die Stimme der einzelnen Städte setzte. Unter dem Motto «Local hero» bekam jede Ruhrkommune für eine Woche die große Bühne. Beispiel Oberhausen, die ärmste Stadt des Ruhrgebiets. Fast 40 000 Menschen besuchten die Industriestadt in ihrer Festwoche, hunderte Oberhausener machten im Kulturhauptstadtjahr erstmals bei Projekten selbst mit. […] Den Spannungsbogen eines Kulturfestes über ein ganzes Jahr zu halten, wäre ohnehin schwer gewesen. Durch die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten Ende Juli wurde es praktisch unmöglich. Nach der Tragödie brach die Kulturhauptstadt-Begeisterung in der Region für Wochen erst mal komplett zusammen. […] Bei den Touristen von außerhalb - auch aus dem Ausland - zog das Geschäft dagegen in der zweiten Jahreshälfte erst richtig an. Nach den Sommerferien, die viele am Strand verbringen, kamen massenhaft die Städtereisenden ins Revier. Insgesamt erhöhten sich die Gästezahlen von Januar bis September um 13,4 Prozent, Essen verzeichnete sogar rund 30 Prozent mehr Gäste. Auch hier gibt es Hoffnung auf dauerhafte Effekte. […] Städtebaulich hat die Kulturhauptstadt dem jahrzehntelang vernachlässigten Ruhrgebiet ein beachtliches Erneuerungsprogramm gebracht. Endlich wurden überfällige Bahnhofsrenovierungen etwa in Essen und Dortmund angegangen, es gab bedeutende Museumsbauten in Dortmund, Hagen, Duisburg und Essen. Die Region bekam fünf große Besucherzentren für ihre Touristen. All das summiert sich auf mehrere hundert Millionen. Vielleicht noch wichtiger ist das neue Bild in der Öffentlichkeit: Dass an der Ruhr die Wäsche beim Trocknen auf der Leine schwarz wird, glauben nach tausenden von Filmbeiträgen und Artikeln über das heutige Ruhrgebiet nur noch ganz Unbelehrbare."

dpa, Rolf Schraa / 01.12.2010

"Ein echtes Fazit steht nicht am Ende der Gesprächsrunde und wird auch nicht am Ende der Kulturhauptstadt stehen können. Schön war es, schlecht war dies und das, nervig gar, unglaublich viel war unglaublich Vielen total egal und einigen Wenigen extrem wichtig, und: besser gemacht als die da oben hätten wir das sowieso. Vom Schönreden und Schwarzmalen versteht diese Region schon immer was. Klar ist aber, dass noch weiter darüber gesprochen werden kann, muss und wird. Und oft werden diese Gespräche in den nächsten Jahren wohl dann doch so anfangen: "Weißt du noch, als wir im Kulturhauptstadtjahr mit dem Besuch auf...""

HEINZ Magazin / 01.12.2010