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Das Aalto-Theater

Aalto-Theater / Foto: Harald ReusmannAalto-Theater / Foto: Harald Reusmann

Aalto-Theater / Foto: Harald Reusmann

Essens Theaterbauten sind stets auch ein Spiegel der wechselhaften Zeiten und gesellschaftlichen Entwicklungen gewesen. Verdankte das Grillo Theater ausgangs des 19. Jahrhunderts seine Entstehung noch dem generösen Mäzenatentum einer Industriellenfamilie, so gründet sich das Aalto-Theater auf das Selbstbewusstsein einer urbanen, prosperierenden und demokratischen Zivilgesellschaft.

Als Krönung der Wiederaufbaujahre nach dem Zweiten Weltkrieg wünschten sich Essens Bürger ein neues Opernhaus. Der fällige Architektenwettbewerb sah 1959 einen eindeutigen Sieger: Mit großem Abstand zu den anderen Plänen überzeugte der Entwurf des finnischen Baumeisters Alvar Aalto am meisten. Statt eines zügigen Baubeginns folgte jedoch ein langes Moratorium, geschuldet den Selbstzweifeln, ob man sich in der hereinbrechenden ersten Strukturkrise an der Ruhr ein solches Haus würde leisten können. Erst 1979, als die Zeiten sich nachhaltig gebessert zu haben schienen, wurde entschieden, dieses Projekt postum – Aalto war bereits 1976 gestorben – zu realisieren. Nach einer weiteren Bedenkzeit kam es 1984 endlich zur Grundsteinlegung für das Aalto-Theater. Mit der Fertigstellung 1988 und erfolgreichen Bespielung seitdem wurde erst wirklich deutlich, wie sehr dieses Theater identitätsstiftend für Essen und seine Bürgerschaft wirkt, aber auch die Stadt als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Metropole Ruhr definiert.

Als "schönster deutscher Theaterbau nach 1945" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ist das Aalto-Theater ein architektonisches Wahrzeichen internationalen Formats. Das Haus erinnert mit seinen organisch fließenden Grundformen und seiner hellen Granitverkleidung an nordische Landschaften. Die breit gelagerten, geschwungenen Sitzreihen vor der Bühne und die ansteigende, zudem asymmetrische Form des Auditoriums lehnte Aalto an das griechische Theater in Delphi an. Eine Besonderheit des Aalto-Theaters im Vergleich zu herkömmlichen Bauten ist der fehlende aufgesetzte Bühnenturm. Das Bühnenhaus ist in die Dachfläche und damit in die plastische Gesamtform des Baukörpers integriert. Die langen Verzögerungen bei der Realisierung des Baus hatten immerhin ein Gutes: Als Architektur längst der klassischen Moderne zuzurechnen, ist das Aalto-Theater von der Gebäude- und Bühnentechnik her ein Haus, das ganz auf der Höhe der heutigen Zeit steht.