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Medien-Wegweiser zur Irrfahrt "Odyssee Europa"

Andreas Grothgar als Odysseus, Generalprobe am Schauspiel Essen / Foto: Karl-Bernd KarwaszAndreas Grothgar als Odysseus, Generalprobe am Schauspiel Essen / Foto: Karl-Bernd Karwasz

Auch Odysseus (Andreas Grothgar) ist oft ratlos. Generalprobe von "Areteia" am Schauspiel Essen / Foto: Karl-Bernd Karwasz

Am 27. und 28. Februar feierte die "Odyssee Europa" ihre Uraufführung in der Metropole Ruhr. Schauspiel Essen, Schauspielhaus Bochum, Theater Oberhausen, Theater an der Ruhr, Schlosstheater Moers und Schauspiel Dortmund inszenierten die Stücke von Grzegorz Jarzyna, Roland Schimmelpfennig, Enda Walsh, Péter Nádas, Emine Sevgi Özdamar und Christoph Ransmayr. Das Publikum begab sich auf eine Reise von Theater zu Theater, die einer Irrfahrt gleich durch die Licht- und Schattenwelt einer europäischen Stadtlandschaft führte.

Nachfolgende Reisetermine: 6./7.03., 13./14.03., 2./3.04., 22./23.05.2010.
Weitere Informationen zu Odyssee Europa.

Mit einer Auswahl an Medienmeinungen möchten wir Ihnen eine Orientierung für die Irrfahrt geben:

Medienecho zur Uraufführung, 27./28.02.2010 (in Auswahl)

Medienecho zur Generalprobe, 24./25.02.2010 (in Auswahl)

          


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Medienecho zur Uraufführung (in Auswahl):


"Zwischen dem Essener und dem Dortmunder Odysseus liegen 36 Stunden, vier weitere Inszenierungen und eine Reise per Bus, Bahn, Schiff und Pedes durch sechs Ruhrgebietsstädte. Die "Odyssee Europa" ist das große Theaterprojekt von RUHR.2010 im Kulturhauptstadtjahr, aufwändig organisiert, außergewöhnlich durchgeführt. (…) Ein fürsorgliches Pauschalangebot der Architekten- und Künstlergruppe raumlaborberlin inklusive Übernachtung bei privaten Gastgebern, Stadtführungen von Einheimischen und üppigem Gastmahl macht so aus dem Theaterbesuch ein großformatiges Event. Überforderung ist natürlich vorprogrammiert. Die lässt sich auch kaum mit den vorsorglich eingepackten Schlafbrillen wegschlummern. Es wäre auch schade um die spannenden Begegnungen mit den Weggefährten. Die sind auf der "Reise durch die Zwischenwelt" erstaunlich gut gelaunt angesichts der deprimierenden Weltanalyse, die ihnen die Aufführungen präsentieren. (…) Mit dem großartigen Enthusiasmus der Reiseveranstalter, Gastgeber und Weggefährten können die Inszenierungen in den Stadttheatern, zu denen noch die in Moers, Mülheim und Oberhausen kommen, leider nicht alle mithalten. Der spektakuläre Uraufführungs-Marathon bringt dennoch einen entscheidenden Mehrwert: Die sechs Ruhrgebiets-Theater erhalten an diesem Wochenende geballte Aufmerksamkeit und sorgen gemeinsam für eine Vielfalt, die das Projekt doch spannend macht."

die tageszeitung, Sarah Heppekausen / 05.03.2010

"Die sogenannte Metropole Ruhr ist als Kulturhauptstadt Europas eine Besonderheit. Eine ganze Region teilt sich hier den Titel, und wer sie mal ein Wochenende lang durchkreuzt, mit dem Bus, mit dem Schiff, mit der Bahn, der sieht mit Staunen, was für ein heilloses Gewirr aus Autobahnen, Fabrikanlagen und Stahlwerken diese Gegend ist (…), in der die Städte ineinander übergreifen. Und doch haben sie alle ihren eigenen Charakter und in der Regel sogar (noch!) ihr eigenes Theater. Um diesen besonderen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, haben sich die Programmverantwortlichen von RUHR.2010 für ihr theatralisches Großprojekt "Odyssee Europa" von der Metapher der Irrfahrt inspirieren lassen und daraus nicht nur ein integratives Bühnenkonzept, sondern auch ein städtetouristisches Eventprogramm gestrickt: einen zweitägigen Theatermarathon mit Ruhr-Tour-Klammer, buchbar nur als Gesamtpaket, an insgesamt fünf Wochenenden. (…) Wer eingecheckt hat, braucht sich um nichts mehr zu kümmern, das erledigt alles die Gruppe "raumlaborberlin", die dieses logistische Großunterfangen - vom Check-in im flughafenbetriebsamen Foyer des Theaters Essen bis hin zum Bustransfer - inszeniert und sehr gut im Griff hat. (…) Man muss diese Privatübernachtung nicht mitmachen, aber gerade das Gastgeberkonzept macht einen großen Reiz aus bei dieser "Odyssee". Man betritt hier tatsächlich unsicheres Terrain, kommt mit wildfremden Menschen ins Gespräch. Hunderte von Ruhrpottlern haben sich freiwillig als Gastgeber gemeldet. (…) Die Offenheit und Herzlichkeit dieser Begegnung vertreibt jede Verkrampfung und erzeugt so etwas wie Normalität. Sie ist gut, die Idee mit der "Odyssee". Sie zielt als Stationenreise auf eine ganzheitliche Theatererfahrung, die Landstriche und Leute miteinschließt; sie ergibt aber auch inhaltlich Sinn, weil Homers Heldendichtung, dieser uralte Textgrundstein der abendländischen Kultur, genügend Stoff, aber auch genügend Freiheit für eine Übertragung ins 21. Jahrhundert bietet. (…) Am Ende zählt nicht, wer der Beste war, sondern dass sich hier jedes Haus mit seiner eigenen künstlerischen Handschrift vorgestellt hat. Auf der "Odyssee" durch die Theaterlandschaft Ruhr ist ohnehin der Weg das Ziel."

Süddeutsche Zeitung, Christine Dössel / 04.03.2010

"Die sechs Schauspielhäuser des Ruhrgebietes haben sich zu einem gigantischen Uraufführungsprojekt zusammengeschlossen. Das Publikum begibt sich auf eine gelenkte Irrfahrt durch die Region, per Bus, Bahn und Schiff von Bühne zu Bühne, um ganz verschiedene Neudeutungen des antiken Epos zu erleben. (…) Einen strahlenden Helden, wie ihn Kirk Douglas auf der Leinwand gab, sucht man bei dieser Odyssee vergebens. (…) "Odyssee Europa" ist eine gewaltige Leistung, abwechslungsreich, ein Theaterrausch. Vom Leben im Ruhrgebiet allerdings erzählt sie kaum etwas. Die Verzahnung von Kunst und Region klappt nicht. Mit einer Ausnahme: Mindestens zwei der sechs Schauspielhäuser sind akut gefährdet. Kein Wunder, dass die Toten eine so große Rolle spielen auf dieser Odyssee."

Die Welt, Stefan Keim / 03.03.2010

"Das Ruhrgebiet mag als Metropolregion mit dem Rhein-Neckar-Raum nicht zu vergleichen sein, nichtsdestotrotz zeigt das Theaterprojekt "Odyssee Europa" im Rahmen von RUHR.2010 auf beeindruckende Weise, wie sich das gesamte Revier künstlerisch erfahrbar machen lässt. (…) Was das Projekt außergewöhnlich macht, sind dabei weniger die Stücke, als die von der Gruppe raumlaborberlin konzipierte Reise per Bus, Schiff oder zu Fuß von Dortmund bis Moers, welche die etwa 400 Besucher in engsten Kontakt mit der Bevölkerung bringt. (…) Es entsteht ein berührender Austausch zwischen Fremden und Einheimischen, die mit Kulinarischem, privaten Geschichten und erzählter Historie ihre Gastfreundschaft beweisen. (…) Was beeindruckt, ist das hohe künstlerische Niveau der Ruhrgebietsbühnen, vor allem aber wie Gastfreundschaft, Reise und Dauer als Themen der Odyssee im Durchqueren des Ruhrgebiets unmittelbar sinnlich erfahrbar gemacht werden."

Mannheimer Morgen, Hans-Christoph Zimmermann / 03.03.2010

"Die Kulturhauptstadt auf Theaterreise. (…) Sechs Autoren aus Europa, sechs Uraufführungen an Theatern im Ruhrgebiet, sechs Fort- und Umschreibungen der "Odyssee" und sechs verschiedene Entwürfe ihres Helden, das war die Grundidee für ein Theatervorhaben von handlicher Megalomanie. Das Konzept hat auf einem Bierdeckel Platz, ist aber in der Umsetzung ebenso kompliziert wie die Steuererklärung. Zumal die Verantwortlichen die wahnwitzige Idee hatten, die Fahrten von Theater zu Theater nicht als lästiges logistisches Problem zu betrachten, sondern als willkommene Chance, ein Konzeptkunstwerk zu schaffen. (…) Nachdem das Theater in den letzten Jahren alles, was sich greifen ließ, zu sich in die Guckkastenbühne gezerrt hat, Video und Multimedia, Experimentalfilm und Roman, ist es ihm dort mit all dem Krempel nun zu eng geworden, und es will mit Mann und Maus hinaus in Stadt und Landschaft, und am besten gleich hinein in die Kulturhauptstadtkulturlandschaft. So kam es bei Wind und Wetter zum Zug der vierhundert, so kam es zur ersten großen postdramatischen Kulturkarawane. (…) Es findet tatsächlich ein kleines Theaterwunder statt - aber zwischen den Aufführungen. Denn was dem Theater nur noch selten gelingt, die Bildung einer Gemeinschaft, die den Zuschauer nicht ausschließt, das Angebot eines kollektiven Erlebnisses, das nicht nur die Theatermacher umfasst, das scheint hier zu gelingen: Wildfremde Menschen reden miteinander, im Bus, in den Theaterpausen, beim "Großen Gastmahl", dem gemeinsamen Essen in einer Industriehalle, abends bei den Gastgebern oder auf dem Rhein-Herne-Kanal, wenn ein Ausflugsschiff die Karawane von Gelsenkirchen nach Duisburg bringt. Sie reden natürlich nicht nur über die Stücke. Sie reden über die Städte, durch die man fährt, über sich und über ihr Leben. Mag sein, dass die postdramatische Theaterkarawane eine am Reißbrett ausgeklügelte List war. Aber sie hat auf Anhieb funktioniert."

FAZ, Hubert Spiegel / 02.03.2010

"Mit dem Theatermarathon "Odyssee Europa" gelingt der Kulturhauptstadt RUHR.2010 nicht nur ein Kraftakt, sondern auch die Inszenierung einer ganzen Region - als Hort der Gastfreundschaft. Im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 steuern Essen, Bochum, Oberhausen, Moers, Mülheim und Dortmund jeweils eine Inszenierung für einen wahren Theatermarathon bei. Sechs Uraufführungen innerhalb von zwei Tagen - das ergibt einen überwältigenden Kraftakt, bei dem die Reizüberflutung durchaus eingeplant ist. Gleichzeitig verbindet das Architektenduo "raumlaborberlin" die Odyssee-Motive des Reisens und der Gastfreundschaft durch eine eigene Meta-Inszenierung: (…)Es geht nicht um die Umsetzung eines Kulturfests mit finanzieller Not, sondern um ein tieferes Entdecken einer Region und seiner Menschen. (…) Ein Pressevertreter streitet sich mit einem Ruhrpottler darüber, ob man sich nun auf einer kulturellen Butterfahrt befände. Aber genau das ist es nicht, sondern ein äußerst gelungenes, wuchtiges Theaterspektakel, das sich die Dichte der Region zunutze macht. Keines der Stücke enttäuscht. Die Bandbreite erschlägt beinahe, und der Facettenreichtum wird von Stück zu Stück deutlicher."

SPIEGELonline, Ulf Pape / 02.03.2010

"Es ist das Theaterereignis der Metropole Ruhr zum Kulturhauptstadtjahr 2010. Die sechs Theater von Moers bis Dortmund haben sechs europäische Autoren beauftragt, sich theatralisch mit Homers Odyssee zu befassen. (…) "Odyssee stelle ich mir anders vor", sagt ein griesgrämiger Kollege, "das ist ja wie eine Butterfahrt." Ein anderer ist dagegen begeistert: "Man redet mit wildfremden Menschen über Inszenierungen. Es entsteht das, was Theater früher ausgezeichnet hat: Gemeinschaft." (…) Zum Glück haben sich die beteiligten Theater auch etwas wirklich Odyssee-mäßiges, also Unvorhersehbares einfallen lassen. Die Theatergruppe "Raumlabor" organisierte 400 einheimische Gastgeber als Reisebegleiter. (…) Gegen solche Begegnungen kommen die meisten Aufführungen freilich nicht an. (…) Und was nimmt man mit nach 36 Stunden Odyssee, nach über zwölf Stunden Theater? Vor allem die Lust, wieder mal Homer zu lesen. Am Ende drängen 400 Reisende mit Rollkoffern aus dem Theater in einen stürmischen Abend. Sagt eine der Reisestewardessen zu einer Besucherin: "Sind Sie nicht Frau Müller? Ich soll Ihnen von Ihrem Gastgeber ausrichten, dass Sie wegen des schlechten Wetters gerne nochmal bei ihm übernachten können." Es sind nicht die Geschichten über schuldig gewordene Männer, verlassene Frauen und vaterlose Söhne - es ist die Offenheit realer Menschen, die einen bei diesem Theatergroßereignis berührt."

Der Tagesspiegel, Andreas Schäfer / 02.03.2010

"So ist das beim Theatergroßereignis von RUHR.2010, der Kulturhauptstadt: Man kommt aus dem Bus, man geht in den Bus, man kommt aus dem Theater, man geht ins Theater und zwischendrin ein bisschen Tourismus, zwei Theatertage lang. (…) Sechs Phantasien von sechs Autoren, sechs Abrechnungen mit unserer Zeit. (…) Die Odyssee, Europa, das Ruhrgebiet, die sechs Autoren, die sechs Städte, die sechs Bühnen, die Menschen vor Ort, alles überlagert sich, alles vielfach überkodiert und überorganisiert, Konzept erschlägt Theater. (…) Zum Glück sind die Menschen im Ruhrgebiet wirklich so großartig, dass sie selbst diesen Planwahn mit guter Laune tragen. (…) Beschäftigt sich der europäische Mensch 2010 mit seinem Ursprungsmythos, der "Odyssee", sieht er Krieg, Gemetzel und Vergewaltigung. Nichts mehr von Dialektik der Aufklärung. Die Autoren von heute bezweifeln, dass es je eine Aufklärung gab. Sie sehen die Bankrotterklärung des abendländischen Menschen. (…) Der Odysseus, an dem die sechs Autoren und vielen Theatermacher hier phantasieren, ist gar kein Odysseus. Das ist kein listiger, smarter Machtmensch. Das ist Achill, die Kriegsmaschine. Ein Vieh. Der Typ Mann, den keiner haben will."

Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, Peter Michalzik / 02.03.2010

"Die Idee von Odyssee Europa ist so einfach wie bestrickend: Die sechs führenden Schauspielhäuser der Ruhr-Region heben jedes für sich ein komplett neues Stück aus der Taufe. Als Vorwurf dient den internationalen Autoren - neben Ransmayr u. a. Péter Nádas, Roland Schimmelpfennig, Enda Walsh oder Grzegorz Jarzyna - das schimmernde Epos Homers: das ewig gültige Manifest menschlicher Unbehaustheit. (…) Anreisende Kulturjahrbesucher sprangen, von nordrheinwestfälischen Fremdenführern freundlich geleitet, ins Kielwasser des Kriegsheimkehrers Odysseus. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden in rasender Eile die Bühnen in Essen, Bochum und Oberhausen, Mülheim/Ruhr, Moers und Dortmund abgeklappert. Busse und Kanalfähren sorgten für homerische Übersetzungsverhältnisse in mausgrau kolorierten Brach- und Stadtlandschaften."

Der Standard, Ronald Pohl / 02.03.2010

"Wenn nach zwei Tagen und sechs Uraufführungen in sechs Städten der Bus die Theater-Reisegesellschaft wieder absetzt, Regen fällt und Sturm bläst, ist der erste Gedanke: Leider war das zu befürchten. Leider wurde diese Unternehmung doch zur rein sportlichen Ausdauerübung, zu einem hektischen Theaterhopping rund durchs Ruhrgebiet, bei dem das Theater auf der Strecke blieb. (…) Man gewann namhafte Autoren, die einzelnen Häuser stemmten lauter grossangelegte Inszenierungen, und das Künstlerduo «raumlabor berlin» gab sich reichlich Mühe, die Reise als «zweitägiges Abenteuer» zu gestalten: mit Bus und Schiff und Übernachtung bei privaten Gastgebern. Die Reise zwischen den Aufführungen war wirklich schön. (…) Aber das Theater! O weh, was für eine Enttäuschung. Den Stücken selbst lässt sich noch einiges abgewinnen, auf den Bühnen indes: fast überall plumpes Herunterspielen, schlimmstes Veräusserlichen und Verraten der Texte an Effekte und Plattheiten. (…) Ratlos, stammelnd steht das Theater vor Stücken, die mit der Odyssee nach Identität und historischem Bewusstsein fragen. Man sieht lauter kunsthandwerkliche Übungen, die Meinungen, aber keine Haltung zu den Texten haben. Das ist auch dem Gesamtprojekt geschuldet."

Neue Zürcher Zeitung, Dirk Pilz / 02.03.2010

"In sechs Theaterstädten des Ruhrgebiets wurde die "Odyssee Europa" uraufgeführt - der erste Triumph der Kulturhauptstadt. Natürlich hatte mancher es sich eventmäßig gesellig gedacht, vielleicht auch verrückt mit Bahn und Kanalschiff durchs Revier, dann am langen Tisch gemeinsam essen und zwischendurch ins Theater. Die "Odyssee Europa" ist aber nicht nur ein großer Spaß, sondern vor allem großes Theater: hochintellektuell, erschütternd, wahrheitssüchtig, faszinierend. Dieses starke Paket - sechs große Autoren, sechs sensible Regisseure, die behutsam Bezüge zwischen den Stücken schaffen, und sechs interessante Bühnen - es könnte und müsste Kult werden. RUHR.2010 hat hier etwas Unerhörtes Neues generiert, etwas Bemerkenswertes; nicht auszudenken, dass dieses kleine, exklusive Odysseus-Festival in ein paar Wochen verschwinden könnte wie eine Sternschnuppe."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 02.03.2010

"Grenzen werden fließend auf der 24-stündigen Abenteuer-Reise durch ein Revier in Aufbruchstimmung. Das Projekt ist einzigartig: Sechs europäische Autoren schrieben ihre Versionen einer "Odyssee" und sechs Theater der Kulturhauptstadt brachten sie in einem gewaltigen Erzählstrom auf die Bühnen. Der Zuschauer wird per Bahn, Bus und Schiff zum Entdeckungsreisenden. Eine Irrfahrt durch die Zwischenwelt, dieser Untertitel ist am Ende kaum übertrieben."

Recklinghäuser Zeitung, Alfred Pfeffer / 02.03.2010

"Sechs Ruhrgebiets-Theater, sechs Mal eine neue Sicht auf Homers "Odyssee" - beim Uraufführungsreigen der Odyssee Europa zelebrierte die Kulturhauptstadt am Wochenende die Vielfalt der Theater im Ruhrgebiet."

WR, Nadine Albach / 02.03.2010

"Es sind nicht nur sechs Uraufführungen, die die rund 400 Theaterreisenden anlässlich des Kulturhauptstadtjahres zwischen Moers und Dortmund erleben, dank des "raumlaborberlin" verbindet eine "Irrfahrt durch die Zwischenwelt" die einzelnen Inszenierungen, Übernachtung und Überraschungen inklusive. (…) Odysseus bleibt ein Heimatloser. Er wird weiterwandern. Wir auch. (…) Odysseus begegnet den von ihm Dahingemetzelten, im sorglosen Suff verunglückten Gefährten, und auch der toten Mutter. (…) Da müssen wir uns schon verabschieden und stellen fest, dass die Zeit zu schnell verging. Irrfahrende sind Flüchtigkeitsbekanntschaften. (…) Regisseur Roberto Ciulli findet seine eindringlichsten, schrecklichsten Bilder seit langem für Nádas' Apokalypse. (…) Hässlich ist auch schön, so lange man in Fahrt ist. Das Ruhrreisefieber wirkt noch lange nach."

Kölner Stadt-Anzeiger, Christian Bos / 02.03.2010

"Das beim Einchecken im Schauspiel Essen ausgehändigte Schönes-Theaterwochenende-Ticket fühlt sich an wie ein Lottoschein mit sechs Richtigen plus Zusatzzahl. (…) Ein absolutes Theater-Highlight war nicht dabei, aber jeder hat seine persönlichen Favoriten. Jedes der sechs Theater zeigt bei der Umsetzung der Odyssee seine eigene Handschrift. Vielleicht der beeindruckendste Beleg für die "einzigartige Kulturlandschaft Ruhrgebiet". "

Aachener Zeitung, Guido Rademachers, 02.03.2010

"Reisen bis zur Läuterung. Sechs Uraufführungen bei der zweitägigen "Odyssee Europa" und kein Flop. (…) Das Besondere an der zweitägigen, ausgesprochen kompakten "Odyssee Europa": Sechs Ensembles ließen einen je eigenen künstlerischen Geist spüren. (...) Das riesige, fast geschlossene Stadtgebiet des Ruhrgebiets macht es möglich, selten mehr als eine halbe Stunde unterwegs zu sein - zum nächsten Theater, zur nächsten Uraufführung. Nicht nur fantastisch und liebevoll organisiert war diese Theaterreise, sondern auch erlebnisreich, jenseits der sechs Vorstellungen. (…) Das Premierenpublikum der "Odyssee Europa" zog mit, ließ sich begeistern, trottete in langen Schlangen durch Matsch und Sturm, immer offen für neue Eindrücke. Nach jedem Essen, auch mit einem Schlückchen Wein dabei, saß das Publikum wieder aufgeräumt und wach in seinen Theatersitzen. Gerade auch die vielen Älteren erwiesen sich als enorm elastisch. Nichts als selbstverständlich? Aber nein, gerade mehrtägige Veranstaltungen fransen gern mal ins Laute und Griesgrämige aus. Doch solch ein kultiviertes Publikum wie auf dieser Fahrt lässt hoffen: Vielleicht nicht auf den ewigen Frieden, aber auf bleibend zivile Umgangsformen. (...) In 40 gemeinsamen Wegstunden grüßte sich die Großfamilie bald, als würde sie sich lange kennen. Die Autoren der Stücke waren mit von der Partie, auch Verlagsleute und Intendanten wie Claus Peymann."

Neue Osnabrücker Zeitung, Christine Adam / 02.03.2010

"Die Zuschauer selbst begaben sich mit dem Projekt unter dem Motto »Odyssee Europa« auf eine Reise durch das Ruhrgebiet. Sie begann in Essen und führte nach Bochum, Oberhausen, Mülheim, Moers und Dortmund. Zwischen den Vorstellungen - drei am Samstag, drei am Sonntag - gab es viele Möglichkeiten, mit Reisegefährten zu reden. Thema war fast immer das Theater. Es kam zu einer Fülle interessanter, tiefgründiger, aber auch kontroverser Gespräche. (…) Ein Grundeinwand gegen das Konzept ist die Überfülle: Sechs Stücke an zwei Tagen - nicht wenige Zuschauer fühlten sich überfordert; ein Eindruck löscht den anderen aus. Gleichzeitig wurde indes eine Stärke Europas deutlich: Wenn auch in wichtigen Politikfeldern mehr Einheitlichkeit zu wünschen wäre, bei der Kultur liegt Europas Stärke in der Vielfalt. Diese Tatsache machte sich auch die »Kulturhauptstadt RUHR.2010« zunutze. Bei der »Odyssee« wurde deutlich, dass die Vielfalt der Bühnen im Ruhrgebiet ebenso Quell des Reichtums ist wie bei der Kultur in Europa. (…) Wenn auch einzelne Eindrücke in der Flut der Impressionen verloren gegangen sein dürften, bleiben doch zwei intensive Theatertage und ein überzeugendes, vielstimmiges, humorvolles und gleichzeitig bitter ernstes transnationales Plädoyer gegen den Krieg und für den Frieden."

Gießener Allgemeine / 02.03.2010

"Sechs Uraufführungen an einem Wochenende an sechs Theatern des Ruhrgebiets - die "Odyssee Europa" ist eines der ambitioniertesten Projekte während des Kulturhauptstadtjahrs. Zwar gibt es inhaltliche Schwächen, doch die liebevoll organisierte Irrfahrt ist ein Erlebnis. (…) Denn diese Reise ist nicht nur ein Stücke-Marathon, sondern auch eine Erkundung des Ruhrgebiets mit Übernachtung bei Gastfamilien. (…) Die Reisenden fühlen sich nicht mehr wie Fremde. Und das Theater hat etwas Großes bewiesen: dass es Menschen zueinanderbringen, ins Gespräch lenken, zum Nachdenken verführen kann. (…) Die Zuschauer sind jetzt angelangt, haben Theaterwelten durchschritten, Regiehandschriften verglichen, Odysseen durchlitten, sind erschöpft. Und wie es aussieht, glücklich."

Rheinische Post, Dorothee Krings / 02.03.2010

"Zehn Jahre war Odysseus in Homers Epos unterwegs, getrieben vom Zorn des Poseidon. Zwei Tage dauert nun die Reise der Teilnehmer von "Odyssee Europa", einem der Höhepunkte des Programms der Kulturhauptstadt RUHR.2010: Zwischen sechs Theaterbesuchen in sechs Theaterstädten des Ruhrgebiets werden sie listenreich auf Abwege geführt. (…) Die reisenden Theaterbesucher waren allesamt in aufgekratzter Feststimmung. Kein Wunder also, dass jene Aufführungen am meisten Anklang fanden, die klare Situationen mit großen Gefühlen wählten (…) Die Odyssee als Thema eines Theatermarathons bietet sich im Ruhrgebiet an, denn hier sind viele Fremde gestrandet, nicht als Schiffbrüchige, sondern als Arbeitsmigranten."

Westdeutsche Zeitung, Eva Pfister / 02.03.2010

"Sechs Stücke über die Irrfahrt des Lebens, über Weggehen und Ankommen, Fremdheit und Heimat, Hoffnung und Illusion, eigens geschrieben von bekannten internationalen Autoren und aufgeführt zwischen Samstagmorgen und Sonntagabend, zwischen Moers und Dortmund. Ein etwa 1000-köpfiges "Ensemble", neben den Theatermachern und Organisatoren, auch die 400 Besucher und etwa 200 Gastgeber. Letztere, allesamt Bewohner des Ruhrgebiets, spielen eine Hauptrolle in der Odyssee. (…) Bei der Odyssee Europa, so der offizielle Titel des Theaterprojekts der "Metropole Ruhr" gibt es keine bloßen Zuschauer mehr. Wer sich darauf einlässt, muss das Theater lieben und das Abenteuer ein bisschen auch. Das "raumlaborberlin", der beiden Architekten Jan Liesegang und Matthias Rick haben das Konzept für die Irrfahrt durch die Zwischenwelt inszeniert, lassen das Publikum nicht nur mit dem Auto ihrer Gastgeber, sondern mit Bus, U-Bahn und Schiff, auch ein Stückchen zu Fuß das Ruhrarchipel erkunden. Eine Kreuzfahrt, die viel mehr ist als ein originelles Ruhrgebiets-Sightseeing. Denn die sechs Stücke über Odysseus, den abwesenden Vater und Ehemann, den Waghalsigen und Listenreichen, den Helden und Gewalttäter bieten überreichlich Gesprächsstoff in der Reisegesellschaft, die sich am Sonntagabend vor dem letzten Schauspiel in einem ehemaligen Dortmunder Straßenbahndepot an mehrere hundert Meter langen, reichlich gedeckten Tafeln bei einem Gastmahl stärkt. (…) Glückliches Ende einer beglückenden Odyssee."

Westfälische Nachrichten, Karin Völker / 02.03.2010

"Die Kulturhauptstadt inszeniert spektakuläre "Odyssee Europa" als Irrfahrt durch einen Städte-Moloch. (…) Gerade die kleineren Häuser in Oberhausen und Moers, die in der Schuldenkrise der Städte um ihre Existenz ringen, enttäuschen am allerwenigsten. In dieser Odyssee erzählt das Sprechtheater auch von sich und seinen Möglichkeiten. (…) Wildfremde kommen sich an diesen beiden Tagen im Gespräch über die Inszenierungen nahe."

Neue Westfälische, Bernd Aulich / 02.03.2010

"Die sechs Stadttheater des Ruhrgebiets haben sich zur Kulturhauptstadt die "Odyssee Europa" einfallen lassen, bei der Inhalt und Form zur Deckung gebracht werden. An zwei Tagen sieht der Besucher sechs Stücke, in denen europäische Autoren Homers Stoff neu deuten, eine maßlose Überdosis Bühnenkunst. Gleichzeitig unternehmen sie eine Reise an unvertraute Orte zwischen Moers und Dortmund. Ein Abenteuer in mehrfacher Hinsicht. (…) Warum brauchte es die Kulturhauptstadt, um die sechs Stadttheater der Region zu einem Projekt wie der "Odyssee Europa" zu inspirieren? In einer Zeit der Stadionkonzerte und der medialen Events brauchen auch bodenständige Institute wie Schauspielhäuser den Ereignischarakter, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Gab es Berührungsängste, Rivalitäten? Gut, dass ausgeräumt wurde, was immer im Wege stand. Spätestens nach dem Erfolg dieser szenischen Ausschweifung steht fest: Es ist möglich. Es funktioniert. (…) Auswärtige Gäste waren fasziniert. Viele fragen nach einer Fortsetzung."

Westfälischer Anzeiger, Ralf Stiftel / 02.03.2010

"Mit sage und schreibe sechs Uraufführungen an zwei Tagen glänzte Europas Kulturhauptstadt RUHR.2010 am Wochenende. (…) Das Publikum war angetan, teilweise begeistert. So unterschiedlich die Kommentare, Neuaneignungen und Travestien ausfielen, in einem stimmten die Stückeschreiber überein, wie schon der Titel "Odysseus. Verbrecher" nahelegt: Während Homer den Krieg um Troja verherrlichte, rechnen Homers Kollegen im 21. Jahrhundert gnadenlos mit den "Städteverwüstern" ab: Sie verurteilen den Krieg einmütig - die Friedenssehnsucht ist ein Grundstein der europäischen Einigung."

Hessische Niedersächsische Allgemeine / 02.03.2010

"Sechs Theater gegen Krieg"

Nordsee-Zeitung / 02.03.2010

"Feuerwerk an Uraufführungen"

Nordbayerischer Kurier / 02.03.2010

"Das Ruhrgebiet scheut die Götter nicht und ist sehr gastfreundlich. 400 private Gastgeber laden an fünf Wochenenden 400 Theaterbesucher zu sich ein. (…) Die Theaterreise durchs Ruhrgebiet ist eine Odyssee für Pauschaltouristen. Im Eventpackage der Kulturhauptstadt ist der Irrweg ausgeschlossen. Jeder Theaterreisende erhält zuerst einmal einen Reiseversicherungsschein. Die Theaterstücke haben Längen und dazwischen wird Strecke gemacht. Nach jeder Vorstellung geht es schnell weiter. In der Zeit des Odysseus lauerte überall Gefahr. Doch der Rhein-Herne-Kanal ist nicht die Ägais. (…) Die Theatermacher im Ruhrgebiet wollen Aufmerksamkeit und kennen weder Uhrzeit noch Erbarmen. (…) So eine Irrfahrt ist schon irre. Irgendwann wird alles zum Symbol. Die Geschichte von Odysseus ist die Geschichte eines Mannes, der 20 Jahre unterwegs ist und endlich wieder nach Hause will. Die Theatermacher haben sich viel einfallen lassen."

3sat Kulturzeit, Lotar Schüler / 01.03.2010


"Einchecken für eine zwei Tage lange Theaterreise. (…) Es wird quer durch das ganze Ruhrgebiet gehen, als Fremde auf Irrfahrt, wie einst Odysseus. (…) Die Odyssee als Reviererkundungsfahrt. (…) Übernachtet wird hier auch,  all inclusive, bei der Odyssee Europa. (…) Einmal Ruhrgebiet und zurück, die normale Odyssee des Alltags."

WDR west.art / 01.03.2010

"Jede neue Produktion liefert neue Munition, fordert Vergleiche heraus, bringt neue Assoziationen. Auch das ist eine der ganz großen Qualitäten des RUHR.2010-Projekts. Erstaunt stellen Reisende fest, wie Regisseure ähnliche Gedanken entwickeln."

Ruhr Nachrichten / 01.03.2010

"Ruhrregion klotzt mit Bearbeitung von Homer-Werken"

Stuttgarter Nachrichten / 01.03.2010

"Was für ein Projekt! 400 Menschen haben den Mut, sich zwei Tage nichts als Theater antun zu wollen. (…) Sind wir nicht alle ein bisschen Odysseus? Immer unterwegs, und oft müssen wir mit Ungeheuern wie Schuld oder Schicksal kämpfen. Das lehrt uns die "Odyssee Europa" - auch wenn nach 36 Stunden die Augen brennen, der Kopf dröhnt und der Reisende allen Ernstes von einer Thrombosespritze träumt. (…) Das kleine Abenteuer ist die Reise, das große findet auf den Bühnen statt. Sechsmal Odysseus, aber kein Held dabei. Schmutzig und traurig hockt Andreas Grothgar in Essen am Bühnenrand. Ein stiller, gefährlicher Mann. Ein Verzweifelter ist auch Wolfgang Michael als Odysseus in Bochum, Katja Stockhausen als Titelheldin in Moers liegt schließlich nackt und geschändet in der Fremde. Die Fährnisse der Heimatlosigkeit, die grässlichen Folgen des Krieges und der unmögliche Weg zurück haben die sechs Autoren aus ganz Europa umgetrieben - vielleicht taucht deshalb das Ende von Homers Odyssee immer wieder in den Stücken auf. (…) So aktuell kann ein Mythos sein oder auch so überzeitlich gültig. Und so verschieden können sechs Dramen, sechs Regie-Handschriften zum gleichen Thema sein. 400 Menschen haben 400 Meinungen. Überall diskutieren sie - im Bus, beim Essen, sogar in der Warteschlange vor der Damentoilette. Wann ist je so intensiv über Theater gestritten worden? Auch das macht das RUHR.2010-Projekt "Odyssee Europa" zum Ereignis."

Halterner Zeitung / 01.03.2010

"Mit sechs Bearbeitungen der Texte von Homer eröffnete die Ruhrregion als diesjährige Kulturhauptstadt Europas ihr Theaterprogramm sehr ambitioniert. (...) Die Stärke des übergreifenden Themenkonzepts dieses Theaterprojekts ist zugleich seine Schwäche: Die Vielfalt der Sichtweisen überflutet und überfordert den Zuschauer. Angesichts der Fülle stellte sich schon am Ende des ersten Tages des Marathons die Frage, ob nicht weniger mehr gewesen wäre."

dpa, Ulrich Fischer / 1.3.2010

"Längst nicht alle der sechs Uraufführungen an diesem außergewöhnlichen Theater-Wochenende vermitteln diese Relevanz. Vielleicht liegt das an der herausfordernden Masse, die den Geist des Zuschauers auf Dauer erschöpft und die sich auch mit einer Schlafbrille im Reisepaket nicht zu einzelnen Häppchen zerschlummern lässt. Aber das wäre eine Ausrede. Die zweitägige Reise inklusive Versicherungsschein haben die Architektur- und Städtebau-Experten von raumlabor berlin bestens organisiert, für Brainfood genauso gesorgt wie für freundliche Gastgeber, die ihren Übernachtungsbesuch weder mit Lotosfrüchten noch mit Sirenengesang bezirzten, sondern brav bei der nächsten Vorstellung ablieferten. Die Überforderung gehört zum Konzept des aufwändigen Kulturhauptstadtprojekts. Und dass ein Entenmarsch von 400 Theatergängern zur U-Bahn-Station Eventcharakter bekommt, liegt in der Natur der Sache. (…) Jede Inszenierung aber soll die Identität des jeweiligen Hauses demonstrieren. Einheit in der Mannigfaltigkeit ist überhaupt nicht das Ziel. (…) Was aber bleibt? Es sind die eindringlichen Bilder der Getöteten, die sich dem Zuschauer wie dem Odysseus zwischen die Hirnmasse kleben und von dort ihre stummen Wehklagen in den ganzen Körper ausstrahlen. Der Chor der geschändeten Frauen; Dortmunds Männer aus dem Chor der Krüppel und Gefallenen, die grausam verzehrte, mehrstimmige Lieder und Gedichte anstimmen. Ciullis Mädchen, die - in einer lautlosen Szene vergewaltigt und geschnitten von den Odysseus-Söhnen - blutend über den weißen Bühnenboden kriechen. Es bleibt: eine wenig optimistische Weltsicht serviert in einem fröhlichen Reisepaket. Und erbracht wurde der Nachweis dafür, dass eine Region viele Theaterhäuser braucht, um auch in einer gemeinsam gestemmten Arbeit vielfältig zu bleiben."

nachtkritik.de, Sarah Heppekausen / 28.02.2010

"Das gelungene Zusammenspiel von Bühnen und Autoren mit den Teams von RUHR.2010 wurde inspiriert durch "raumlabor berlin", eine internationale Gruppe für Architektur, Kunst und Aktion. Ihr Ziel: Aus der Stadtlandschaft Ruhr ein Theater machen, in dem es nur noch Akteure gibt. Und das sind jetzt wir!"

dw-world.de, Cornelia Rabitz, 28.02.2010

"Das Projekt ist ehrgeizig: Sechs Autoren aus sechs Ländern haben sechs Theaterstücke geschrieben, die nun Schlag auf Schlag in sechs Schauspielhäusern uraufgeführt werden. Die Zuschauer reisen von Stadt zu Stadt durch das Ruhrgebiet - und werden bei Privatleuten einquartiert. Sechs Autoren aus sechs Ländern plus sechs Stücke in sechs Schauspielhäusern, das ergibt einen Theatermarathon über zwei Tage: So lautet die Gleichung für die "Odyssee Europa", eines der Prestigeprojekte der Kulturhauptstadt Ruhr.2010."

SPIEGELonline, Tobias Becker / 28.02.2010

"2800 Jahre nach der Niederschrift findet sich die Odyssee nun im Ruhrgebiet wieder, das ist ja in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas, und hat an diesem Wochenende ein monumentales Theaterprojekt realisiert. (…) Man lernt das Ruhrgebiet auch aus unterschiedlichen Perspektiven kennen bei dieser Odyssee an diesem Wochenende, nicht nur vor der Bühne sondern eben auch in den Städten und in bisher unbekannten, wenig besuchten Orten."

Deutschland Radio Kultur, Stefan Keim / 28.02.2010

"eines der ambitioniertesten Projekte von RUHR.2010"

kultiversum - Die Kulturplattform, Martin Krumbholz / 28.02.2010  
                  
                          
                

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Medienecho zur Generalprobe (in Auswahl):


"Herausgekommen sind sechs Uraufführungen, sechs höchst unterschiedliche Sichtweisen auf den listigen König der kleinen Insel Ithaka. "Odyssee Europa" ist eines der spannendsten Projekte der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Und man greift der Premiere nicht vorweg, wenn man es ein besonders gelungenes Projekt nennt. (…) Eines der stärksten Bilder, das sich dem Besucher dieser als Irrfahrt deklarierten Theater-Pauschalreise der Extraklasse in die Erinnerung brennen wird, ist der Empfang durch die Gastfamilien. Den Kopf noch voller Dramatik einer verlorenen Heimat, rührt die Szenerie des Willkommens regelrecht. Lauerten auf den antiken Helden selbst auf seiner Geburtsinsel nur Gefahren und Missgunst, wird der Fremde in Essen von lachenden, neugierig dreinblickenden Menschen Willkommen geheißen."

NRZ, Nikolaos Georgakis / 27.02.2010

"Odysseus im Theatersessel der Kulturhauptstadt"

WAZ / 27.02.2010

"RUHR.2010 lädt zu einer zweitägigen Odyssee durch sechs Theater. Die Hauptrolle spielt der Reisende. (…) Die Situation ist ja seltsam genug. Da kommen Verrückte aus ganz Deutschland zusammen, um sich sechs Schauspiele an zwei Tagen anzutun, gewirkt aus einem 2800 Jahre alten Stoff. Und Theaterverliebte aus der Region nehmen diese Theaterverrückten auf, bewirten sie, führen sie herum, nehmen sich manchmal gar Urlaub. (…) Das Warum? ist auch die Kernfrage dieser Kulturhauptstadtveranstaltung: Was hat der alte Grieche uns heute noch zu sagen? Uns im Ruhrgebiet. (…) "Eine Irrfahrt durch die Zwischenwelt des Ruhrarchipels", haben die Veranstalter versprochen, und offenbar klingt das attraktiv für all die Abenteurer, die am Mittwoch und Donnerstag schon die Generalprobe gebucht haben. (…) Wann hat man das schon mal erlebt: ein ganzer vollgestopfter Bus, der über Homer und das Ruhrgebiet philosophiert? (…) Auf der Weiterreise nach Herne, dann mit dem Schiff über den Kanal nach Gelsenkirchen und zum Theater Oberhausen sucht der reisende Theatersaal nach Deutungen. Die Odyssee - ein Stück über Heimat und ihre Anziehungskraft. (…) Theater ist ein Spiel mit Perspektiven. Und dieses Spiel soll sich auf das Ruhrgebiet übertragen. Gefüllt mit mythologischem Stoff, nimmt man die Abgase der Kokerei Prosper als Theaternebel wahr. Vorbei an McFit - 24 Stunden geöffnet - die Immerwelt des Hades. Burger King und McDonald's zu beiden Seiten - Skylla und Charybdis. Und diese Erotik-Videothek, keine Witze über Sirenen jetzt. Wir werden besser morgen weiter nach Deutungen suchen. Denn am Ende dieses langen Tages fühlt man sich wie nach einem Langstreckenflug mit drei Filmen."

WAZ, Thomas Mader / 27.02.2010

"Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erleben. Sechs Theaterstücke an zwei Tagen zum Beispiel, eine Schifffahrt oder Schafe mit Knäckebrot füttern. Das alles gehört zum Theaterprojekt "Oddyssee Europa". (…) Erster Tag, 10 Uhr: Check-in im Schauspiel Essen für das wohl faszinierendste Theaterprojekt des Jahres: eine moderne Version der Odyssee, quer durchs Ruhrgebiet. (…) Reisen, in der Fremde sein, Menschen treffen, Gastlichkeit zeigen und erleben - diese Ideen stehen hinter der "Odyssee Europa"."

Ruhr Nachrichten / Münsterische Zeitung / Münsterland Zeitung / Dorstener Zeitung / Grevener Zeitung / Emsdettener Volkszeitung, Bettina Jäger / 27.02.2010

"Der Tag war lang, eine eigene Irrfahrt gehört zum festen Programm der Odyssee Europa. Auch wenn sie nur zwei Tage, nicht zehn Jahre dauert. Per Bus, Bahn, Schiff und Pedes sind die 400 Theatermarathonis unterwegs, zu den Nebenschauplätzen begleiten sie zum Teil auch die Gastgeber und Weggefährten. (…) Da wird die Theaterfahrt glatt zur Lustreise. Ein erster Intendant und seine Dramaturgen warten jetzt bloß noch aufs Bier. Dringend. Ein anderer hätte wahrscheinlich lieber einen Schnaps. Claus Peymann hat die Inszenierung auf seiner früheren Heimbühne in Bochum offensichtlich gar nicht gefallen, zumindest die Leistung des Odysseus-Darstellers Wolfgang Michael. Den hat der Berliner Ensemble-Chef nämlich kräftig ausgebuht. Gottverdammt! möchte man da zurückbuhen (und Quinn aus Enda Walshs "Penelope" zitieren). Welch ein unangestrengter Odysseus, der in seiner hybriden Beiläufigkeit solch Menschlichkeit offenbart. Aber dazu morgen mehr. Gleich geht die Reise weiter."

nachtkritik.de, Sarah Heppekausen / 27.02.2010

"Kein Massenereignis, aber ein Prestigeprojekt von RUHR.2010: Sechs Theaterautoren aus sechs Ländern schreiben Homers Odyssee neu, sechs Bühnen führen sie an einem Wochenende auf, die Zuschauer reisen mit. (…) Das Fazit: Es ist Strapaze, Überforderung, Zumutung. Aber mehr als Kulturkonsum: ein Erlebnis. Ein irritierendes, verwirrendes, anstrengendes - und bleibendes. Weil das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Weil die Ruhrgebiets-Odyssee die Vielfalt und den Reichtum nicht nur der (erstmals so zusammenarbeitenden) Theaterlandschaft zeigt. Man kann fragen, warum Odysseus nie Suchender sein darf, sondern nur Schlächter. Wo das Positive bleibt. Warum so viele Bühnenfiguren nur Unterwäsche tragen. Wie der Betrachter all die Bilder und Worte sortieren soll im armen Kopf. Soll er gar nicht. Das Durcheinander ist das Ziel."

Westfalen Post / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, Harald Ries / 27.02.2010

"Nicht, dass ich eine besonders gute Hausfrau wäre, aber als Gastgeberin für die "Odyssee Europa", für Künstlerinnen, Freunde und Familie, soll es zuhause definitiv kein "Land unter" geben, sondern ansprechend und zum Wohlfühlen sein. Und so wie im Kleinen ist es auch im Großen mit der Kulturhauptstadt, die eine riesige Einladung an alle ist, ins Revier zu kommen. Und das heißt auch, nicht wegzusehen, sondern gerade die "Schmuddelecken" in Angriff zu nehmen und das noch attraktiver zu machen, was uns immer schon am Herzen lag. Es geht darum, eine Region so richtig auf Vordermann zu bringen, auf Trab, raus aus dem Verschlafenen, Selbstgenügsamen. Und dass dies nur gemeinschaftlich zu schaffen ist - und nicht durch Abgrenzung -, zeigen die vielen Kooperationen, die erstmalig zu RUHR.2010 stattfinden: Hierzu gehört die "Odyssee Europa" als Mammutinszenierung der sechs Theater und Schauspielhäuser, die "CollectionTours" der immerhin 20 RuhrKunstMuseen sowie das erste gemeinsame Ausstellen der verschiedenen Künstlerverbände unter dem Titel "Starke Orte"."

Dr. Rosemarie E. Pahlke, Kunstreferentin für die Kulturhauptstadt in Dortmund. In: Westfälischer Anzeiger / 27.02.2010

"Heute und morgen darf sich Moers am Licht der Kulturhauptstadt Europa ganz kurz aufwärmen, bevor die bittere Spardiskussion in den nächsten Tagen und Wochen wieder für unterkühlte Stimmung sorgen wird. Dass gerade eine der beiden großen Moerser Kultureinrichtungen, das Schlosstheater, mit der Teilnahme am RUHR.2010-Projekt "Odyssee Europa" seit Wochen dafür sorgt, dass Moers im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, mutet schon paradox an. Das Theater gehört zu den Einrichtungen, die an den Sparvorschlägen des Kämmerers ziemlich zu schlucken haben. Odysseus Ziel ist die Heimat Ithaka. Ziel der Politik in Moers muss es in dieser verfahrenen Situation sein, ebenfalls den richtigen Weg zu finden und dann einzuschlagen. Eine Irrfahrt kann sich die Stadt nur auf der Theaterbühne leisten."

Rheinische Post, Anja Katzke / 27.02.2010

"Theatralische Irrfahrt"

Göttinger Tageblatt / 27.02.2010

"Trip durch Raum und Zeit. Sechs "Odyssee"-Uraufführungen hintereinander - und das im zweitägigen "All Inclusive"-Paket mit Nachtquartier und allen Mahlzeiten: Die Kulturhauptstadt 2010 startet an diesem Wochenende in Essen ein wohl einmaliges Mischprojekt aus modernem Theater und Städtetour, aus hochrangiger Auseinandersetzung mit dem antiken Homer-Stoff und irdischen Logistikproblemen wie dem Gepäcktransport und der Unterbringung von Allergikern. (…) Die Texte lösen sich vom eigentlichen Epos um den antiken Helden. Daraus werden moderne Dramen um Flucht und Integration, Fremdheit und Schuld. Einen "Trip durch Raum und Zeit" zu diesen großen Themen des 21. Jahrhunderts versprechen die RUHR.2010 und die Gruppe "raumlaborberlin", die das Projekt erarbeitet haben. Die Premieren-Besucher sollen dabei wie einst Odysseus nach dem Kampf um Troja eine Irrfahrt erleben - allerdings jetzt zu Fuß, per Bus, Schiff und Auto."

Wiesbadener Kurier / 27.02.2010

"Kulturhauptstadt 2010 bietet experimentierfreudigen Premieren-Besuchern sechs Uraufführungen an zwei Tagen"

Mindener Tageblatt / 27.02.2010

"Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010 lädt am Wochenende zur "Odyssee Europa", eine Mischung aus Theater- und Städte-Tour. (…) An zwei turbulenten Tagen treten auch die Zuschauer bei dieser "Odyssee  Europa" eine Irrfahrt durch den Pott an, wobei sie jede Orientierung verlieren  dürften, ganz wie es seinerzeit über Odysseus erzählt wurde. (…) Es könnte ein zukunftsweisendes Projekt sein, denn es hat sich herausgestellt, dass die sechs Theater sehr unterschiedliche Interpretationen der homerschen Sage aufführen. Ein Argument für den Erhalt jeden Stadttheaters im krisengeschüttelten Ruhrgebiet, dem die Schließung droht, und wie zu  hören, reizvoll für viele Zuschauer."

ARD Tagesschau / 26.02.2010

"Auf Irrfahrt durch einen Städte-Moloch. Die "Odyssee Europa" ist nicht nur eines der spektakulärsten Projekte der Kulturhauptstadt Ruhr, sie ist mit ihren Fragen nach einer neuen Vision von Europa und der eigenen Identität auch eines der anspruchsvollsten. Erstmals vereint sie alle sechs Schauspielhäuser der Region zu einem gemeinsamen Projekt. Anders als in Homers Odyssee" ist die Irrfahrt durch das Revier wohlorganisiert."

Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich / 26.02.2010