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Glasmalerei in der Metropole Ruhr

Querschifffenster in der kath. Kirche St. Barbara in Essen-Kray; Entwurf: Fa. Dr. Heinrich Oidtmann, 1905-1907 / Foto: Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.  Querschifffenster in der kath. Kirche St. Barbara in Essen-Kray; Entwurf: Fa. Dr. Heinrich Oidtmann, 1905-1907 / Foto: Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.

Querschifffenster in der kath. Kirche St. Barbara in Essen-Kray; Entwurf: Fa. Dr. Heinrich Oidtmann, 1905-1907 / Foto: Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V.

In mehrjähriger Arbeit hat die Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. die Glasmalkunst des Ruhrgebiets systematisch dokumentarisch erfasst und aufgearbeitet. Das Ergebnis gibt ganz neue, noch unbeachtete Einblicke in die reiche Kulturlandschaft der Metropole Ruhr.

Einzigartige Schätze stellen die über 12.000 leuchtenden, monumentalen Werke der Glasmalerei dar, die in der gesamten Metropole Ruhr in rund 1.000 sakralen und profanen Gebäuden wie Rathäusern, Schulen, Bahnhöfen, Verwaltungsgebäuden begegnen.
Sie erzählen von der Geschichte und Kultur der Menschen, von Bergbau, Industrialisierung, Zuzug der Gastarbeiter, Bevölkerungswachstum, Kriegszerstörung, Wiederaufbau und Modernisierung. Sie belegen ein intensives Leben in christlicher Tradition. Außergewöhnlich sind die figurativen Darstellungen sowohl in katholischen wie evangelischen Kirchen. Glasmalereien in Rathäusern repräsentieren Wohlstand und Stolz einer engagierten Bürgerschaft.

Als demokratische Kunst dokumentiert die untrennbar mit der Architektur verbundene Glasmalerei wie keine andere das Gedankengut der Vorfahren, schafft Identität und Heimatbewusstsein, haben doch viele in Diskussionen um das Bildthema gerungen, ob im Ratssaal die ausgewählten Berufsgruppen repräsentativ bzw. die dargestellten Bürgertugenden für das Gemeinwohl aussagekräftig genug seien, oder ob der theologische Inhalt den Vorstellungen der Kirchengemeinde entspreche.

Glasmalereien entstanden als Teamwork zwischen Auftraggeber (ein Einzelner oder ein Gremium), Entwerfer, Architekt und Kunsthandwerker. Durch die herangezogenen einheimischen, nationalen und internationalen Künstler spiegeln die Werke der Glasmalkunst in der Metropole Ruhr die ganze Palette künstlerischer Ausdruckformen vornehmlich der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Denn die meisten Werke entstanden im Zuge des Wiederaufbaus nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und werden nach wie vor zur Verschönerung der Lebenswelt und als Zeugnisse der Geschichte in Auftrag gegeben. Damit ist die junge Glasmalerei-Landschaft der Metropole Ruhr in ihrer Quantität und Modernität europäisch einmalig.

Sämtliche Glasfenster wurden von der Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. in eine Datenbank eingestellt und sind allen Interessierten über das Internet zugänglich:
www.glasmalerei-ev.de

Das Land NRW hat das Projekt unterstützt aus Mitteln des Substanzerhaltes.