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Ritter Rost / Zeichnung: Jörg Hilbert

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Bewahren durch Beleben

Foto: Ria BillmannFoto: Ria Billmann

Foto: Ria Billmann

Bochum-Gerthe. Auf dem ehemaligen Zechengelände Lothringen Schacht 3 weht noch der Hauch der 1980er Jahre. Das einst von Studenten bewohnte Gelände hat sich inzwischen zu einer Wohngenossenschaft entwickelt, der man noch immer die erfrischend alternative Lebensform anmerkt. 2001 dann ein Schock für die Bewohner: Das Gelände des früheren Bergwerkslehrlingswohnheims, das sie bewohnten, stellte sich als ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager heraus.

Zur Aufarbeitung dieses erschütternden Teils der Geschichte gründeten die Betroffenen den Verein "Bewahren durch Beleben" und entwickelten eine innovative Form der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. In der Rolle einer historischen Person führt ein Schauspieler durch den Ort und seine Geschichte. Diese besondere Führung wird durch eine Dauerausstellung ergänzt.

In einem enormen Einsatz ehrenamtlichen Engagements beleben die Bewohner die Bauten, lassen Zeitzeugen zu Wort kommen, initiieren Recherchen und Öffnungen zu teils verschütteten, teils vergessenen Orten, suchen und bergen historische Objekte - und machen die bewegte Geschichte in all ihren Facetten auf unmittelbare und ungewöhnliche Art zugänglich.

Drei historische Theaterführungen sind bislang entstanden. "Klawdija - der Gute Geist bleibt" beschäftigt sich mit dem Zwangsarbeiterlager, das bis 1945 auf dem Gelände bestand. Vom Leben Heinrich Fischers, Opfer des unter Nachbarn ausgeübten NS-Terrors in Gerthe, berichtet "Es geschah unter uns!". Die dritte Führung "Verhinderte Heimkehr" erinnert an den Bochumer Pastor Hans Ehrenberg, einen Mitbegründer der Bekennenden Kirche. Nachbesprechungen im Anschluss an die Führungen sind grundlegender Bestandteil der Veranstaltungen.

Frühjahr - Herbst 2010

8. Mai um 15.00 Uhr in der Gewerkenstr. 12 "Der gute Geist bleibt"
15. Mai um 12.00 Uhr in der Gewerkenstr. 12 "Der gute Geist bleibt"
20.Juni um 15.00 Uhr in der Fußgängerzone in Gerthe Ecke Hegelstrasse "Es geschah unter uns"
11. Juli um 15.00 Uhr in der Gewerkenstr. 12 "Der gute Geist bleibt"
8. August um 15.00 Uhr in der Gewerkenstr. 12 "Der gute Geist bleibt"
12. September um 15.00 Uhr in der Fußgängerzone in Gerthe Ecke Hegelstrasse "Es geschah unter uns"
10. Oktober um 15.00 Uhr n der Fußgängerzone in Gerthe Ecke Hegelstrasse "Es geschah unter uns"
31. Oktober um 15.00 Uhr an der Christuskirche in Bochum Innenstadt "Verhinderte Heimkehr"
06. November um 15.00 Uhr an der Christuskirche in Bochum Innenstadt "Verhinderte Heimkehr"
 
Dauer inklusive Nachgespräch etwa 1,5 Stunden, Preis: 3,50 €

Anmelden können Sie sich für diese Führungen über die Telefonnummer 01578 - 1581756 oder per Mail unter anmelden@bewahren-durch-beleben.de 

Bei Fragen: bewahren-durch-beleben@web.de


Samstag, 15. Mai 2010, ab 12.00 Uhr
Thementag zu Zwangsarbeitern in Bochum - Auftakt des Begleitprogramms der Bochumer Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene"
Unter dem Motto "Nicht ohne Tränen und Schmerzen erinnere ich mich!" eröffnet das Bochumer Stadtarchiv - Zentrum für Stadtgeschichte am kommenden Samstag sein umfangreiches Begleitprogramm zu der Ende April eröffneten Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene".

Der Thementag zu Zwangsarbeit und ZwangsarbeiterInnen in Bochum beginnt mit einer beeindruckenden szenischen Führung durch das 1942 gebaute, heute unter Denkmalschutz stehende Zwangsarbeiterlager in Bochum-Gerthe, damals der Zeche Lothringen zugehörig. Das in Deutschland einzigartige Denkmal wird hier mit theatralischen Mitteln inszeniert.

Der zweite Teil des Tages greift das Nebeneinander von Ausbeutung und Zwangsarbeit in der Zeche Hannover auf. Als Bergwerk der Friedrich Krupp AG war die Zeche in den 1930er und 1940er Jahren ein wichtiger Bestandteil des mächtigen Rüstungskonzerns, der die deutsche Wehrmacht mit Waffen und Kriegsgerät versorgte und ab 1943 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter einsetzte.
Am Nachmittag konzentriert sich eine Führung durch die Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene" im Bochumer Stadtarchiv – Zentrum für Stadtgeschichte auf das Thema "Zwangsarbeit". Über 32.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter waren von 1939 bis 1945 in Bochum nicht nur in der (Rüstungs-)Industrie und im Bergbau, sondern auch bei der Reichsbahn, im Baugewerbe, in der Landwirtschaft, in Handwerksbetriebe, städtischen Verkehrsbetrieben, der Gastronomie, der Stadtverwaltung, Kirchen und Privathaushalten beschäftigt.
Theatralisch wie der Tag begonnen hat, endet er auch: Mit einer Lesung ausgewählter Briefe ehemaliger Bochumer ZwangsarbeiterInnen, gelesen vom Intendanten des Bochumer Schauspielhauses Elmar Goerden. Denn Bochum hat, dank der privaten Initiative Bochumer BürgerInnen seit den 1980er Jahren, früh den Kontakt mit den in Bochum zwangsbeschäftigten Menschen aufgenommen und ihre Erinnerungen an diese Zeit zusammen getragen.

PROGRAMM:
12:00 Uhr: Szenische Führung durch das ehemalige Zwangsarbeiterlager und Wohnprojekt Gerthe
Treffpunkt: Gewerkenstraße 12, Bochum-Gerthe
Kosten: 3,50 EURO
14:30 Uhr: Orte des Zwangs. Themenführung rund um die Zeche Hannover
Treffpunkt: Zechenvorplatz, Günnigfelder Straße 251, Bochum-Hordel
Kosten: 2,50 EUR
16:00 Uhr: Themenführung durch die Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene"
17:00 Uhr: Lesung mit dem Intendanten des Bochumer Schauspielhauses Elmar Goerden: "Nicht ohne Schmerzen und Tränen erinnere ich mich". Briefe Bochumer Zwangsarbeiter.
Treffpunkt: Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, Foyer
Kosten: 2,50 EURO

Eine Zusammenarbeit des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte mit dem LWL-Industriemuseum Zeche Hannover und dem Verein "Bewahren durch Beleben" e.V. Die Ausstellung „Bochum – das fremde und das eigene“ ist Teil des großen Ausstellungsprojektes "Fremd(e) im Revier!?"

Information:

Bochumer Stadtarchiv – Zentrum für Stadtgeschichte, Telefon: 0234/910-9510, E-Mail stadtarchiv@bochum.de