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National Heroes

Die nationalen Wettbewerbe um den Titel Kulturhauptstadt Europas sind seit einigen Jahren intensiver und härter geworden. Immer mehr Geld und Zeit werden investiert, um den begehrten Titel zu erringen.
Aus diesem an sich positiven Aspekt ergibt sich eine neue Art von Verantwortung gegenüber den Trägern, die eine Bewerbung konzipieren und finanzieren. Was geschieht, wenn der Titel trotz Engagement und klugen Konzepts nicht gewonnen wird? Viel Lärm um Nichts? Eine reine Verschwendung von Steuergeldern?

Nach dem britischen Wettbewerb 2008 betrachteten sich die Bewerberstädte nicht als Verlierer, sondern gründeten untereinander ein Netzwerk, das bis heute Bestand hat.

In Deutschland und Ungarn ging man sogar noch einen Schritt weiter. Auf Initiative von RUHR.2010 wurde das Konzept „National Heroes“ entwickelt. Aus den ehemaligen Konkurrenten sind Partner geworden, die als Städteverbund am Programm der Kulturhauptstadt RUHR.2010 beteiligt sein werden. Ein Vorhaben der ehemaligen Bewerbung wird in den jeweiligen Städten vor Ort und mit eigenständiger Finanzierung realisiert. Dieses nationale Netz von Projekten ist 2010 Teil des Programms von RUHR.2010. Die Kulturhauptstadt ist damit auch auf ungewöhnliche Weise national präsent.

Darüber hinaus soll ein symbolisches gemeinsames Projekt den Zusammenschluss besiegeln. Initiiert von Karlsruhe soll ein historischer Privilegienbrief aus dem Jahr 1715 im Kulturhauptstadtjahr 2010 von den anderen Städten fortgeschrieben und dadurch zu einem Europäischen Stadtbrief werden. Themen, mit denen sich die National Heroes auseinandersetzen können, sind unter anderem: die Umsetzung der Freiheitsrechte, das Miteinander der Religionen, die Gestaltung des öffentlichen Raumes, die Umnutzung von Industriegeländen/Kasernenbauten und sonstiger Bausubstanz, die Stärkung der Wirtschaftskraft, die Herstellung sozialer Gerechtigkeit, die Schaffung einer demokratischen, auf Bürgerengagement basierenden Zivilgesellschaft oder die Ausbildung einer europäischen Identität.

Die Städte sollen in diese Auseinandersetzung auch existierende Probleme und Widersprüche einbeziehen. Es soll die Frage erörtert werden, welche Bedeutung Kunst und Kultur, die bereits Wachstumsfaktoren für die Städte darstellen, auch für deren Zukunft besitzen. Da die Städte ältere Wurzeln und Traditionen als die Nationen haben, soll auch die Bedeutung der Vergangenheit für die Zukunft der Städte Beachtung finden und herausgearbeitet werden. Am Ende sollen provokative Fragen und Thesen stehen, die auf die Verantwortung der Städte hinweisen, bei den Bürgerinnen und Bürgern das Bild von Europa als Institution in ein Gefühl der Gemeinschaft zu verwandeln.

Der Europäische Stadtbrief wandert dabei in einem Zeitrhythmus von Ort zu Ort, der sich aus der Anzahl der Partner ergibt. Während dieser Periode richtet sich der Fokus von National Heroes auf die jeweilige Stadt, ihr Projekt und ihren Beitrag zum Europäischen Stadtbrief – ähnlich wie das bei den Local Heroes in der Metropole Ruhr der Fall ist. Bei einer Abschlussveranstaltung am Ende des Kulturhauptstadtjahres werden die Ergebnisse und Erfahrungen zusammengefasst und Perspektiven für die Zukunft entwickelt.

In Ungarn entsteht ein ähnliches Netzwerk, dessen Arbeit von der Deutschen Vereinigung der Europäischen Kulturstiftung (ECF) koordiniert wird.

Das Modell National Heroes wird bereits jetzt im Netzwerk der European Capitals of Culture (ECOC) diskutiert. Ziel ist es, die EU-Kommission davon zu überzeugen, die Idee ins Pflichtprogramm für zukünftige Kulturhauptstädte aufzunehmen. Denn auch eine verlorene Bewerbung ist keine Niederlage, sondern verändert in erheblichem Maße das kulturelle Konzept einer Stadt oder Region.

Alle Veranstaltungstermine und detaillierte Informationen erhalten Sie auf unserer National Heroes-Projektwebseite:
www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/national-heroes