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Ritter Rost

Ritter Rost / Zeichnung: Jörg Hilbert

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Label: "Hier wird neue Energie gefördert. Sie heißt Kultur."

Buch drei

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Kreativwirtschaft stärken

Dortmunder U / Foto: Sonja WernerDortmunder U / Foto: Sonja Werner

Dortmunder U / Foto: Sonja Werner

Nie zuvor hat eine Kulturhauptstadt die Kreativwirtschaft zu einem ihrer Hauptthemen gemacht und sie gleichberechtigt in ein Programm neben die öffentlich finanzierte Kultur gestellt. Zum ersten Mal werden die selbstständigen Akteure und Urheber, die ihre Kulturproduktion am Markt refinanzieren (müssen), als Modellbranche für den Wandel durch Kultur wahrgenommen. RUHR.2010 hat die elf Branchen der Kreativwirtschaft als treibende Kräfte gesellschaftlicher und sozialer Veränderungen erkannt (von Film über Games bis Musik, von Literatur über Design zu den darstellenden Künsten). Der Jahresumsatz der 23.000 Firmen der Kreativwirtschaft in der Region wird auf etwa 8 Milliarden Euro geschätzt. Der Zuwachs an Unternehmen lag seit 2006 mit 14 Prozent doppelt so hoch wie bei anderen Branchen. Diese Zahlen zeigen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Kreativwirtschaft für die Metropole Ruhr und belegen, wie wichtig es ist, diese Unternehmen aktiv zu unterstützen.

An diese für viele noch unsichtbare Dynamik knüpft die Kulturhauptstadt mit verschiedenen nachhaltigen und strukturfördernden Projekten an. Die erste Ausgangsbasis der von RUHR.2010 initiierten Förderungen für die Kreativwirtschaft ist das seit 2008 mit verschiedenen Akteuren entwickelte neue Konzept zur Nutzung von Leerständen und Industriebrachen für Künstler und Kreative in zehn Städten des Ruhrgebiets. Das Projekt Kreativ.Quartiere will den Zuzug von ausländischen Kreativen fördern und die eigenen Hochschulabsolventen oder Schüler zum Bleiben einladen. Es entwickelt Orte und Räume zum Wohnen und Arbeiten, die spannend und inspirierend sind, mit vielen Freiräumen für neue Ideen und Visionen.

Diese Methode städtischer Belebung ist einzigartig, kommt ohne Bauinvestitionen aus und erfährt durch die Präsentation auf der Expo Shanghai 2010 im Deutschen Pavillon und auf der Expo Real 2009 in München internationale Anerkennung. Hier zeigt sich die enge Verbindung zu einem weiteren Themenschwerpunkt der Kulturhauptstadt: der Beschäftigung mit der Baukultur der Region (siehe Metropole gestalten).

Die zweite Ausgangsbasis ist, die kreativen Köpfe und Antriebskräfte vor Ort und ihre Themen im europäischen Kontext sichtbar zu machen. Das Ende der Industriegesellschaft und der Wandel durch Kultur sind die Mega-Themen der gegenwärtigen internationalen Diskussion. Die erste sparten- und themenübergreifende Web-TV-Plattform „2010lab“ greift dieses Thema auf. Sie führt Kunst, Kultur, Kreativität und deren Akteure multimedial zusammen und macht sie sichtbar. Der TV-Kanal „Metropole Ruhr“, der regelmäßig über den Wandel durch Kultur im Ruhrgebiet und der Welt berichtet, sowie sechs weitere Kanäle bieten Filme, Audiocasts und Blogs. Alle Beiträge stammen von einer internationalen Autoren- und Redaktionsgemeinde, die von einer europaweiten Community ergänzt wird. Die Einträge können nach Berufsbranchen, Themen oder Städten sortiert abgefragt werden.

All diesen Ideen liegt ein erweiterter Kulturbegriff zugrunde: Nicht nur der bisher als Künstler akzeptierte Maler oder Musiker produziert Kultur, sondern jeder Selbstständige bzw. Unternehmer,der mit künstlerischer oder kreativer Arbeit Geld verdient, also auch der Filmemacher oder Games-Entwickler, der Kommunikationsfachmann ebenso wie der Tänzer, Theatermacher oder Verleger.

Zusätzlich zu den beiden vorgestellten Hauptprojekten zur Förderung "Neuer Existenzen und Medien" hat RUHR.2010 einen Fokus auf "Messen und Märkte" gelegt. Es wurden bereits regionale Kommissionen für Musik, Games, Kommunikationswirtschaft und Design gegründet, weitere Branchen folgen. Hier entwickeln die Akteure der einzelnen Branchen eigene Förderungen, die sie nachhaltig selbst finanzieren. Sie treten Politik und Stadtverwaltungen als Interessengemeinschaft gegenüber. Die regionale Kooperation von Akteuren aus 53 Städten fördert die Erschließung neuer Märkte - und Kunden. So hat die Ruhr Music Commission die Gründung eines Ruhr Studios des Grimme-Preis-gekrönten Online-Radios ByteFM initiiert: ByteFM/Ruhr hat jetzt seinen Sitz auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Prinz Regent in Bochum. Eine nationale Plattform für den Ruhr-Sound und seine Macher. Dank der Initiative der Ruhr Games Commission ist 2009 in Mülheim an der Ruhr die Games Factory Ruhr mit mehr als 60 Arbeitsplätzen entstanden. Weitere Maßnahmen zielen auf die Förderung von bestehenden Messestrukturen (contemporary art ruhr, bild.sprachen, KUBOSHOW) und den neuen Aufbau einer ersten branchenübergreifenden Kongressmesse für Kreativität und Ökonomie.

Die Musikwirtschaft ist ein besonders wichtiger Impulsgeber für den Wandel in der Metropole Ruhr. Auf dieser Basis wurde eine eigene Strukturentwicklung für Musik aufgelegt. Sie umfasst das ByteFM/Ruhr Studio, die Ruhr Pop Foundation, einen multi-medialen Jazzatlas sowie grubenklang.reloaded, ein Projekt zu zeitgenössischem Jazz in der Metropole Ruhr. Was war, was ist, was wird? Antworten darauf geben die kreativen Ursubstrate der Szene wie Georg Graewe, der mit dem GrubenklangKlangOrchester schon in den 1980er Jahren weltweit beachtete Akzente für den Jazz setzte.

Die traditionelle Trennung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur wirkt heute künstlich und ist in der Wissensgesellschaft obsolet geworden. Wurde Kultur in den letzten Jahrzehnten als "nice to have" angesehen, ist sie heute ein Muss - vor allem für die wirtschaftliche Prosperität einer Stadt. Wurde kreative Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten als etwas Exklusives von Eliten angesehen, findet sie heute ihren Weg in sämtliche Bereiche des Alltags und der Ökonomie. Politik für Kreativwirtschaft wird somit zu einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie städtischer Politik. Dazu gehört auch eine neue Form der Bildungs- und Schulpolitik. RUHR.2010 zeigt dies mit dem RuhrForum Filmbildung der fünf Filmfestivals Oberhausen, Duisburg, Dortmund, Bochum und Lünen und demonstriert damit eine neue modellhafte Strategie für die Bildung an Schulen. Nicht nur für die Metropole Ruhr, sondern für ganz Europa!

Das Programmfeld "Kreativwirtschaft stärken" gliedert sich in vier Bereiche:

 

Neue Existenzen und Medien

Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 beschreitet mit der Förderung von Kreativität und Kreativwirtschaft Neuland gegenüber früheren Kulturhauptstädten: Jetzt stehen auch die Kulturakteure im Fokus, die nicht staatlich finanziert werden. Dabei werden drei Förderstrategien verfolgt: Menschen, Märkte und Medien.

Für Menschen und Talente werden urbane Entwicklungsareale in zehn Städten identifiziert (Kreativ.Quartiere), die ausländische Kreative anziehen und Hochschulabsolventen zum Bleiben motivieren. Es werden regionale Kooperationsansätze initiiert (Branchen-Kommissionen), die sich wirtschaftlich selbst tragen und die Erschließung neuer Märkte und Kunden fördern. Für die Förderung von Märkten und Marktstrukturen steht exemplarisch der Aufbau einer europaweiten Kongressmesse für Kreativität und Ökonomie, aber auch die Unterstützung bestehender Messen wie der contemporary art ruhr (C.A.R.) oder des Living Games Festivals.

Medien, zumal digitale Medien, spielen heute eine zentrale Rolle für Kreativität - zum Beispiel als Produktionsressource und Material, sozusagen "Leinwand" der Mediengesellschaft. Das internationale Medienfestival ISEA2010 RUHR wird mit seinen rund 1.500 Medienkünstlern aus aller Welt im Ruhrgebiet zu Gast sein. RUHR.2010 fungiert als globale Kommunikationsplattform: Es gibt keine Debatte und keine Glaubwürdigkeit mehr ohne Teilnahme am digitalen Diskurs. Daher entsteht das von RUHR.2010 und der Staatskanzlei NRW geförderte "2010lab" als erste sparten- und themenübergreifende Web-TV-Plattform, die Kunst, Kultur, Kreativität und deren Akteure multimedial zusammenführt und sichtbar macht. Gemeinsames Ziel ist es, den gesellschaftlichen Wandel durch Kultur voranzutreiben.
Ein Projekt, das diese drei Förderstrategien verbindet, ist DESIGNKIOSK RUHR.2010 - eine Neu-Nutzung der Kioske, der beliebten "Buden" des Ruhrgebiets, als Präsentationsfläche für Design und "Arts and Crafts".

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Music

Musik ist in allen Metropolen der Welt - wie auch in der kleinsten Provinz - Treibstoff für globale mediale Aufmerksamkeit, aber auch für städtischen und städtebaulichen Wandel. Das gilt auch für die Metropole Ruhr: vom Freizeitzentrum (FZW) in Dortmund und seinen Impulsen für die Revitalisierung des Geländes um das Dortmunder U bis hin zur neugegründeten Ruhr Music Commission, einer Strukturmaßnahme, die die Akteure der Musikwirtschaft ehrenamtlich selbst tragen und finanzieren. Das reicht von Show-Cases über gemeinsame Werbung bis hin zur Einrichtung eines Ruhrstudios des Grimme-Preis-gekrönten ByteFM Online-Radios aus Hamburg, und dem Aufbau einer modernen Musikakademie, die jenseits eines "Wir suchen den Superstar"-Prinzips eine moderne Musikbildung und zugleich eine musikwirtschaftliche Ausbildung ermöglicht.

Struktur- und Marktbildung ist wichtig für eine wirtschaftlich erfolgreiche Musikszene; im Zentrum stehen jedoch Musiker und ihre Musik. Dazu zählen Musikfestivals wie BochumTotal oder die Loveparade, aber auch die Jazz-Szene im Ruhrgebiet, die der WDR-Journalist und Jazz-Kenner Michael Rüsenberg in einem multimedialen Jazzatlas Ruhr erstmals präsentiert. Tauchen Sie ein! Neben der Präsentation der Musikjugend durch die Initiative jazzwerkruhr werden auch die Größen der Musikmetropole Ruhr vorgestellt, u. a. mit dem Projekt grubenklang.reloaded, einem Projekt zum zeitgenössischen Jazz: Was war, was ist, was wird? Antworten darauf geben u. a. die kreativen Ur-Kräfte der Szene wie Georg Graewe, der mit dem GrubenKlangOrchester schon in den 1980er Jahren weltweit beachtete Akzente für den Jazz setzte.

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Forum Film

Film ist allgegenwärtig in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. War Film früher eine exklusive Angelegenheit von Kinos oder Fernsehen, ist er heute in Handys oder Flughafenlounges jederzeit präsent. Die nächste Generation von Fernsehkameras lässt erwarten, dass Filmen wie Fotografieren auf einem hohen technischen Niveau popularisiert wird - jenseits der Handy-Clips, die vielfach schon als visuelle Umweltverschmutzung gehandelt werden. Das Medium der Generation der 1980er/90er Jahre war die Fotografie; die Popularisierung der Fotografie veränderte nicht nur die Freizeit, sondern auch ganze Berufsgruppen, die Nachrichten und die internationale Berichterstattung. Film ist der neue Zukunftstreiber. Er ist entscheidend für das moderne Bild eines neuen Ruhrgebiets im Ausland - einer Metropole Ruhr, die ihren Wandel durch Kultur gestaltet. Aber Film entscheidet auch über die Produktion neuer Ideen im Ruhrgebiet, über das Entstehen globaler visueller Welten.

Der Zukunft der Film- und Medienbildung widmet sich das im Dezember 2009 startende RuhrForum Filmbildung. Die lebendige Praxis der Arbeit mit und am Film, dem Kino und verwandten Medien soll als Basis ausgebaut werden, um Bilder für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Lehrenden an Schulen und Hochschulen attraktiv und überzeugend zu erschließen. Dazu werden im Ruhrgebiet exemplarische Maßnahmen und Innovationen der Filmbildung initiiert, die modellhaft in Europa wirken können. Das RuhrForum Filmbildung wird von folgenden fünf Filmfestivals getragen: Internationales Frauenfilmfestival Dortmund/Köln, Kinofest Lünen, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Duisburger Filmwoche/doxs! Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche und Bochum - Filmfestival des Ruhrgebiets.

Die Verleihung des Europäischen Filmpreises im Dezember 2009 in der Jahrhunderthalle in Bochum hat das neue Bild der Metropole Ruhr international sichtbar gemacht. Die in der Woche vor der Verleihung erstmals organisierte Europäische Filmwoche RUHR, in der die für den Film­preis nominierten Filme dem Publikum gezeigt wurden, war ein solcher Erfolg, dass sie, neben der Master Class RUHR für junge Regisseure, auch 2010 und darüber hinaus wieder in der Metropole Ruhr stattfinden wird.

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Messen und Märkte

Der nachhaltige Aufbau der Kreativwirtschaft in der Metropole Ruhr erfordert die strukturelle Entwicklung von Märkten und Messen, denn künstlerische Qualität findet nicht von allein ihre Märkte, sondern durch Vermittlung und Vermittler. Umso mehr gilt dies im internationalen Kontext.

In der Metropole Ruhr gibt es einige international relevante Marktmacher der Kreativwirtschaft wie z. B. den red dot design award oder den Deutschen Entwicklerpreis. Hier werden exzellen­te Produkte ausgezeichnet und weltweit bekannt gemacht. Überregionale, schnelle und kos­tengünstige Aufmerksamkeit hat in einer medienorientierten Gesellschaft einen hohen ökono­mischen Wert, besonders für kleine Firmen und Existenzgründer. Der Ausbau von Auszeich­nungen und Preisverleihungen ist für RUHR.2010 ein nachhaltiger Weg der Förderung für die Kreativwirtschaft Ruhr. Bereits 2008 wurde von RUHR.2010 ein Kreativ-Award geschaffen. Preisträger waren bisher das Online-Magazin "Spoonfork" (2008) und Raul Mandru mit seiner "Surveillance Map" (2009).

Auch im Bereich klassischer Messen und Ausstellungen entstehen zahlreiche Eigeninitiativen in der Kreativwirtschaft, die es zu stärken gilt - durch mehr Publikum, mehr Kunden oder eine europaweite Verbreitung. Dazu zählen die "contemporary art ruhr", eine Messe für angewandte Fotografie "bild.sprachen" und die Künstlermesse KUBOSHOW. Im Designbereich ist die über das Ruhrgebiet hinaus bekannte Messe und Plattform HeimatDESIGN in Dortmund zu nennen. Im Bereich "Games" ist ein neues Festival für Computerspiele entstanden, das sich auf Schulen und Schüler konzentriert und das Lernen in den Vordergrund stellt - eine gute Ergänzung zur GamesCom in Köln. Für Architektur und Immobilien ist eine Messe "Kreativwirtschaft und Immobilien" in Vorbereitung. In weiteren Teilbranchen werden Markt- und Messestrukturen entwickelt - auch über 2010 hinaus.

Jenseits von branchenspezifischen Märkten entstehen Innovationen heute in kreativen, urbanen Ballungsräumen. Daher ist eine europäische Messe erforderlich, die kreative Städte in Europa identifiziert und sie einem breiten Publikum zugäng­lich machen. Innovationen zu entdecken heißt, sich die Märkte von morgen zu sichern. Ein Grund mehr für RUHR.2010, mit der CREATIVE EUROPE die erste europäische Kongress­messe für Kreativität und Ökonomie aufzubauen. Noch gibt es für die Kreativwirtschaft in Europa mit rund 650 Mrd. Euro Jahresumsatz keinen zentralen branchen- und raumübergrei­fenden Treffpunkt und Messeort. Schon heute sind viele internationale Leitmessen in Nord­rhein-Westfalen beheimatet - mit der CREATIVE EUROPE kann dieser Standortvorteil Nord­rhein-Westfalens in der globalen Kreativwirtschaft weiter ausgebaut werden.

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